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ALOSEN: Gedenken an drei tapfere Ägerer

Ein Stein mit Kruzifix erinnert an gefallene Kriegshelden, die sich vor knapp 220 Jahren gegen feindliche Truppen gestellt haben – wenn auch erfolglos.
Andreas Faessler
Der Stein mit dem hölzernen Kruzifix am St.-Jost-Rain erinnert an die Ägerer, die sich 1798 gegen die französischen Truppen gestellt haben.

Der Stein mit dem hölzernen Kruzifix am St.-Jost-Rain erinnert an die Ägerer, die sich 1798 gegen die französischen Truppen gestellt haben.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Das ausgehende 18. Jahrhundert war politisch eine besonders unruhige Zeit. Seit 1789 revoltierte die Bevölkerung Frankreichs. Eine ähnliche Unzufriedenheit hatte es auch in der Schweiz schon lange gegeben – Ungleichheit und Ungerechtigkeit in der Alten Eidgenossenschaft haben den Missmut der Bevölkerung geschürt. Und jetzt, wo sich zeigt, dass Aufstände so wie in Frankreich durchaus Früchte tragen, sah man sich in der Schweiz bekräftigt, nach zahlreichen erfolglosen Umbruchsversuchen einen weiteren solchen zu wagen. Ausgehend von Basel erklärten sich die bisherigen Untertanengebiete der Alten Eidgenossenschaft nach und nach für frei.

Das stark Einfluss ausübende Frankreich jedoch strebte eine einheitliche Republik nach französischem Vorbild an. Die neue helvetische Verfassung von 1798 entsprach diesem Wunschbild, wurde jedoch vor allem von konservativ gesinnter Seite energisch abgelehnt, auch von den Zugern. Frankreich wollte intervenieren, sandte Truppen in die Schweiz, worauf die sogenannte Helve­tische Revolution ins Rollen kam – die alte Staatsordnung brach innert Kürze in sich zusammen.

Im Frühjahr 1798 rückten die Franzosen schliesslich in die Innerschweiz vor gegen Schwyz. Bald war nahezu der gesamte Kanton Zug von Franzosen besetzt. Im Gebiet St. Jost oberhalb des Dorfes Oberägeri stellten sich den vorrückenden Franzosen unerschrockene Schwyzer, Urner und Zuger Soldaten entgegen. Es kam zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit Verlusten auf beiden Seiten. Die Franzosen gewannen schliesslich den Kampf, bei dem auch drei Ägerer ums Leben kamen. Die toten Feinde wurden an einem bislang unbekannten Ort verscharrt.

Den Schweizern – und insbesondere den drei Einheimischen –, welche bei diesem Gefecht im Ägerital gefallen sind, ist im Jahre 1953 ein Denkmal gesetzt worden: Der sogenannte Franzosenstein steht am St.-Jost-Rain zwischen zwei stattlichen Birken an der Strasse in die Wisstannen. Es handelt sich um einen menhirförmigen Fels mit einem hölzernen Kruzifix und einer Plakette, auf der zu lesen ist: «Den Helden von St. Jost 1798».

Hinweis

Mit «Hingeschaut» gehen wir Details mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach. Frühere Beiträge finden Sie online unter www.zugerzeitung.ch/hingeschaut.

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