Am legendären Menzinger Bergspiegel kommt so manches ans Tageslicht

Den aufmerksamen Ohren der Verantwortlichen entgeht nichts: Wer ins Fettnäpfchen tritt, wird aufs Korn genommen.

Martin Mühlebach
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Der Komiker Charles Nguela sorgt mit Anekdoten aus dem Schweizer Alltag für Lacher.

Der Komiker Charles Nguela sorgt mit Anekdoten aus dem Schweizer Alltag für Lacher.

Bild: Christian H. Hildebrand (Menzingen, 20. Februar 2020)

Zum 49. Mal hiess es «Menzikus, wie es singt und lacht». Bruno Waldvogel (Roger Hartmann), Erwin Presley (Laurin Staub), Elisabeth (Melina Wyss) und Rolf Thunberg (Mäsi Hegglin) als Manager der Lindenberg Records sorgten für eine frohe, ausgelassene Stimmung. Mit lustigen Einlagen und Auszügen aus dem gedruckten Bergspielgel brachten sie Verfehlungen und Malheurs ihrer Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern ans Tageslicht.

Unter dem Titel «Lappi tue d’Auge uf» bekamen einige Spieler des Plauschhockeyvereins D’Greenhorns, die im Trainingsweekend in Grindelwald zu nächtlicher Stunde den Kühlschrank plünderten, ihr Fett weg: Sie hatten die an der Wand stehende Warnung «D’Chuchi isch videoüberwacht – Tag und Nacht» – übersehen.

Die Gutmütigkeit ist ausgenutzt worden

Noch schlimmer erging es dem gutmütigen Bruno Staub, der auf offener Strasse von einem Rumänen übertölpelt wurde. Als der Südosteuropäer jammerte: «Ich kann in der Schweiz nicht tauschen mein Geld», fragte Staub nach dem Wert der rumänischen Lei. «Ich Geld habe für 250 Franke». Staub willigte in den Geldtausch ein. Er drückte dem Rumänen gar 260 Franken in die Hand. Das böse Erwachen folgte am nächsten Tag, als Bruno Staub die Bank aufsuchte und zu hören bekam «So alts Gäld chönd mer nümme entgägenäh, es gäbt für das zudem nur drü Franke». Während einige Leute im Publikum verschmitzt lächelten, schien die grosse Mehrzahl ihren Mitbewohner zu bedauern. Weitere, zum Teil absurde Geschichten, sind im gedruckten Bergspiegel nachzulesen, der für 5 Franken zu haben ist.

Der als Stargast verpflichtete Comedian Charles Nguela, der im Kongo zur Welt kam, in Südafrika und Lenzburg aufwuchs und nun in Dietikon ZH lebt, sorgte mit humorvollen, aber auch nachdenklich stimmenden Erkenntnissen für ein besonderes Highlight des vergnüglichen Abends. Nguela nahm die Geheimnisse des Zusammenlebens in der Schweiz genau unter die Lupe. So bemerkte er unter anderem scharfsinnig: «Wenn jemand ein Gespräch mit den Worten ‹bei allem Respekt› eröffnet, sind die darauffolgenden Worte ziemlich sicher respektlos.»

Am 11. Februar 2021 wird «Menzikus, wie es singt und lacht» sein 50-Jahr-Jubiläum feiern. Der OK-Chef Mäsi Hegglin verriet bereits, wer der Stargast sein wird: Peach Weber.