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«Ambulant vor stationär» zeigt Wirkung

Im Kanton werden seit dem 1. Januar 2018 bestimmte Eingriffe grundsätzlich ambulant durchgeführt. Die Spitäler und die Gesundheitsdirektion ziehen ein positives Fazit – allerdings rechnen sich die ambulanten Eingriffe noch nicht.
Andrea Muff
Beim Kantonsspital Zug in Baar ist man bislang überzeugt von «ambulant vor stationär». (Bild: Stefan Kaiser)

Beim Kantonsspital Zug in Baar ist man bislang überzeugt von «ambulant vor stationär». (Bild: Stefan Kaiser)

Seit über einem Jahr gilt im Kanton Zug «ambulant vor stationär». Die Liste der ambulant durchzuführenden Untersuchungen und Behandlungen reicht von bestimmten Augenoperationen bis etwa zum Entfernen von Krampfadern. Seit Anfang 2018 ist sie in Kraft. Die kantonale Gesundheitsdirektion zieht ein positives Fazit. Gesundheitsdirektor Martin Pfister wird in der entsprechenden Mitteilung zitiert: «Der medizinische Fortschritt ermöglicht, dass immer mehr Eingriffe ambulant vorgenommen werden können. Dies bei gleicher Qualität und Sicherheit wie bei einem stationären Aufenthalt – aber mit geringerem Aufwand.» Die Zuger Gesundheitsdirektion hat nun laut Mitteilung die Zahlen des ersten Halbjahres 2018 auswerten lassen und auch mit den Leistungserbringern gesprochen. Das Fazit: «Die Massnahme wirkt wie gewünscht.» Denn die Zahl der stationären Aufenthalte sei in Zug «spürbar zurückgegangen». Auch nach Einführung der «ambulant vor stationär»-Liste besteht bei der Behandlung ein Handlungsspielraum. Falls medizinische Gründe für einen stationären Aufenthalt vorliegen, sei dies nach wie vor möglich, heisst es in der kantonalen Mitteilung. Die Zusammenarbeit zwischen der Gesundheitsdirektion und den Spitälern und Kliniken laufe sehr erfreulich.

Über 300 zusätzliche ambulante Eingriffe

Dies bestätigt auch Jonas Zollinger, Direktor der Andreas-Klinik Cham Zug. Er sagt: «Wir teilen die gleiche Einstellung wie die Gesundheitsdirektion und die gleichen Grundwerte bei den Ausnahmekriterien, welche eine stationäre Behandlung im Einzelfall bedingen.» Er erklärt weiter: «Wir arbeiten mit einem Belegarzt-System, indem jeder Arzt persönlich seine Patienten operiert und betreut.» In der Andreas-Klinik werden die ambulanten Operationen grösstenteils während des regulären OP-Programms des Operateurs durchgeführt. Zu den häufigsten durchgeführten Eingriffen im letzten Jahr gehören Hysteroskopien (Gebärmutterspiegelungen) und Arthroskopien (Gelenkspiegelungen). «Im Bereich Gynäkologie wurden bereits vor der Einführung von ‹ambulant vor stationär› viele Eingriffe ambulant durchgeführt», weiss Jonas Zollinger. Momentan rechnet sich das neue System für die Andreas-Klinik nicht: «Die Abgeltung der ambulanten Eingriffe deckt aktuell nicht in jedem Fall die Kosten», gibt der Direktor Auskunft und fügt hinzu, dass dies mit noch effizienteren Prozessen möglichst kompensiert werden müsse, was aber nicht immer möglich sei. «Wir würden eine Reform bei der Vergütung der ambulanten Fälle sehr begrüssen – wie viele andere Spitäler auch.»

Im Zuger Kantonsspital sieht es im finanziellen Bereich ähnlich aus: «Die ambulanten Einnahmen belaufen sich durchschnittlich auf 50 Prozent der bisherigen stationären Entschädigung und sind nicht kostendeckend», weiss Mediensprecherin Sonja Metzger. Seit der Umsetzung von «ambulant und stationär» verzeichnet das Zuger Kantonsspital etwas über 300 zusätzliche ambulante Eingriffe. Am meisten in der Handchirurgie, heisst es auf Nachfrage. «Organisatorisch wurden keine wesentlichen Veränderungen nötig», versichert Metzger. Denn bereits vor Einführung der Liste seien viele Untersuchungen und Behandlungen ambulant durchgeführt worden. Die bisherige Zunahme lasse sich gut in das bestehende Operationsprogramm integrieren. Sonja Metzger resümiert, dass die neuen Vorgaben «ambulant vor stationär» innert kurzer Zeit gut umgesetzt worden seien. «Sollten die ambulanten Eingriffe künftig stark zunehmen, sind zusätzliche Massnahmen wie beispielsweise die räumliche Trennung von ambulanten und stationären Eingriffen zu prüfen.»

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