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ALOSEN: Hier hat die Wiederholung System

Die Fasnächtler im Dorf brauchen eine gehörige Portion Stehvermögen. Bereits vor dem ersten Krähen des Hahns sind die Junglegoren bemüht, dass im Dorf ja keiner mehr wieder einschläft.
Der Umzug in Alosen führt einmal quer durchs Dorf und zurück. Das Motto der Alösler Fasnacht war "usinnig läufig". (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung) (Zuger Zeitung))

Der Umzug in Alosen führt einmal quer durchs Dorf und zurück. Das Motto der Alösler Fasnacht war "usinnig läufig". (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung) (Zuger Zeitung))

Marco Morosoli
marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Die Fasnacht in Alosen ist das Ereignis des Jahres. Gefeiert wird jeweils während der närrischen Tage konzentriert am Güdelmändig. Um diesen speziellen Tag für das Dorf in vollen Zügen geniessen zu können, geht es schon um 4.30 Uhr mit dem Morgenstreich los. Zu diesem Zeitpunkt rennen die Junglegoren mit ohrenbetäubendem Lärm durchs Dorf. Und sie tun dies mit Nachdruck, damit ja keiner in Alosen wieder die Augen zudrückt.

Der eigentliche Höhepunkt der Alösler Fasnacht ist dann aber der Umzug durchs Dorf. Das ist auch gestern – und das bereits zum 108. Mal – nicht anders geworden. Der Umzug hat mit 15 Sujets eine überschaubare Zahl. Ein längerer Tross wäre wohl auch aus logistischen Gründen schwer zu bewerkstelligen, denn das Spezielle an der Alösler Fasacht ist, dass die Wagen die Umzugsroute zweimal abfahren. So muss der Zuschauer, der kein Detail der liebevoll gebauten Wagen verpassen will, nicht einmal die Strassenseite wechseln. Ein einmal erkämpfter Platz kann so problemlos gehalten werden. Und um einen solchen zu ergattern, muss man zeitig vor Ort sein.

Viele politische Themen werden angesprochen

Die «Wiederholung» des Umzugs ist aber eigentlich einer anderen Sache geschuldet: Beim zweiten Vorbeifahren an den Zuschauern werden die verschiedenen Bilder dann vom Legorenrat in Reimform kommentiert. Den Anfang macht das Fasnachtsmotto «Usinnig läufig», das Bezug auf das 25-Jahr-Jubiläum des Ägeri-Panorama-Weges nimmt. Und in diesem Stil geht es weiter. Dabei fällt auf, dass wohl kaum ein Umzug im Kanton Zug so politisch daherkommt wie derjenige in Alosen.

Wenig überraschend ist die Fusion der Schützengesellschaft am Morgarten, der Schützengesellschaft Oberägeri und der Schützengesellschaft Unterägeri zu den Schützen Ägeri-Morgarten, einen liebevoll gestalteten Fasnachtswagen wert. Die Macher des Gefährts weisen dabei süffisant darauf hin, dass das Logo des neu fusionierten Vereins ohne das Morgartendenkmal auskommt. Und ob die kirchliche Obrigkeit ihren Spass daran findet, dass die beiden Ruderer Peter und Paul auf dem Oberägerer Wappen die Narrenkappe aufgesetzt bekommen haben, ist unbekannt. Die kirchlichen Sittenwächter hätten dabei gleich ein paar Wagen weiter wiederum Grund zur Klage. Und zwar wird bei diesem Sujet die Kirchenführung in Oberägeri auf die Schippe genommen: «Üsä Chilärat gad id Chnüü, wie sichs für d’Chilä ghört, und stellt s’Glöggli ab, wills a Uswärtige stört!» Zudem erheben die Wagenbauer die Stille zu einem der «sieben Gebote».

Hervorragende Stimmung am Strassenrand

Im Fasnachtstross haben aber auch der US-Wahlkampf und der Gotthard-Basistunnel einen Platz. Als spezieller Aufreger mit Nachgang wird das Fällen der imposanten Linde im Vorjahr in Unterägeri in Erinnerung gerufen. Und weil es dazu passt, wird auch auf das einmalige Holzflössen auf dem Ägerisee hingewiesen. All diese Bilder regen die Zuschauer zur Diskussion an.

Eines ist den Wagen gemeinsam: Sie sind mit viel Liebe zum Detail zusammengebaut worden. Und das in einem atemberaubenden Tempo. Wie einem Schreiben der Fasnachtsgesellschaft Alosen zu entnehmen ist, haben die Wagenbauer ihre Werke innerhalb von rund vier Wochen erstellt. Da werden bei den Beteiligten auch einige schlaflose Nächte notwendig gewesen sein, um zur Zeit fertig zu werden.

Zur guten Stimmung am Strassenrand hat gestern auch das tolle Wetter beigetragen. Keine Wolke trübte den Himmel über Alosen. Petrus ist also gestern ein Alösler gewesen. Wer die Dorfgemeinschaft kennt, der weiss, dass noch bis weit in die Nacht gefeiert worden ist. Zum Glück hat es heute Morgen früh um 4.30 Uhr in Alosen keinen ohrenbetäubenden Lärm gegeben. Diesen veranstalten die Junglegoren erst am 12. Februar 2018 wieder.

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