Alternative für SP heisst Lang

Die Sozialdemokraten wollen den linken Nationalratssitz verteidigen. Sie setzen auf zwei Frauen und einen Bisherigen.

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Die Nationalratskandidatinnen für die SP sind die beiden Frauen Christina Huber-Keiser (links) und Karin Hägi. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Nationalratskandidatinnen für die SP sind die beiden Frauen Christina Huber-Keiser (links) und Karin Hägi. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

In der Mitte verbinden CVP und FDP ihre Nationalratslisten, um der Linken den Sitz abzujagen. Am Donnerstagabend haben die Sozialdemokraten beschlossen, ihrerseits eine Listenverbindung mit der Alternative-die Grünen einzugehen - um gerade diesen Sitz zu verteidigen. Dass dieser im Erfolgsfall wahrscheinlich erneut an den Alternativen Josef Lang ginge, stört die Genossen weniger, als wenn ihn die Freisinnigen gewinnen würden. Markus Jans (Cham): «Alleine schafft es Josef Lang nicht. Wir müssen alles dafür tun, dass die Linke in Bern nicht geschwächt wird.» Urs Bertschi (Zug) fragte zwar in die Menge, ob der Mumm zur Eigenständigkeit, die man doch vor einem Jahr proklamiert habe, etwas verloren gegangen sei? Er kam zum Schluss, dass gerade Zug mehr SP benötige, vor allem auch, weil der Karren so in Fahrt sei. Aber auch für ihn war klar, dass eine Verbindung mit der Alternativen-die Grünen für die Nationalratswahlen «vernünftig ist».

Bereit für Bern

Nicht ganz unerwartet stellen sich mit Christina Huber und Karin Hägi zwei Frauen zur Wahl. Beide sind seit drei, vier Jahren in der Politik, und wohl beide sehen ihre Kandidatur als Aufbau, als Werbung für ihre weitere politische Karriere. Christina Huber wird an erster und dritter Stelle aufgeführt, Karin Hägi an zweiter. Beide wollen hingegen nicht blosse Wahlhelferinnen von Josef Lang sein, sondern einen eigenständigen und engagierten Wahlkampf mit SP-Themen führen. Nicht nur sie, sondern auch die Parteileitung gibt sich sehr selbstbewusst, zumal sie bei der SP des Kantons Zug kein Verliererimage ausmacht. Die kantonalen Wahlen habe man insgesamt erfolgreich gestaltet, jedenfalls keinen Sitz verloren. Ganz wichtig sei es, dass die Partei im Vorfeld der Nationalratswahlen in der Öffentlichkeit präsent sei.

Die Themen wird man in erster Linie von der SP Schweiz übernehmen, wobei viele sehr wohl auf Zug anwendbar seien. Parteipräsidentin Barbara Gysel nannte einige: Arbeitsplätze, Mindestlohn und zahlbarer Wohnraum.

Übrigens: Immer wahrscheinlicher wird, dass weder die Alternative-die Grünen noch die SP sich am Ständeratswahlkampf beteiligen - auch wenn sich die Parteileitung nicht abschliessend zu dieser Frage äusserte.

Die Kandidatinnen

Das sind die zwei nominierten Nationalratsanwärter im Kürzestporträt:
Christina Huber Keiser: Die Erziehungswissenschaftlerin und Dozentin ist 31 Jahre alt, verheiratet, wohnhaft in Zug und seit 2011 Mitglied des Grossen Gemeinderates der Stadt Zug. Von 2007 bis 2010 vertrat sie ihre Partei auch im Kantonsrat. Die Chancengleichheit von Frau und Mann ist ihr ein grosses Anliegen.
Karin Hägi:Die Hochbauzeichnerin und Berufsbildnerin ist 37 Jahre alt, verheiratet, wohnhaft in Zug und seit 2008 Mitglied des Grossen Gemeinderates der Stadt Zug. Sie setzte sich in der Vergangenheit für mehr Tagesschule für Zug und «2000 Watt für Zug» (Initiativkomitee) ein. Sie ist Mitglied Grüne Lunge Zug und Vorstandsmitglied Eigenheimgenossenschaft Ammannsmatt.

Freddy Trütsch/Neue ZZ