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Andrea Ming holt Top-Ten-Platzierung nach turbulentem Rennjahr

Mountainbikerin Andrea Ming des Veloclubs Baar-Zug fährt an der Schweizer Meisterschaft auf Rang acht.

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Es war eine recht spezielle Mountainbike-Saison 2020 mit nur ein paar ganz wenigen Rennen. Generelle Situation mit Corona: Alles ist anders im Coronajahr 2020. Alle Fahrer sind nur schon froh, dass es überhaupt Organisatoren gibt, die unter diesen anspruchsvollen Rahmenbedingungen Rennen durchführen.

So nehmen wir selbstverständlich auch in Kauf, dass wir im Startblock bis kurz vor dem Start die Maske tragen, sie dann ins Trikot stecken, damit wir sie nach der Zieleinfahrt sofort wieder anziehen können – auch wenn sie dann etwas verschwitzt ist. Das Zielgelände muss nach Einfahrt jeweils rasch verlassen werden. Und mit Ausnahme der O-Tour gab es kein Festzelt und keine Rangverkündigungen. Die Preise wurden aufgrund der speziellen Situation nach Hause geschickt.

Die Velofahrerin Andrea Ming.

Die Velofahrerin Andrea Ming.

Bild: PD

Dank Corona war das Engadin Giro Bike-Rennen mit diversen erstklassigen Cross-Country-Fahrerinnen sehr gut besetzt (u.a. Anne Tauber, NED, Weltcup-Siegerin; Alessandra Keller und Linda Indegard, CH, Elisabeth Brandau, D) mit 22 Lizenzierten und total 52 Frauen am Start. Das Rennen fand mit drei Tagesetappen vom 10. bis am 12. Juli statt. Es war dann auch richtig toll, dass ich ständig eine Frau vor, mit oder hinter mir sah. Normalerweise ist man auf den Frauen-Marathons fast fünf Stunden mehr oder weniger alleine unterwegs.

Die erste Etappe war sozusagen ein Sprint für uns Marathon-Fahrerinnen mit einer Renndauer von einer Stunde und 50 Minuten. Mein Puls war im Schnitt bei 168 Schlägen, stieg bis auf 179 und der Kopf explodierte fast.

Doch ich konnte mit Esther Süess respektive Ariane Lüthi nicht mithalten. Da war ich natürlich enttäuscht, konnte aber mit der Niederländerin Anne Tauber praktisch gleichziehen.

Das war ja auch nicht schlecht! Mit einem guten zehnten Rang und einem geringen Rückstand war ich doch sehr zufrieden, denn ich fuhr auch technisch ein fehlerloses Rennen. Bei dieser kurzen Distanz und auf diesem Niveau genügt es, einmal nur kurz den Fuss abzusetzen oder gar abzusteigen, und die Kolleginnen sind schon weg; das liegt nicht drin.

Auf der zweiten Etappe mit 2500 Höhenmetern war das Wetter völlig unklar, die Prognosen wechselten ständig. Ich war gut angezogen und für vieles bereit. Meine Beine fühlten sich genial an! Ich war nach drei Stunden ein paar Sekunden vor Esther Süess und Ariane Lüthi auf dem siebten Platz! Das war – theoretisch – ein ganz gutes Gefühl!

Muss Rennen wegen Unterkühlung aufgeben

Es war nur theoretisch ein gutes Gefühl, weil ich spürte, dass ich sorgfältig mit meinen Ressourcen umgehen musste. Wir waren nun längere Zeit zwischen 2200 und 2700 Meter über Meer unterwegs, es begann zu winden und dann auch noch in Strömen zu regnen, und das bei frischen fünf Grad: Definitiv nicht meine präferierten Bedingungen. Nach vier Stunden und einer langen Abfahrt musste ich das Rennen unterkühlt leider aufgeben. Ich schaffte es nicht mal, mehr meine Handschuhe auszuziehen, ich wurde ins Auto gepackt und mit Wolldecken umhüllt.

Ich durfte dann am Sonntag zur dritten Etappe starten, aber ohne Gesamtwertung, da ich am Vortag ja nicht fertig gefahren bin. Ich hatte mich erstaunlich gut erholt vom Samstag. Die Sonne schien und ich genoss die sehr schöne aber zugleich auch strenge Etappe auf den Suvrettapass. Ich konnte wiederum drei Stunden mit Anne Tauber und Esther Süess mithalten und verlor dann auf den letzten 15 Kilometern noch zwei respektive fünf Minuten auf die beiden und wurde schliesslich elfte.

Fanclub in Obwalden verhilft zu drittem Rang

Die O-Tour in Alpnach durfte ich, als ursprüngliche Obwaldnerin, wie immer mit einem sensationellen Fanclub fahren! Ich konnte ein gutes und solides Rennen absolvieren und platzierte mich auf meinem Standardrang – dem dritten Platz – wie eigentlich immer hinter der noch amtierenden Schweizer Meisterin Ariane Lüthi und Esther Süess. An der darauffolgenden Schweizer Meisterschaft am 19. September in Scuol hätte ich natürlich im Minimum gerne meinen dritten Platz verteidigt. Doch die Konkurrenz war dieses Jahr sehr gross. Über 30 Fahrerinnen und wieder einige Cross-Country-Fahrerinnen, welche den MTB-Sport professionell ausüben, waren mit dabei. Nachdem ich schon während der letzten sechs Wochen feststellen musste, dass ich im Moment meine maximale Leistung nicht erreichen kann, war ich schlussendlich dankbar, dass ich es bis ins Ziel schaffte.

Dass ich dann doch noch den achten Rang herausfuhr, muss ich als sehr positiv werten. Ich habe beruflich eine höchst intensive Zeit hinter mir und setze meine Prioritäten wie immer auf den Beruf.

Hinweis
Weitere Informationen zum Veloclub Baar-Zug finden Sie unter www.vcbaar-zug.ch.

Rennbericht für den Veloclub Baar-Zug:
Andrea Ming

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