ALLENWINDEN: Faschallen lassen es richtig knallen

Guggen schränzen, Kanonen donnern - und die Nobodys fordern am Umzug: Zieht den Stecker raus.

Drucken
Teilen
Die Schule setzt das Motto «fit und gesund» auf farbenfrohe Art um. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Schule setzt das Motto «fit und gesund» auf farbenfrohe Art um. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Angeführt vom fröhlich lachenden Faschallgrind setzte sich am Samstag in Allenwinden um Punkt 13.30 Uhr ein farbenprächtiger Fasnachtsumzug in Gang, der nichts zu wünschen übrig liess. Guggenmusiken aus nah und fern schränzten um die Wette, während aus riesigen Kanonen tonnenweise Konfettis auf das zahlreich erschienene Publikum abgefeuert wurden. Sozusagen als Wiedergutmachung wurde eifrig warmer Kaffee ausgeschenkt und Unmengen von Orangen, Bananen und anderen Köstlichkeiten verteilt.

Faschallminister Peter II. (Peter Schön), der in einer Kutsche das Bad in der Menge genoss, strahlte mit den am Umzug beteiligten 26 Gruppen und dem frenetisch applaudierenden Publikum um die Wette.

Junge, ideenreiche Wagenbauer
Besonderen Beifall ernteten die prächtigen Sujets der vornehmlich jungen Wagenbauer. «Ihr Durchschnittsalter beträgt rund 18 Jahre», sagte Zeremonienmeister Rémy Frick, der den Umzug in gewohnt gekonnter Manier mit witzigen Sprüchen kommentierte. Die Bärgsoftis aus Menzingen versteigerten mit der Brauerei Eichhof «ein Stück Heimat», die Big-Seebis aus Allenwinden und Unterägeri wiederholten den skandalumwitterten Boxkampf zwischen Holyfield und Walujew, und die Big Nobodys aus Unterägeri machten sich Sorgen wegen des Cern-Experiments und forderten: Zieht den Stecker raus; wir wollen kein schwarzes Loch.

Die Moränestürmer Menzingen nahmen den US-Wahlkampf zwischen Obama und McCain aufs Korn und schickten George W. Bush mit einem gezielten Schuhwurf zum Teufel. Viel Applaus ernteten die Chnorzibuebä aus Neuheim, die es bedauerten, dass Ex-Armeechef Roland Nef nicht mehr im Amt ist, zumal er fähig gewesen wäre, «die Piraten vor Somalia mit einem Internet-Sex-Treff fertig zu machen». Besondere Erwähnung verdient auch die Schule Allenwinden, die unter dem Motto «Gsund und fit» als Ananas, Rüeblis, Fussballer und Gesundheitspolizisten einen bunten Farbtupfer setzte.

Der Allenwindner Zeremonienmeister Rémy Frick rief dem Publikum zum Abschied zu: «Das esch e gsy, de immer schöni Umzug vo Allewinde; ihr händ Freud dra gha, das gseht me eure Grinde a.» Recht hatte er, zumal es die Faschallen richtig knallen liessen.

Martin Mühlebach