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Altersfragen: Baar wappnet sich

Der Gemeinderat verfolgt das Ziel, dass Personen mit tiefem Pflegebedarf künftig vermehrt ambulant und nicht mehr im Alters- und Pflegeheim gepflegt werden. Eine Strategie soll nun den Bedarf aufzeigen.
Rahel Hug

Wie wohnt die ältere Generation in Baar und welche Bedürfnisse hat sie? Diese Fragen will die Gemeinde klären – und Wege und Formen aufzeigen, mit welchen Angeboten den älteren Menschen das Leben in der eigenen Wohnung erleichtert werden kann. Unter der Leitung von Sozialvorsteherin Berty Zeiter (ALG) fiel kürzlich der Startschuss für die Erarbeitung der Strategie «Wohnen im Alter». Erste Resultate sollen in rund einem Jahr vorliegen, wie die Gemeinde vor kurzem mitteilte.

Der Auslöser ist die Pflegebettenplanung 2020 bis 2040. Auf der Basis der Studien des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) aktualisiert die Gemeinde Baar diese Planung laufend. Bis ins Jahr 2025 reichen die Kapazitäten aus – danach benötigt Baar zusätzliche Pflegebetten. Doch der Gemeinderat hat den Grundsatzentscheid gefällt, Personen mit einem tiefen Pflegebedarf künftig nicht mehr in Altersheimen unterzubringen. Also nicht mehr stationär, sondern ambulant zu betreuen, wie dies von einem Grossteil der Bevölkerung gewünscht werde.

Vorwärtsmachen bei der Planung Bahnmatt

Dieser Entscheid bilde die Stossrichtung für die Strategie, die nun erarbeitet wird, wie Berty Zeiter auf Nachfrage erklärt. Auch die Situation beim Altersheim Bahnmatt, für das vor einigen Jahren ein Neubauprojekt in Angriff genommen wurde, sei ein Grund, dass man die Strategie jetzt anpacke, führt die Sozialvorsteherin aus. «Wir brauchen eine aktuelle Bedarfsabklärung, um in der Planung Bahnmatt vorwärtsmachen zu können.» Zur Erinnerung: Der Gemeinderat hatte letztes Jahr die Sistierung des Projektes kommuniziert. Unter anderem, weil es einer vertieften Analyse bedürfe. Hätte man denn eine Strategie, wie sie jetzt entsteht, nicht schon vor fünf bis zehn Jahren erarbeiten sollen? Berty Zeiter sagt zu dieser Frage: «Die Situation ist sehr dynamisch. Noch vor wenigen Jahren hiess es, die Kapazität an Pflegebetten im Kanton Zug sei knapp. Doch ein Engpass ist schliesslich nicht eingetroffen. Die ältere Bevölkerung ist inzwischen mobiler und ihre Bedürfnisse sind vielfältiger. Dem müssen wir Rechnung tragen.» In der Strategie sollen verschiedene Modelle von Wohnformen im Alter aufgezeigt werden.

Nebst dem privaten Wohnen, welches heute die häufigste Wohnform im Alter sei und auch in Zukunft bleibe, nehme der sogenannte intermediäre Bereich, zum Beispiel «Wohnen mit Service oder betreutes Wohnen» zu, heisst es in der Mitteilung der Gemeinde. Das Wohnen im Alter umfasse mehr als die Sicherstellung unterschiedlicher Wohn-, Pflege- und Betreuungsformen. «Es umfasst auch diverse bedarfsorientierte Unterstützungsleistungen, damit die Menschen so lange wie möglich unabhängig und selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben können.»

Wo allfällige neue Strukturen entstehen könnten, ob dies an bereits bestehenden oder neuen Standorten sein wird, das kann Berty Zeiter noch nicht sagen. «Genau das soll die Strategie aufzeigen. Der Gemeinderat ist grundsätzlich für alles offen.»

Verschiedene Player sind mit im Boot

Laut Zeiter sind bei der Erarbeitung die wichtigsten «Player» involviert, so etwa die Altersheime Baar, die Bürgergemeinde oder die Genossenschaft für Alterswohnungen. Vom Projekt erhofft sich die Sozialvorsteherin, dass in einem Jahr die Basis geschaffen sein wird, «um zielgerichtet und speditiv das umzusetzen, was sich die Baarer Bevölkerung wünscht».

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