Leserbrief

An der Wirklichkeit vorbei

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 29. November über die Initiative «Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten»

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Die Initiative für ein Finanzierungsverbot von Kriegsmaterialproduzenten ist typisch für Verbotsparteien. Sie ist scheinheilig, gut gemeint, schädlich, unwirksam, soll aber unser Gewissen beruhigen.

Die Initianten sind der Illusion verfallen, dass künftig weniger oder keine Waffen mehr produziert würden, dass es keine militärischen Konflikte mehr gäbe, wenn die Schweiz die Finanzierung waffenproduzierenden Unternehmen verhinderte oder erschwerte. Die Schweiz würde sicherer.

Die Wirklichkeit ist leider anders. Eine waffen- und gewaltfreie Welt wäre schön, ist aber leider unrealistisch. Waffen werden immer hergestellt und gebraucht werden. Auch für die Schweiz, für unsere Sicherheit.

Das Finanzierungsverbot hätte auf die weltweite Waffenproduktion keinen Einfluss, würde sich jedoch auf die Anlagestrategien von AHV, SNB, Pensionskassen und Stiftungen sehr nachteilig auswirken. Jeder Einzelne wäre betroffen.

Für unsere einheimische Rüstungsindustrie sowie für viele KMU-Unterlieferanten würde die Kapitalbeschaffung unnötig erschwert. Viele Arbeitsplätze würden gefährdet, der Schweizer Finanzplatz benachteiligt.

Die Initiative für ein Finanzierungsverbot von Kriegsmaterialproduzenten ist unwirksam, unnötig, schädlich, und ich empfehle Ihnen, dieses deshalb abzulehnen.

Albert C. Iten, alt Kantonsrat, Gemeinderat CVP, Zug