ALOSEN: Ein Brauch für die ganze Familie

Marco Meier ist Präsident der Fasnachtsgesellschaft und teilt mit seinen Verwandten eine grosse Begeisterung für die fünfte Jahreszeit. Diese gibt sie jeweils an die nächste Generation weiter.

Andrea Muff
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Eine Familie im Fasnachtsfieber: Severin, Monika, Adrian, Marco und Fabienne Meier. (Bild: Stefan Kaiser (23. Februar 2017))

Eine Familie im Fasnachtsfieber: Severin, Monika, Adrian, Marco und Fabienne Meier. (Bild: Stefan Kaiser (23. Februar 2017))

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

«Wie der Vater, so der Sohn» heisst es in einer berühmten Redensart. Auch wenn diese nicht immer zutrifft, bei Familie Meier in Alosen könnte der Spruch durchaus an der Haustüre stehen – wenigstens während der Fasnacht. Marco Meier ist seit 2010 Präsident der Fasnachtsgesellschaft Alosen. Zudem ist er bei den Tirolern dabei, wie seine beiden Söhne Severin (7) und Adrian (5) und wie früher sein Vater. «Ich denke schon, dass meine ­Begeisterung für die Fasnacht wohl auch ein wenig vererbt worden ist», gibt Marco Meier lachend zu.

Denn bereits in jungen Jahren brachte er zusammen mit seinem Vater die Schellen am Gewand der Tiroler zum Klingen. Aufgewachsen ist Marco Meier in Alosen und macht bei den Junglegoren mit. «Während der Schule war ich als Wagenbauer aktiv.» Väterlicher- und mütterlicherseits gibt es Spuren der Fasnachtsvergangenheit: So hatten Grossvater mütterlicherseits und Onkel väterlicherseits jeweils den Posten des Legorenvaters inne. «Ich bin dann selbst in den Alösler Fasnachtsvorstand gerutscht, erst als Beisitzer, dann als Kassier, und schliesslich wurde ich 2010 zum Präsidenten gewählt», erzählt Marco Meier stolz und macht klar: «Das ist eine riesige Ehre.» Natürlich brauche es dafür den Rückhalt der ganzen Familie: «Meine Frau hilft im Hintergrund, und wir stemmen das gemeinsam.»

Eine lange Vorarbeit

Denn bereits nach der Weihnacht wird die fünfte Jahreszeit immer mehr zum Thema in der Familie. «Die Fasnacht beginnt eigentlich schon im Oktober mit der ersten Vorstandssitzung, aber zwischen Weihnachten und Neujahr wird das Thema kurz zur Seite gelegt.» Am Samstag nach dem 5. Januar sei die offizielle Fasnachtseröffnung in Alosen. «Danach muss meine Familie oft auf mich verzichten», so Marco Meier.

Der Güdelmontag ist der grosse Tag für die Familie Meier. Denn an diesem Tag findet als Startschuss, der «Morgenstreich» statt. Dann kommen die Kinder aus dem Dorf beim Präsident der Fasnachtsgesellschaft vorbei und wecken ihn sowie das ganze Dorf. «Das ist ein riesen Highlight – auch für meine Kinder natürlich», erzählt Marco Meier und lacht. Am Nachmittag findet jeweils der Umzug statt. Seine beiden Söhne laufen bei den Tirolern mit. Und auch der Vater von Marco Meier ist an diesem Tag involviert. «Er ist der ‹Einpackchef› und bereitet mit seinem Team die Säcke mit den Orangen sowie die Päckli für die Kinderbescherung vor.» So sind die beiden Generationen organisatorisch miteinander verbunden oder wie es Meier ausdrückt: «Früher war er mein Chef, jetzt bin ich seiner.»

Man hilft einander

Besonders schön findet Marco Meier das Zusammenkommen von Jung und Alt an der Fasnacht: «Es ist ein schöner Brauch für die ganze Familie – eine Tradition und ein Miteinander.» Vor allem als Wagenbauer konnte er immer wieder von Angehörigen anderer Berufsgattungen profitieren. Denn er selbst habe als «Bürogummi» nicht viele handwerkliche Talente vorzuweisen gehabt. «Für mich war die Zeit bei den Wagenbauern auch eine Art Lebensschule.» Seine Tochter ­Fa­bienne (3) darf zwar nicht bei den Tirolern mitmachen. Aber vielleicht wird sie später bei der Oberägerer Guggenmusig ­F’Ägerer Mitglied, denn dort spielt ihr Onkel. «Er spielt ‹Chuchi›, und das fasziniert meine Kinder sehr», sagt Marco Meier.