ALLENWINDEN: Saftige Geldbusse für Fasnachtswagen

So mancher Fasnächtler fühlte sich nach dem Umzug am Samstag wie ein Narr. Die Zuger Polizei hatte Strafzettel verteilt.

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Marcel Schlatter, Kommunikationsbeauftragter der Zuger Polizei. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Marcel Schlatter, Kommunikationsbeauftragter der Zuger Polizei. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

«Als ich noch vor dem Ende des Umzugs zu meinem Auto zurückkehrte, steckte schon ein Strafzettel der Zuger Polizei unter dem Scheibenwischer», berichtet Hansruedi Hürlimann. 120 Franken Busse muss er nun bezahlen. Weil er keinen Parkplatz vor dem Umzug am Samstag in Allenwinden gefunden hätte, habe er halt sein Auto zwischen Neuägeri und Allenwinden auf der rechten Strassenseite in einer Einfahrt geparkt - mit den Wagenrädern auf dem Trottoir.

«Es ist mir klar, dass man das im Grunde nicht darf», sieht Hansruedi Hürlimann, einer der reuigen Parksünder, ein. «Aber ich habe ja den Verkehr nicht behindert - ausserdem war die Strasse während des Umzugs gesperrt.» Er findet die Busse etwas «unfasnächtlich» hoch. Er ist mit seinem Ärger nicht allein.

Denn auch zwei weitere Autofahrer, die ihre Fahrzeuge in der Nähe der Bushaltestelle abgestellt hatten, traf der Bannstrahl der Gesetzeshüter. Auch sie müssen 120 Franken bezahlen. Aber nicht nur Besucher des Umzugs wurden fürs Falschparken gebüsst.

Strafzettel an Fasnachtswagen
«Sogar an einem Fasnachtswagen hing ein Strafzettel, weil dieser nach dem Umzug an der Strasse geparkt war», sagt Thomas Betschart. Dabei hätten die Fasnächtler nur noch etwas essen wollen, berichtet der Präsident der Faschall-Fasnachtsgesellschaft Allenwinden. «Das ist eine völlig übertriebene Aktion gewesen und hat die Leute nur vergrault.» Betschart versichert, dass es so etwas noch nie gegeben habe, seitdem er Fasnachtspräsident in Allenwinden sei. Einen Parkplatz für Zuschauer bereitzustellen, die mit dem Auto gekommen waren, sei leider nicht möglich gewesen - «weil es in der Nacht so viel geschneit hatte.» Er will sich nun nochmals wegen der verhängten Bussen an die Polizei wenden.

Büssen nach Bussenkatalog
Doch für die Polizei ist der Fall klar. «Es ist richtig, dass drei Autos und ein Fasnachtssujetwagen mit Bussen in Höhe von 120 Franken für Falschparken bedacht wurden», erklärt Marcel Schlatter, stellvertretender Mediensprecher der Zuger Polizei. Wobei nicht zuletzt der Fasnachtswagen die Wiedereröffnung der Strasse durch Allenwinden behindert habe - «da wir die Strasse erst wieder aufmachen können, wenn sie gereinigt worden ist. Das war aber nicht möglich, weil der Sujetwagen am Strassenrand geparkt war.» Im Fall der Falschparker an der Bushaltestelle habe ebenfalls Dringlichkeit bestanden, so Schlatter: Der Bus sei bereits zwei Minuten nach Freigabe der Strasse eingetroffen. Und Parken auf dem Trottoir sei verboten.

«Wir haben die betreffenden Falschparker zuerst per Lautsprecher ausrufen lassen - das ist schon ziemlich grosszügig», meint Schlatter. «Und wenn wir büssen, dann können wir nicht irgendeinen Fantasietarif verlangen, sondern wir müssen es eben nach dem Bussenkatalog tun.»

Ironie des Schicksals
Übrigens: Wie die Ironie des Schicksals es will, handelt es sich bei dem gebüssten Fasnachtswagen just um jenen, der den letztjährigen Polizeieinsatz gegen Anti-SVP-Demonstranten in Bern aufs Korn nimmt.

Wolfgang Holz