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Ambulant vor stationär gibt rote Zahlen im Spital Muri

Freiämter Spital steht auf finanziell gesundem Fundament. Es warten jedoch Herausforderungen in der Zukunft.
Eddy Schambron
Itai Pasternak arbeitet seit Februar 2018 erfolgreich als Leitender Arzt Handchirurgie am Spital Muri. (Bild: Archiv/Andrea Weibel)

Itai Pasternak arbeitet seit Februar 2018 erfolgreich als Leitender Arzt Handchirurgie am Spital Muri. (Bild: Archiv/Andrea Weibel)

Das Spital Muri hat letztes Jahr einen Verlust eingefahren. Immerhin: Anstatt einem budgetierten Defizit von 2,2 Millionen Franken sind es «nur» 654000 Franken, wie CFO Rainer Leuthard ausführte. Grund ist allerdings nicht eine schlechte Auslastung, sondern ein von der Politik diktierter Tarif für ambulante Behandlungen, «mit dem kein Spital leben kann». Insgesamt schauen Sabina Rüttimann, Präsidentin des Stiftungsrates, und CEO Daniel Strub sowie Leuthard auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Ambulant vor stationär, das hat auch im Spital Muri Einzug gehalten. Allerdings deckt der Tarmed-Tarif, «ursprünglich für Hausarzt-Praxen festgelegt», wie Strub erklärt, die Kosten in einem Spital nicht. Für ihn ist klar, dass Tarifanpassungen im momentanen Umfeld «chancenlos» sind, aber dass eine Lösung gefunden werden muss, der für die Spitäler passt. Die ambulante Behandlung sei von den Patientinnen und Patienten sehr gut aufgenommen worden. «Die Befragungen haben ein durchweg positives Echo ergeben.»

Mit unerwartetem Erfolg ist neu die Handchirurgie am Spital Muri gestartet, die von Itai Pasternak seit Februar als Leitender Arzt geführt wird. Seit Herbst finden Endoskopien, also Magen-, Darm- und Lungenspiegelungen in neuen, modernen Räumlichkeiten statt.

Gery Teufelberger in der Spitalleitung

Die neue Infrastruktur biete den Spezialistinnen und Spezialisten optimale Bedingungen für eine komfortable Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten. Für die Radiologie wurde ein weiterer Magnetresonanztomograf angeschafft. Er ermöglicht verbesserte und komfortablere Untersuchungen des Kopfs, der Prostata oder von Händen und Füssen. Weiter hat der Stiftungsrat Gery Teufelberger per 1. Juli 2018 in die Spitalleitung gewählt.

Er löst Vladimir Kaplan als ärztliche Vertretung in der Führung des Spitals ab. Freude hat Strub daran, dass die neu eingeführten Publikumsvorträge jeweils auf grosses Interesse stossen. Mit der Umsetzung von Massnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Gleichstellung von Frau und Mann hat das Spital offiziell das Prädikat «Familien und Beruf» von einer unabhängigen Fachstelle verliehen bekommen.

Der Stiftungsrat will bis 2020 eine Strategie für das Freiämter Spital erarbeiten. Es soll die Geriatrie zusammen mit Partner- institutionen aufgebaut und die Dialyse ausgebaut werden. Mit zwei zusätzlichen Operationssälen besteht zusätzliche Kapazität für mehr Eingriffe. Schliesslich wird eine Kooperation mit dem Kantonsspital Baden eingegangen, wobei schon heute eine Zusammenarbeit besteht. «Die Kooperation hört allerdings dort auf, wo wir Selbstständigkeit verlieren», unterstreicht Strub.

Und schliesslich ist nach dem Bau – die jetzigen Bauprojekte im Umfang von rund 62 Millionen Franken werden dieses Jahr abgeschlossen – vor dem Bau: «Wir planen die Weiterentwicklung des Spitalareals und werden eine Kindertagesstätte realisieren.»

Auch der Stiftungsrat stand 2018 auf der Schwelle zwischen Vergangenheit und Zukunft, wie Präsidentin Sabina Rüttimann ausführt. Peter Huwyler, Theres Lepori und Willy Villiger haben den Stiftungsrat verlassen, Iren Bischofberger, Pflege- und Gesundheitswissenschafterin, Harry Lütolf, Einwohnerrat Wohlen und Grossrat, sowie Kerstin Moeller, vormals Direktorin Spital Schwyz und ehemalige Gemeinderätin Mettmenstetten, haben neu Einsitz genommen. Zusätzlich wird später noch ein Mitglied der Gemeindeammännervereinigungen des Bezirks Bremgarten und des Bezirks Muri das Gremium ergänzen.

Trotz Minus auf gesunden Füssen

Finanziell steht das Spital Muri, trotz einem roten Abschluss, gesund da, wie CFO Rainer Leuthard ausführt. Die Rechnung weist ein Eigenkapital von 65,5 Millionen Franken aus. Im Budget 2019 steht ein Negativergebnis von knapp 2,5 Millionen Franken. «Die heutigen Rahmenbedingungen tun schon weh, und wir hoffen, dass sie nicht noch enger werden, sondern besser».

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