Am Zuger Seeufer soll bald ein zweites «Beizli» entstehen

Der Stadtrat will am See ein neues Angebot schaffen. Dieses soll für noch mehr Durchmischung des Publikums sorgen.

Laura Sibold
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Am Zuger Alpenquai soll bald eine Buvette enstehen, ähnlich wie jene in der Männerbadi.

Am Zuger Alpenquai soll bald eine Buvette enstehen, ähnlich wie jene in der Männerbadi.

Bild: Stefan Kaiser

«Uns gelangte zur Kenntnis, dass zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zug sich im Bereich der Zuger Seeuferpromenade, namentlich im Abschnitt Alpenquai – Rehgehege – Schützenmatt – Seebad Siehbach, unsicher fühlen», schreiben die Stadtparlamentarier Etienne Schumpf und Alexander Eckenstein in der Interpellation, die sie im Herbst 2019 im Namen der FDP-Fraktion eingereicht haben. Darin stellten sie dem Stadtrat eine Reihe von Fragen bezüglich ihrer Sicherheitsbedenken am Zuger Seeufer.

Der Stadtrat betont in seiner nun vorliegenden Antwort, dass ihm aktuell nicht bekannt sei, dass sich Teile der Bevölkerung an der Uferpromenade unsicher fühlten. Dennoch sei ihm die Sicherheit entlang des Seeufers ein grosses Anliegen, weshalb man eng mit der Zuger Polizei und der Securitas zusammenarbeite.

«Die Stadt Zug kauft bei der Zuger Polizei und bei privaten Sicherheitsdiensten jährlich Leistungen in der Höhe von 220'000 Franken ein.»

Der entsprechende Beschluss des Grossen Gemeinderates (GGR) sei bis Ende 2020 gültig. Der Stadtrat werde aber bald eine Vorlage in den GGR bringen, worin er die Finanzierung der Zusammenarbeit mit der Polizei und mit privaten Sicherheitsdiensten ab 2021 für weitere vier Jahre regeln wolle.

Präventionskonzept hat sich bewährt

Parallel zum Leistungseinkauf bei der Zuger Polizei hat der Stadtrat von Mai bis September 2019 die Securitas mit zwei regelmässigen Patrouillen beauftragt. Aufgabe der uniformierten Präventionspatrouille war es, durch sichtbare Präsenz und aktive Kommunikation präventiv und vermittelnd zu wirken – und so das subjektive Sicherheitsgefühl der Anwesenden zu stärken. Die zivile Kontaktpatrouille (KIP) hat zudem freitags und samstags entlang des Zuger Seeufers niederschwellig den Kontakt mit einzelnen Gruppierungen gesucht, um ein gewisses Vertrauensverhältnis aufzubauen. Das bisherige Präventionskonzept habe sich grundsätzlich bewährt, betont der Stadtrat in seiner Antwort. Entsprechend sei vorgesehen, im Jahr 2020 ähnlich vorzugehen wie 2019 und die erwähnten Patrouillen sowie die Dienstleistungen des Sicherheitsassistenzdienstes der Zuger Polizei gleichermassen einzusetzen.

Gebiet wird primär von Jugendlichen genutzt

Zwar sei die Sicherheit entlang des Zuger Seeufers gewährleistet, dennoch brauche es eine weitere Massnahme, schreibt der Stadtrat. Während sich das neue Gastrokonzept bei der Männerbadi nämlich bewährt habe und für eine soziale Durchmischung sorge, «besteht bei der Seeuferanlage im Bereich Alpenquai bezüglich Ruhe und Ordnung nach wie vor Handlungsbedarf». Das Gebiet werde in den späteren Abendstunden während der warmen Jahreszeit primär von Jugendlichen und Jugendgruppen genutzt.

«Im Gegensatz zu den Bereichen Landsgemeindeplatz, Vorstadtquai und neu der Anlage beim Siehbach gibt es beim Alpenquai kein Gastroangebot, welches die Durchmischung des Publikums fördert und die Seeanlage belebt.»

Gestützt auf ein Aussprachepapier des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit (SUS) hat der Stadtrat entschieden, den Bereich Alpenquai – ähnlich wie beim Siehbach – mit einer Buvette zu bereichern. Er hat das Departement SUS mit der Umsetzung beauftragt. Offen sei noch, ob der Start der neuen Buvette noch in diesem Jahr gelinge. Dies hänge von der Anzahl Interessenten ab, die sich auf eine Ausschreibung melden würden.

Polizei rückte 2019 in diesem Bereich 18 Mal aus

(ls) Auf die Frage der Interpellanten zu den polizeilichen Interventionen antwortet der Stadtrat wie folgt: Im Bereich der Uferpromenade habe es 2019 eine versuchte Vergewaltigung, eine Tätlichkeit, fünf Sachbeschädigungen (davon zwei in der WC-Anlage Katastrophenbucht), zwei Diebstähle, zwei Ausweisdiebstähle oder Ausweisverluste, drei Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie vier polizeiliche Anhaltungen gestützt auf das Polizeigesetz oder die Strafprozessordnung gegeben.