ALLENWINDEN: Jetzt in der Hauptrolle: Ziegenbock Zorro

Genau wie sein Namensvetter wird nun auch die Zwergziege Filmstar. Sein Abenteuer, das ihn vor zwei Jahren für eine Nacht auf den Polizeiposten brachte, wurde für eine Tiersendung aufgerollt und verfilmt.

Drucken
Teilen
Jolanda Jetzer besucht Zorro in Wynau BE. Die Zwergziegen verbringen den Winter im Stall ihrer Mutter. (Bild: Stefan Kaiser (24. Januar 2017))

Jolanda Jetzer besucht Zorro in Wynau BE. Die Zwergziegen verbringen den Winter im Stall ihrer Mutter. (Bild: Stefan Kaiser (24. Januar 2017))

Ob er sich wohl an die Nacht auf dem Polizeiposten erinnert? Damals im Oktober 2014 wurde der Zuger Polizei mitten in der Nacht gemeldet, dass eine Zwergziege auf der Früebergstrasse in Baar herumirrt und meckert. Die Polizei hat schnell reagiert, den Zwergziegenbock eingefangen und in einer Zelle im Keller des Hauptpostens in Zug untergebracht. Mit Hilfe der Medien hat sie nach seinem zu Hause gesucht. Besitzerin Jolanda Jetzer lacht, wenn sie sich daran erinnert. Erst am nächsten Morgen wurde sie darauf aufmerksam, dass es sich dabei allenfalls um ihren Ziegenbock Zorro handeln könnte.

Mit Zorro verschwand damals auch Hase Stripes aus dem gemeinsamen Gehege. Stripes tauchte auch wieder auf. Jetzer konnte den Hasen rund einen Monat später im Tierheim Allenwinden abholen. Nun wird die Geschichte wieder aufgerollt. Zorro und Jolanda Jetzer haben am kommenden Sonntag einen grossen Auftritt in der Sendung «Tiergeschichten – unterwegs mit Monika und Filou». In der zehnteiligen Reihe geht Moderatorin Monika Fasnacht auf die Suche nach besonderen Tiergeschichten. Die Dreharbeiten dazu erfolgten bereits im Dezember. Zorro hat brav mitgemacht, obwohl er wohl nicht genau wusste, was die ganze Aufregung soll. «Das war eine wirklich spannende Erfahrung», erinnert sich Jolanda Jetzer. Einen ganzen Tag sei sie von der sechsköpfigen Filmcrew begleitet worden. Am Vormittag wurde an ihrem Arbeitsplatz im Kindergarten in Rotkreuz und am Nachmittag bei ihr zu Hause auf dem abgelegenen Hof in Allenwinden gefilmt. Auch auf den Polizeiposten mussten die beiden noch einmal. Dort wurde die Gefängnisszene nachgestellt. «Ich glaube, das hat Zorro wiedererkannt», meint die 32-Jährige. Er sei nervös geworden und habe laut gemeckert, wenn sie nicht in Sichtweite war. Ansonsten liess der Zwergziegenbock den Filmtag einfach über sich ergehen.

Die ungewöhnliche Geschichte rund um das Verschwinden von Zorro beschäftigt Jetzer auch in anderen Bereichen. Gemeinsam mit Manu Müller hat sie das Kinderbuch «Zorro und Stripes – und das Geheimnis der goldenen Räbe» geschrieben.

Lieber Zwerggeissen statt Pony

Der mittlerweile zehnjährige Zorro lebt mit drei weiteren Zwergziegen bei Jetzer, die vor einem Jahr gemeinsam mit ihrem Mann nach Allenwinden gezogen ist. Zur Tierfamilie gehören zudem zwei Hasen. Bereits als Kind besass Jetzer Zwergziegen. «Weil wir zu viel Heu hatten, durfte ich mir als Kind neben den Hasen ein weiteres Tier aussuchen», erinnert sie sich. Sie hätte bestimmt auch ein Pony haben können, aber ihre Wahl fiel eben auf die Ziegen. «Geissen gefallen mir. Sie sind eigensinnig, etwas frech und vor allem lustig.» Zorro und seine Geschwister hat sie im Internet entdeckt, damals waren die Drei noch ganz klein. «Es gab ein Bild. Die schwarze Ziege stand in der Mitte und sah gross und kräftig aus.» Da stand für die Kindergärtnerin fest, dass dies Zorro sein soll. «Erst beim persönlichen Treffen merkte ich, dass Zorro eigentlich viel kleiner war als die anderen. Er stand für das Foto einfach weiter vorne.»

Damit begann aber gleich auch die Liebe zu Zorro. «Er braucht etwas mehr Aufmerksamkeit als die anderen, und wenn irgendetwas mit den Ziegen ist, dann ist Zorro bestimmt betroffen.» Deshalb habe es sie auch nicht gewundert, dass Zorro vor zwei Jahren aus dem Gehege verschwunden ist. Noch heute ist sich Jolanda Jetzer sicher, dass er nicht ausgebüxt ist, sondern aus dem Gehege gehoben wurde. Jetzer hat Fussabdrücke gefunden. Der genaue Tatablauf liess sich aber nie klären. «Ziegen sind Herdentiere. Besonders Zorro wäre niemals alleine weggegangen», erklärt Jolanda Jetzer bestimmt. Und wenn eine weiss, was im Kopf von Zorro vorgeht, dann sie.

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Hinweis

Zorro und Jolanda Jetzer werden am Sonntag, 29. Januar, um 18.15 Uhr auf SRF 1 zu sehen sein.