ALLENWINDEN: Gläubige sollen mehr Platz erhalten

Die Kirchgemeinde will die Umgebung der Kirche St. Wendelin aufwerten. Damit wird ein lange gehegter Wunsch erfüllt.

Silvan Meier
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Der Vorplatz der Kirche St. Wendelin soll einladender gestaltet werden. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Der Vorplatz der Kirche St. Wendelin soll einladender gestaltet werden. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Ob am Weissen Sonntag, bei einer Hochzeit oder anlässlich einer Trauerfeier: Ist die Allenwindner Pfarrkirche St. Wendelin gut gefüllt, wird es auch draussen eng. Der Zugang zur Kirche ist knapp bemessen. «Und sobald es einen grösseren Apéro gibt, kommt es zu einem Gedränge», sagt Kirchenschreiber Stefan Doppmann. Auch für ein kleines Festzelt, einen Auftritt der Feldmusik oder gar für ein Pfarreifest reicht der Platz nicht aus. «Der Wunsch, die Umgebung der Kirche neu zu gestalten, wird seit langem geäussert», sagt Doppmann.

Bereits im Jahr 1989, als die Kirchgemeinde die Liegenschaft Restaurant Adler gleich neben der Kirche erwarb, waren die engen Platzverhältnisse im Bereich des Kirchenzugangs ein viel diskutiertes Thema. Eines, das die Kirchgemeinde seither begleitet hat. «Nun ergibt sich eine gute Gelegenheit, die Pendenz zu erledigen», so der Kirchenschreiber. Denn im September 2015 feiert die Pfarrei St. Wendelin ihr 50-jähriges Bestehen.

Kosten von 700 000 Franken

Der Kirchenrat beantragt deshalb an der Kirchgemeindeversammlung vom 2. Dezember einen Baukredit von knapp 700 000 Franken. Das Projekt beinhaltet nur wenige bauliche Veränderungen, die aber die Situation auf dem Vorplatz der Kirche verbessern sollen, so der Kirchenrat. So wird der Haupttreppenzugang neu gestaltet, damit das Gedränge bei der Tür entschärft werden kann. Auf der Südseite der Kirche wird eine ebene Fläche realisiert, auf der ein Zelt platziert oder ein Apéro durchgeführt werden kann. Abgeschlossen wird der Platz durch hochstämmige Linden und einen Brunnen. Auf der Südseite wird ein kleiner Toiletten- und Lagerbau erstellt. «Damit erfüllen wir ebenfalls einen lange gehegten Wunsch», sagt Doppmann. Kirchgänger, die ein dringendes Bedürfnis hatten, mussten bis anhin ins Restaurant Adler oder in die Schulanlage auf der anderen Strassenseite ausweichen. Doch der «Adler» ist seit längerer Zeit geschlossen und wird seine Türen erst im Januar 2015 wieder öffnen.

Zum Projekt gehören auch ein neues Verkehrsregime und eine neue Anordnung der Parkplätze. Diese werden neu rechts von der Zufahrtsstrasse platziert. Und diese ihrerseits wird zukünftig keine Sackgasse mehr sein. Stattdessen wird sie zur gemeindlichen Stichstrasse von der Zugerbergstrasse her verlängert. Neu soll ein Einbahnregime gelten. Die Kirchgemeinde hat zudem mit den Besitzern der Zufahrt direkt vor dem Restaurant Adler einen Vertrag abgeschlossen, der ihr neben dem Recht, die Fläche in eine Neugestaltung einzubeziehen, neu auch ein Vorkaufsrecht einräumt.

Nehmen die Baarer Katholiken den Kredit an der Versammlung an, sollen die Bauarbeiten bereits im März starten, damit der Platz für das Jubiläumsfest fertig ist. Im Budget 2015 (siehe Box), über das die Stimmbürger am 2. Dezember ebenfalls befinden werden, seien gut 20 000 Franken dafür vorgesehen, sagt Stefan Doppmann. «Es ist aber noch offen, wie das Fest genau aussehen wird.»

Kirchgemeinde rechnet mit Defizit

Die Katholische Kirchgemeinde Baar investiert in den nächsten Jahren kräftig. Knapp 4,5 Millionen Franken kosten die Sanierung und der Ausbau der Kirche St. Thomas in Inwil. Weitere 1,6 Millionen werden für die Sanierung des Pfarreiheims St. Martin, 1,5 Millionen Franken für die Innenrenovation der Kirche St. Wendelin benötigt. Je 5 Millionen Franken sind für zwei Projekte im preisgünstigen Wohnungsbau vorgesehen. So will die Kirchgemeinde prüfen, ob in Inwil und an der Kreuzung Neugasse/Früebergstrasse entsprechende Projekte möglich sind. Trotzdem soll der Steuerfuss von 9 Prozent (abzüglich eines Rabatts von 10 Prozent) bis 2019 konstant bleiben. Die Kirchgemeinde rechnet allerdings mit Defiziten. 2015 soll sich der Fehlbetrag auf knapp 150 000 Franken belaufen. Dies bei einem Aufwand von gut 8,2 Millionen Franken.

Neben dem Baukredit für St. Wendelin, dem Finanzplan 2015 bis 2019 und dem Budget 2015 werden die Baarer Katholiken am 2. Dezember zudem Pfarradministrator Anthony Chukwu offiziell zu ihrem Pfarrer wählen.