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Andreas Hotz fordert Matthias Michel heraus

Wen wählen die Zugerinnen und Zuger als ihre Vertreter in den Stände- und Nationalrat? Entscheidend sind dafür nicht nur die Kandidaten, sondern auch die Taktik der Partien. Ein erster Überblick zeigt, dass sich auch Frauen für die Sitze in Bern interessieren.
Charly Keiser

Die Kantone Zug und Glarus sowie die Halbkantone Appenzell Innerrhoden und Obwalden haben noch nie eine Frau in den National- oder Ständerat gewählt. Zug hat zwei Ständeratssitze und darf drei Nationalräte nach Bern schicken, diese werden im Proporz gewählt. Die Wahlen für das eidgenössische Parlament finden am 20. Oktober statt. Momentan bringen sich im Kanton Zug bereits einige Kandidaten in Stellung – darunter auch Frauen.

Wie auf ihrem Facebook-Profil zu lesen ist, kandidiert alt CVP-Stadträtin Andrea Sidler Weiss für den Ständerat. «Ich will den frei werdenden Sitz von Joachim Eder erobern und vertrete als Parteilose die Mehrheit der Stimmbürger», sagt die 55-Jährige. Ihr ehemaliger Parteikollege Peter Hegglin hat Anfang Jahr klar gemacht, dass er erneut zur Wahl in den Ständerat antreten wird.

Die FDP muss hingegen den Ständeratssitz von Joachim Eder verteidigen, der sich nicht mehr zur Wahl stellt. Alt Regierungsrat Matthias Michel hat vor kurzem sein Interesse am FDP-Sitz bekundet. Doch er bekommt es mit Konkurrenz aus den eigenen Reihen zu tun. Denn der ehemalige Baarer Gemeinderatspräsident Andreas Hotz bestätigt das Gerücht, dass er sich am 8. März von der FDP Baar als Kandidat zuhanden der Kantonalpartei nominieren lassen will. «Das ist keine Kandidatur gegen Matthias Michel», betont er: «Ich möchte, dass die Partei eine Auswahl hat und natürlich würde ich den Kanton Zug gerne in Bern vertreten.»

Geringe Chancen

Zwar werden auch die Alternativen und die SP jemanden für den Sitz in der kleinen Kammer in den Wahlkampf schicken. Beide Partien verweisen aber auf ihre geringen Chancen.

Hoch gehandelt werde bei der SVP Heinz Tännler, der als Finanzdirektor über die Grenzen des kleinen Kantons hinaus bekannt geworden sei, schrieb die NZZ Anfang Monat. Doch dieser gibt sich bedeckt. «Es ist im Moment nicht der Zeitpunkt über meine mögliche Kandidatur zu sprechen. So bin ich unter anderem mit der Umsetzung des Bundesgesetzes über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung beschäftigt.» Kantonalpräsident und Nationalrat Thomas Aeschi «würde es sehr gerne sehen, wenn Tännler für die SVP in die Hosen steigen würde». Aeschi selber will wieder für die Wahl in den Nationalrat antreten. Er betont: «Natürlich muss zuerst alles von der Parteiversammlung abgesegnet werden.» Da auch Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz, eine weitere Legislatur anhängen möchte, konzentriert sich der Zuger Nationalratswahlkampf auf den Sitz von Bruno Pezzatti, der bekanntlich für die FDP nicht mehr antritt.

Rückeroberung als grosses Ziel

«Unser grosses Ziel ist die Rückeroberung des Sitzes für die Linke», sagt Alternative – die Grünen-Co-Präsident Andreas Lustenberger: «Wir werden mit vielen bekannten Leuten antreten und hoffen, dass wir dank der Listenverbindung mit der SP zum Erfolg kommen.» Die Gespräche und Hearings seien im vollen Gang, sagt Lustenberger, doch definitiv sei noch nichts.

Auch die SP sei in aktiven Gesprächen mit möglichen Kandidaten, sagt deren Parteipräsidentin Barbara Gysel. «Wir treten sowohl beim Stände- wie beim Nationalrat an und tun dies mit Listenverbindungen mit den Alternativen.» Aus realistischen Gründen konzentriere sich der Kampf auf den Nationalrat. «Wir geben alles, um den linken Sitz wieder zurückzuholen.» Ebenfalls alles will natürlich die FDP zur Verteidigung ihres Sitzes unternehmen. Sie habe ihr Interesse signalisiert und würde den Kanton Zug gerne in Bern vertreten, sagt Stadtzugerin Karen Umbach und Andreas Kleeb erklärt: «Ich bin im Gespräch mit der Partei und bin interessiert. Der Grundsatzentscheid ist aber noch nicht gefallen. Denn ich muss noch abwägen, ob und wie ich das Amt mit dem Beruf und dem Privaten vereinbaren kann.»

Taktische Entscheide

Entscheidend dürfte bei der Wahl in den Nationalrat sein, ob alt Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard (ALG) nach Bern will, oder sie sich nur als Zugpferd für den Ständeratswahlkampf zur Verfügung stellt. Manuela Weichelt war auf Anfrage unserer Zeitung nicht erreichbar.

Neben den Kandidierenden zählen auch taktische Entscheide: Von Bedeutung für die FDP sind die Listenverbindungen. Denn während wohl CVP und SVP ihre Sitze im Alleingang behaupten könnten, sind die Liberalen auf einen Partner angewiesen. Würden die Bürgerlichen ihre Listen verbinden, könnten sie wohl die drei Sitze halten. FDP und SVP würden zusammen wahrscheinlich ebenfalls problemlos zwei Sitze machen. Interessant ist, dass sich die GLP beim Zusammengehen mit der CVP-Fraktion im Kantonsrat dazu verpflichtet haben soll, keine Listenverbindung mit den Linken einzugehen.

Klar ist: Die Wahl wird spannend und auch Frauen stehen am Start für den Weg nach Bern.

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