Alosen putzt sich für die Fasnacht heraus

Am Samstag eröffnete der eigenständige Dorfteil die schönste Jahreszeit. Das Motto wird das Gesicht von Alosen verändern.

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Die Alosener Fasnacht wird dieses Jahr ganz sauber. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Alosener Fasnacht wird dieses Jahr ganz sauber. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Stimmung ist immer wieder einmalig. Durch das nächtliche Alosen zieht eine grössere Gruppe von Fasnächtlern. Den akustischen Schwerpunkt bilden die Guggenmusig – in diesem Jahr die Papagenos in ihren neuen, grünen und schmucken Gewändern – und die Tambouren in ihrer orange-blauen Uniform, die in sympathischer Weise etwas an die Uniform der Gardisten im Vatikan erinnern.

Das Trommeln der Tambouren sorgt nicht nur für einen schaurig-schönen Rhythmus. Es gibt den Tirolern – der aus Männern und Knaben zusammengesetzten Tanzgruppe in grüner, blauer und bordeauxroter Tracht und den schweren, mit Glocken bestückten Gürteln, die quer über dem Körper getragen werden – den Takt an.

Legorenrat samt Ehrendamen

Mittendrin in diesem Zug marschiert der Legorenrat, der von Marco Meier präsidiert wird. Der Rat trägt zu einer knallroten Hose Frack und Zylinder. Flankiert wird Marco Meier von den beiden Ehrendamen – in diesem Jahr sind das die beiden 20 Jahre jungen Alöslerinnen Nadia Schmid und Maya Rogenmoser.

In der Zwischenzeit ist der Umzug am Platz zwischen der Garage Meier und dem Gebäude von Hans Nussbaumer Elementbau angekommen. Nun geht es darum, dass Motto der diesjährigen Fasnacht im wahrsten Sinne des Wortes zu enthüllen. Eine gelbe Blache mit dem Motto hängt an der Brüstung über dem Eingang der Garage Meier, die beiden Ehrendamen ziehen an Schnüren, und eine Abdeckblache, die die darunter liegende überdeckte, fällt.

Lustige Reime

«Putzt und gschtrählet», steht da geschrieben. «Mid dä nüüä Fasnachts-Fähnä putzid miär Alösler usäs Dorf usä, ganz verreckt, bis sich jedä Legor im Alosä hinder de Jalousie-Brittli versteckt», erklärt Marco Meier das diesjährige Motto. Er nimmt damit Bezug auf die gelben Wimpel, die in grosser Anzahl das Dorf schmücken und schmücken werden.

Er gibt in seiner Ansprache, vorgetragen in Reimform, aber auch einen ersten Vorgeschmack auf das Bühnenspiel und den Umzug am Fasnachtsmontag. «Us dä Politik chammer es ganzes Buech schriibä, zum Bispil dä Tscholi Lang, wo nümmä döf z Bärn obä bliibä.» Und weiter: «Aber au d SVP hed scho besser Ziitä erläbt, dä Grund siig, will mer immer no am Blocher chläbt.» Zu Sprache kommt aber auch die lokale Politik. «Und s Seeufer wird au nöd umgstaltet, wiä dä Gmeindrat will, s gäb zwenig und s choschti zvill. So wird dä Tennisplatz vorerscht bliibä und d Hünd gönd immerno am glichä Ort gu kackä, dä Gmeindrat muess es mid mene nüüä Projekt aapackä.»

Tanz bis in die Morgenstunden

Die Ansprache gefällt und wird mit Applaus und Gelächter quittiert. Die Tiroler führen noch einen Tanz auf, die Guggenmusig und die Alösler Nachtbuebe spielen auf, und der Legorenrat zieht in die Werkstatt von Hans Nussbaumer Elementbau ein. Nun wird der Film über die letztjährige Fasnacht, realisiert von Remo Abegg von Expert Abegg, gezeigt. Und dann wird bis in die frühen Morgenstunden zu den Klängen der Kapelle Chuchirascht getanzt und gefeiert – und zwar «putzt und gschtrählet».

Thomas Wyss