ALLENWINDEN: Faschallministerin macht Kafi Kirsch zum Nationalgetränk

Brigitte I. Affentranger ist nun offiziell im Amt. Darauf hat sie lange warten müssen.

Julian Feldmann
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Brigitte I. Affentranger will die Fasnacht getreu ihrem Motto einfach nur geniessen.

Brigitte I. Affentranger will die Fasnacht getreu ihrem Motto einfach nur geniessen.

Die Aula Allenwinden droht aus allen Nähten zu platzen, als die Gugge Grütlihüüler dem Publikum am Samstagabend so richtig einheizt. Kaum ein Platz im Saal scheint noch unbesetzt zu sein, ganz Allenwinden will die Inthronisation von Brigitte Affentranger zur Faschallministerin miterleben.

In Gedichtform führen die beiden Zeremonienmeister Rémy Frick und Reto Steiner durch den Abend und versprühen gute Stimmung auch dank eines amüsanten Jahresrückblicks, bei dem die Witze nicht zwingend über der Gürtellinie bleiben. Nachdem Politiker wie Berlusconi oder Mörgeli ihr Fett abbekommen haben und Lance Armstrong offiziell gedemütigt wurde, geben sich die Meister wohlgesinnter. Verschiedene Ehrengäste werden begrüsst, verschiedenen Helfern wird gedankt. Auch wird dem verstorbenen Faschallminister Ernst I. Andermatt, der bei der geplanten Amtsübergabe im letzten Jahr einen Herzinfarkt erlitt, gedenkt. Die Inthronisation musste damals abgebrochen werden, die Amtseinsetzung von Brigitte Affentranger verzögerte sich deswegen um ein Jahr.

Laudatio auf Brigitte l.

Brigitte I. ist während ihrer Amtszeit nicht auf sich alleine gestellt. Zu ihrer Seite stehen nämlich die Ehrenmänner Urs Affentranger und Adrian Koch. Der Sohn sowie der Neffe der Ministerin werden von den Zeremonienmeistern der Fasnachtsgemeinschaft vorgestellt. Die Gewänder, in welche die Ehrenmänner gehüllt sind, wurden von der Ministerin höchstpersönlich geschneidert. Diese wird dann durch die beiden auf die Bühne geleitet. Es folgt eine ausführliche Laudatio, Rémy Frick und Reto Steiner scheinen immer einen weiteren Reim auf Lager zu haben. Geschichten aus der Kindheit von Brigitte l. goutiert das Publikum mit zahlreichen Lachern. Dann wird es Zeit für die Amtseinsetzung. Von Fanfarenspiel begleitet, werden der Ministerin Kette, Umhang und Hut angezogen und das Zepter überreicht.

Die neue Ministerin

Brigitte Affentranger hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Nachdem sie für Mann und Kind Fasnachtsoutfits herzustellen pflegte, wurde sie zur selbstständigen Schneiderin und ist für die von ihr entworfenen und gefertigten Kostüme weitherum bekannt. In diesem Jahr habe sie so viel Fasnachtskleidung geschneidert, dass sie nicht einmal mitzählen konnte.

Jetzt, als Ministerin, fühlt sich die 50-Jährige «rüdig gut» und blickt gespannt auf die bevorstehende Amtszeit. «Wir haben hier die beste Fasnacht weit und breit», lobt Brigitte I. die familiären Allenwindner Festlichkeiten. Bei ihrer ersten Amtsrede scheut sich die Ministerin nicht, ernennt das Kafi Kirsch kurzerhand zum Nationalgetränk und gibt das Motto der diesjährigen Fasnacht bekannt: «Geniessen, geniessen, geniessen.»

Alle sind da

Ob alt oder jung, verkleidet oder in zivil – den Weg in die Aula haben viele Fasnächtler gefunden. Die Inthronisation kann sich über einen gewaltigen Andrang freuen. Sarah Rogenmoser ist zum ersten Mal dabei: «Ich wollte auch mal erleben, was da vor sich geht», schildert die 17-Jährige und fügt an: «Ich fand den Anlass gelungen und sehr amüsant.»

Auch der neuen Faschallministerin gegenüber zeigen sich die Besucher zugeneigt: «Sie ist eine aufgestellte, flotte Person», so Remo Hürlimann, und Ramona Iten fügt an: «Eben eine, die ihr Fach versteht.» Auch Philipp Bucher, Mitglied der Guggenmusik Grütlihüüler, die den Abend musikalisch umrahmt, hat nur gutes von Brigitte I. gehört: «Sie wird die Sache meistern.» Ein passendes Schlusswort hat dann Sarah Rogenmoser parat: «Lasst die Fasnacht beginnen.»