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Das versetzte Wegkreuz von Steinhausen

HINGESCHAUT: 1972 fand das grosse Steinkreuz beim Friedhof seinen heutigen Platz. Einst hatte es insbesondere zu Fronleichnam fromme Gläubige angezogen.
Andreas Faessler
Stand einst an einem ganz anderen Ort: das grosse neugotische Wegkreuz am Fussweg zum Hof Erli in Steinhausen. (Bild: Andreas Faessler, 24. Mai 2019)

Stand einst an einem ganz anderen Ort: das grosse neugotische Wegkreuz am Fussweg zum Hof Erli in Steinhausen. (Bild: Andreas Faessler, 24. Mai 2019)

Wegkreuze sind wie stille Wegbegleiter, vor allem in unserer Region sind sie scheinbar allgegenwärtig, so häufig, dass man ihnen vielleicht irgendwann keine Beachtung mehr schenkt. Dabei ist jedes einzelne von ihnen auf seine Art schön und einzigartig. Manche haben eine besondere Geschichte, haben vielleicht nicht immer schon an ihrem Ort gestanden.

Auch das stattliche Kreuz an der südlichen Ecke des Friedhof Erli in Steinhausen wüsste mehr zu erzählen als andere. Es steht am Rande des Friedhofparkplatzes direkt am Fussweg nach dem Hofe Erli. Es ist auffallend gross – mindestens zweimal mannshoch – und steht auf einem aussergewöhnlich grossen Sockel. Auf der Rückseite ist die Jahreszahl 1861 zu lesen. Ursprünglich stand dieses Kreuz vis-à-vis der Einmündung der Höfen- in die Blickensdorferstrasse am heutigen Siedlungsrand im Tann. An dieser Stelle hatte einst ein Barockkreuz aus dem Jahre 1746 gestanden, welches als «Kreuz bei dem Tanngatter» bezeichnet war. Mitte des 19. Jahrhunderts war dieses Vorgängerkreuz marod geworden, und spätestens bei der Verbreiterung der Blickensdorferstrasse hat man es entfernt und demzufolge im Jahre 1861 mit unserem neugotischen Wegkreuz ersetzt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts soll beim Tannkreuz jeweils zu Fronleichnam ein Altar aufgestellt worden sein, wie der Zuger Historiker Josef Grünenfelder beschreibt. 1972 schliesslich wurde das Kreuz vom Tann an seinen heutigen Standort am Weg nach dem Erli versetzt.

Der Kreuzsockel besteht aus drei massiven, sich verjüngenden Elementen, dessen oberstes frontseitig mit feinem neugotischen Masswerk versehen ist. Der Sockel mitsamt Kreuzkonsole ist fast so hoch wie das Kreuz selbst. Dieses ist recht schlicht mit klaren, geraden Formen. Einzig die Armenden ziert schlichtes Masswerk.

Mit «Hingeschaut» gehen wir wöchentlich Fundstücken mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach.

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