Risch: Alternativlösung für die Binzmühle gibt zu reden

Ein Nein-Komitee wirbt mit Flugblättern für eine alternative Lösung. Der Gemeinderat ist skeptisch.

Vanessa Varisco
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Für die Sanierung des Hofs Binzmühle sollen 9,2 Millionen Franken aufgewendet werden. Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 22. September 2019)

Für die Sanierung des Hofs Binzmühle sollen 9,2 Millionen Franken aufgewendet werden. Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 22. September 2019)

In weniger als zwei Wochen wird in Risch über einen Millionenkredit abgestimmt: Insgesamt 9,2 Millionen Franken sollen für die Sanierung des Hofs Binzmühle, welcher sich seit den 1960er-Jahren in Gemeindebesitz befindet, aufgewendet werden. Doch nicht alle sind einverstanden mit dem aktuellen Vorschlag – viele Rischer fanden deshalb in ihren Briefkästen vor einigen Tagen Flugblätter mit einem alternativen Lösungsvorschlag.

Im Grundsatz sollen die Sanierung und die Aufwertung eine möglichst naturnahe Nutzung für die Öffentlichkeit bieten und nur wenig Verkehr in dieses Naherholungsgebiet generieren, schreibt das Komitee für eine nachhaltige Sanierung der Binzmühle auf diesem Flyer und ergänzt: «Der Vorschlag des Gemeinderates verfolgt dieses Ziel leider nur teilweise.» Kurt Müller vom Komitee erklärt auf Anfrage: «Hauptkritikpunkt sind die sieben geplanten Wohnungen und der daraus resultierende Mehrverkehr.» Bedenken hätten diesbezüglich viele Rischerinnen und Rischer ihm gegenüber geäussert.

Auf fünf von sieben Wohnungen verzichten

Konkreter Gegenvorschlag des Komitees ist es deshalb auf fünf der sieben Wohnungen zu verzichten und im Mittelgebäude zwei Wohnungen zu realisieren. Im Mühlegebäude sollen auf zwei Stockwerken Schlafsäle für Klassenlager und Vereinslager entstehen, die von den gemeindlichen Schulen kostenfrei genutzt werden und an aussergemeindliche Schulklassen und Vereine vermietet werden könnten. Möglich wäre ausserdem die Wohnung im Untergeschoss an einen Haus- und Lagerhauswart zu vermieten. Potenzial sieht das Nein-Komitee auch bei den Aussenräumen: So schlagen sie etwa zusätzliche Grillstellen und öffentliche Toiletten im Gebäude vor.

Wichtig sei, dass der Zubringerdienst zwar gestattet sein solle, aber keine zusätzlichen Parkplätze geschaffen würden. Dass die Binzmühle saniert werden müsse, sei unbestritten. Doch Kurt Müller erläutert: «Es gibt bessere und bevölkerungsnähere Lösungen als das aktuelle Projekt.» Dabei spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Laut Komitee könnten durch Verzicht teurer Wohnungseinbauten und der deswegen geplanten Lärmschutzwand zwei Millionen Franken eingespart werden. «Wir möchten dazu anregen, Alternativen zu prüfen», betont Müller. Es sei deshalb auch nicht zwingend, dass bei Ablehnung des Kreditantrags der Alternativvorschlag umgesetzt würde. Wichtig wäre nach einem Nein, eine klar verkehrsärmere und kostengünstigere Nutzung zu planen «Die Diskussionen sollen dann noch einmal in Gang kommen.»

Gemeinderat ist nicht überzeugt

Auf den Alternativvorschlag angesprochen, entgegnet Gemeindepräsident Peter Hausheer: «Es liegt ein detailliertes Projekt vor, das genau die an der Gemeindeversammlung beschlossenen Vorgaben erfüllt.» Im November 2016 hat die Gemeindeversammlung einen Zusatzkredit über 982 000 Franken genehmigt zur Planung der beiden Altbauten für Wohnzwecke, ein Binzitreffen sowie Lagerräume für Vereine. In der ganzen Planungszeit seien weder an der Gemeindeversammlung noch an Orientierungen oder Infoveranstaltungen umfassende Änderungsvorschläge eingegangen. Auch betreffend Verkehr sieht er kein grosses Problem denn: «Der kann mit einer geschickten Vermietungspolitik auf das absolute Minimum reduziert werden.» So seien zwei Wohnungen für die Stiftung Phönix vorgesehen, welche Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Bereich Wohnen unterstützt. «Diese beanspruchen keine Parkplätze.» Zusätzliche öffentliche Nutzungen, wie vom Komitee vorgeschlagen, brächten nicht per se weniger Verkehr.

«Eine Ablehnung des Kredits würde uns weit zurückwerfen», betont der Gemeindepräsident. Ausserdem müssten weitere Steuergelder in eine erneute Planung investiert werden. Er ergänzt: «Insgesamt überzeugt das im letzten Moment aufgetauchte Alternativprojekt nicht, im Gegenteil.» Die Stimmbevölkerung habe nun die Gelegenheit, den Weg frei zu machen für die dringend notwendige Umsetzung.

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