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ALOSEN: «Bei uns wird Fasnacht den Kindern in die Wiege gelegt»

Ein ganzes Dorf im Fasnachtswahn: Hier packt jeder für den Höhepunkt des Jahres mit an.
Lionel Hausheer
Tobelbrücke mit Stadttunnel: Die Junglegoren brauchen nur knapp einen Monat für den Bau ihres Wagens. (Bilder Maria Schmid)

Tobelbrücke mit Stadttunnel: Die Junglegoren brauchen nur knapp einen Monat für den Bau ihres Wagens. (Bilder Maria Schmid)

Gleich drei «Jöbli» belegt Werner Iten im Dienst der Alösler Fasnacht. Richi Meier toppt ihn noch mit vier. Es gibt auch viel zu tun: Es braucht gute Verse, die beim Bühnenspiel die Wagen kommentieren, Wagenbauer und Bettler. Werni Iten und Richi Meier sind dabei keine Ausnahme: Ganz Alosen steht für die Fasnacht kopf. Marco Meier, Mitglied des Legorenrates von Alosen, nickt. «Es wird den Kindern halt auch in die Wiege gelegt.» Damit meint er das ausgeklügelte System, mit dem jeder Alösler unweigerlich in den Sog der Fasnacht gerät. Noch während der Schule machen die Jüngeren bei den «Junglegoren» mit. Sie lernen, wie man einen Wagen baut und wie die Fasnacht im Alosen abläuft.

Gemütliches «Höckli»

Im «Büehl Höckli» treffen sich die Fasnächtler auch unter dem Jahr ab und zu. Nachdem das Restaurant zur Schmitte, das jahrelang der Mittelpunkt der Alösler Fasnacht war, zuging, mussten die Fasnächtler ausweichen. Das «Büehl Höckli» ist gemütlich eingerichtet. Mit stabilen Holztischen, farbigen Wimpeln und einer grossen Kaffeemaschine. Werner Iten und Richi Meier sind hier ebenfalls häufig anzutreffen. Sie sind seit dreissig Jahren Bettler, denn Alosen verkauft traditionsgemäss keine Plaketten. Die Bettler gehen von Haus zu Haus und sammeln Geld. Richi Meier erzählt schmunzelnd: «Einmal läuteten wir an der Tür von Zeugen Jehovas. Geld gab es da keines, dafür aber eine Bibel. Die haben wir dann natürlich auch als Spende dem Kassier abgegeben.» Die Bettler sind Teil der Institution der Alösler Fasnacht. Ein ganzes Dorf hilft mit. Durch das Klingeln der Bettler an wirklich jeder Haustür, Jahr für Jahr, werden Neuzuzüger direkt in den Brennpunkt des Dorflebens integriert. «Man muss halt manchmal ein bisschen erklären, wie das funktioniert und was wir denn da tun. Oft sieht man diese Leute dann aber auch am Güdelmäntig wieder», sagt Werner Iten.

Viel Arbeit für einen kurzen Auftritt

«Für üs isch das nüt Nüüs, was für d’Fasnacht schaffsch, fressid d’Müüs.» Anerkennendes Grinsen am ganzen Tisch. Das sei jetzt so ein Vers, der dann beim Bühnenspiel fallen könnte. Und er trifft die Sache im Kern. Speziell, wenn der Aufwand an der Länge der eigentlichen Präsentation gemessen wird. Eine halbe Stunde dauert der Umzug, trotzdem sind sich alle einig, dass sich der Aufwand definitiv lohne. Die Wagenbauer beginnen erst einen Monat vor dem Umzug, arbeiten jedoch jeden Abend an ihrem Gefährt. Für das Bühnenspiel werden vom Vorstand zirka 40 A4-Seiten mit 700 bis 800 Versen geschrieben. In Versform könne dann durchaus mal etwas ein wenig pointierter gesagt werden, als das sonst möglich wäre. «Beim Dorfeingang gab es mal so eine Ente. Eine Figur, die war immer schön bepflanzt. In einem Jahr aber nicht, da rostete sie nur so ein bisschen vor sich hin. Das kam dann natürlich an der Fasnacht beim Bühnenspiel. Und im Jahr darauf war sie wieder wunderschön bepflanzt», erinnert sich Marco Meier.

Gute Ideen – und andere

Dieses Jahr bauen die Nachwuchswagenbauer, die Junglegoren, die Lorzentobelbrücke nach. Direkt mit anschliessendem Zuger Stadttunnel. Der Gade wird von einem Alösler Gewerbler zur Verfügung gestellt. Die Sägen, die dort normalerweise untergebracht sind, müssen nun draussen dem Winter trotzen. Das Sujet wird vom Fasnachtsvorstand nur in groben Zügen vorgegeben, bei der Ausführung geniessen die Junglegoren dann aber einige Freiheit. Christian Egli war als Wagenchef, der das Gros der Arbeiten koordiniert, bei der diesjährigen Sitzung selbstverständlich dabei. «Wir sitzen dann bei jemandem zu Hause zusammen und sammeln die Ideen. Bei fünfzehn Leuten kommt dann viel zusammen. Viel Brauchbares, aber auch einiges, zu dem man sagen muss: ja gut.» Für die vielen guten Ideen braucht es genügend Platz. «Die Brücke, also das Gerüst unter dem Wagen, wird nebenan gebaut. Damit sind wir erst gar nicht in den Gade hier reingekommen.» Kilian Meier vom Legorenrat kennt die praktische Lösung der kleinen Probleme. «So haben wir den Wagen halt mit dem Hallenkran reingelupft. Wie er rauskommt, schauen wir dann.»

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