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ARA Cham wird auf Vordermann gebracht

Die «Faulung» in der Kläranlage Schönau ist rund 40 Jahre alt. Im Sinne der Werterhaltung plant der Gewässerschutzverband einen Ersatz der ganzen Verfahrenstechnik. Ein anderes Grossprojekt konnte erfolgreich fertiggestellt werden.
Rahel Hug
In den beiden Faultürmen wird der anfallende biologische Schlamm verarbeitet. (Bild: Maria Schmid, Cham, 18. Februar 2019)

In den beiden Faultürmen wird der anfallende biologische Schlamm verarbeitet. (Bild: Maria Schmid, Cham, 18. Februar 2019)

Das Bevölkerungswachstum im Kanton Zug macht sich vielerorts bemerkbar: Auch in der Kläranlage Schönau in Cham. Die Infrastruktur wird durch die Abwässer aus dem Einzugsgebiet stark beansprucht. Beim Prozess der Abwasserreinigung fällt biologischer Schlamm an, der in zwei Faultürmen separat verarbeitet wird. Bei diesem Schritt entsteht Klärgas, welches für die Eigenversorgung mit Strom und Wärme genutzt wird. Gleichzeitig wird so auch die Menge an Klärschlamm, der extern verbrannt werden muss, um rund 50 Prozent reduziert. Die «Faulung» genannte Anlage ist rund 40 Jahre alt und muss deshalb erneuert werden. Die entsprechende Ausschreibung wurde kürzlich im «Zuger Amtsblatt» publiziert.

«Das Projekt dient in erster Linie dem Werterhalt», gibt Bernd Kobler, Geschäftsführer des Gewässerschutzverbandes der Region Zugersee-Küssnachtersee-Ägerisee (GVRZ), Auskunft. Bei den Rohrleitungen und Maschinen sei ein Ersatz notwendig. «Aber auch die Bausubstanz ist sanierungsbedürftig», so Kobler. Da in den Anlagen Klärgas entstehe, gehe es auch um sicherheitsrelevante Aspekte. Sanierungsbedürftig ist auch der Gasspeicher. Laut Bernd Kobler wurde entschieden, den Gasspeicher an einem anderen Ort neu zu erstellen. «Der freiwerdende Platz kann zu einem späteren Zeitpunkt für einen dritten Faulturm genutzt werden, wenn dies aufgrund der zunehmenden Bevölkerung notwendig wird.»

Genaue Kosten werden im Herbst bekannt

Konkret soll laut Bernd Kobler die gesamte Verfahrenstechnik ersetzt werden. Dasselbe gilt für die gesamte Steuerung der Anlage, die Wärmeversorgung und das Gassystem. Bei der aktuellen Ausschreibung handelt es sich um eine Generalplaner-Ausschreibung, die das Erstellen des Bauprojekts und die Umsetzung enthält. «Die genauen Kosten für das Projekt werden im Herbst 2019 bekannt sein», führt Kobler aus. Aufgrund der laufenden Ausschreibung möchte er keine Aussage zu den Kosten machen.

Wird der Kredit für das Projekt im November 2019 durch die Delegiertenversammlung genehmigt, erfolgen danach die Unternehmerausschreibungen. Die Sanierung der beiden Faultürme und der Neubau des Gasometers würden dann, so der Geschäftsführer, 2020/2021 durchgeführt. «Aktuell ist der Projektabschluss für 2022/2023 vorgesehen.»

Es ist nicht lange her, dass in der «Schönau» ein ebenfalls grosses Projekt umgesetzt wurde. Im Sommer 2017 fand der Spatenstich statt für die sogenannte vierte Reinigungsstufe statt. Neu sollen neben den gewöhnlichen Schmutzstoffen auch Medikamentenrückstände und andere Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser entfernt werden. Die vierte Reinigungsstufe habe wie geplant fertiggestellt werden können, sagt Bernd Kobler zu diesem Projekt. Der Objektkredit von 15,5 Millionen Franken könne eingehalten werden. Der Abschluss ist für September vorgesehen.

Einweihung findet am 5. Oktober statt

Mitte Januar wurde die Anlage gemäss Bernd Kobler ein erstes Mal in Betrieb genommen. «Seitdem fahren wir das System sozusagen ‹mit halber Kraft›. Dabei werden verschiedene Funktionstests durchgeführt.» Ab März soll dann die volle Leistung gefahren werden. «Dann müsste auch bereits das Leistungsziel zu schaffen sein.»

Der Geschäftsführer ist zufrieden. Mit dieser zusätzlichen Reinigungsstufe gehöre die Abwasserreinigungsanlage, kurz ARA, Schönau zu den führenden Schweizer Kläranlagen. «Besonders stolz bin ich aber auf die Leistung unserer Mitarbeiter. Trotz der vielen Einschränkungen durch die Baustelle, war es möglich die hohe Reinigungsleistung der Kläranlage zu halten.» Das sei bei einem Projekt in dieser Grössenordnung nicht selbstverständlich. Der Abschluss des Projekts und die Einweihung der neuen Anlage möchten die Verantwortlichen der ARA gemeinsam mit der Bevölkerung feiern. Die Einweihung findet am 5. Oktober statt.

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