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ANSTELLUNG: Ruedi Beglinger: «Tschümperlin erfüllt die Anforderungen»

Ein ehemaliger Kollege von alt SP-Nationalrat Andy Tschümperlin bezweifelt dessen Eignung für eine Kaderstelle beim Kanton Zug. Der Schwyzer kontert die Vorwürfe und wird dabei von seinem neuen Arbeitgeber unterstützt.
Charly Keiser
Zuger Fahne im Wind. (ARchivbild: Christof Borner-Keller)

Zuger Fahne im Wind. (ARchivbild: Christof Borner-Keller)

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Am 1. November tritt Andy Tschümperlin sein Amt als Abteilungsleiter Soziale Dienste Asyl des Kantons Zug an. Der 55-Jährige ist nicht irgendwer, sondern er ist schweizweit bekannt. Sass er doch für die SP des Kantons Schwyz von 2007 bis 2015 im ­Nationalrat und wurde dann – für ihn höchst unerwartet – abgewählt. Das abrupte Ende traf Tschümperlin und seine Partei umso mehr, als er damals die SP-Bundeshausfraktion anführte.

Er bezweifle sehr, dass Tschümperlin für den Job geeignet sei, sagt Ruedi Beglinger, der als Stellvertreter von Tschümperlin beim Integrations-Brücken-Angebot in Zug tätig war, wo der Schwyzer ab 2007 in einem 50-Prozent-Pensum arbeitete. Beglinger begründet: «Tschümperlin hat uns Lehrern erzählt, dass er jetzt Nationalrat sei und deshalb am Ende seiner Ausbildung als Schulleiter keine Diplomarbeit geschrieben habe.»

Beglinger verweist zudem auf einen Artikel im «Tages-Anzeiger». «Konsensorientierte Teamarbeit und motivierende Führung sehen für seine Kritiker anders aus», heisst es dort über Schulleiter Tschümperlin. Beglinger sagt dazu: «Ich kann die dortigen Aussagen bestätigen. Tschümperlin hat seine Gesprächstermine mit Lehrern oftmals nicht eingehalten oder auch mal Lektionen ausfallen lassen, wenn er am Freitag in der ‹Arena› im Schweizer Fernsehen auftrat.» Beglinger zitiert ausserdem das Stelleninserat für die Suche des Abteilungsleiters Soziale Dienste Asyl und moniert: «Es wird darin ein Hochschulabschluss oder eine gleichwertige Ausbildung vorausgesetzt. Ich bezweifle stark, dass Tschümperlin die dort genannten Anforderungen erfüllt. Darum glaube ich auch, dass er dank des wuchernden Filzes zu seinem neuen Job gekommen ist. Denn ich bin mir sicher, dass sich für die ausgeschriebene Stelle viele andere Kandidaten mit besserer Ausbildung und höheren Kompetenzen gemeldet haben.»

Grosses Echo auf «anspruchsvolle» Stelle

Besitzt Andy Tschümperlin den Hochschulabschluss, der gemäss Stelleninserat gefordert wurde? Nebst Sätzen zur Erklärung, die Jris Bischof nicht in der Zeitung lesen will, lässt sich die Leiterin des Kantonalen Sozialamts so zitieren: «Andy Tschümperlin erfüllt die Anforderungen für die Stelle.» Das Echo auf diese interessante, aber auch anspruchsvolle Stelle innerhalb der kantonalen Verwaltung war gross, antwortet Bischof auf unsere Fragen nach der Anzahl und der Ausbildung der Kandidaten: «Rund zwei Drittel der Bewerber verfügten über einen Abschluss auf Tertiärstufe.»

Auf die Dissonanzen, die im Artikel des «Tages-Anzeiger» genannt werden, angesprochen, antwortet Bischof: «Massgebend bei einer professionellen Personalselektion sind das Bewerbungsdossier, Referenzen und der persönliche Eindruck, den ein Kandidat oder eine Kandidatin hinterlässt. Anonyme Aussagen oder Kommentare, die Dritte über Stellenbewerber in den Medien äussern, sind mit Vorsicht zu geniessen.»

«Ausbildung erfolgreich absolviert»

Er habe die Ausbildung zum Schulleiter selbstverständlich ­erfolgreich absolviert, kontert Tschümperlin die Vorwürfe Beg­lingers und bekräftigt: «Sonst hätte ich ja die Stelle beim Inte­grations-Brücken-Angebot in Zug nicht bekommen.» Auf weitere Details will der 55-Jährige nicht eingehen und verweist auf seine Privatsphäre.

Bekanntheit hat Andy Tschümperlin zudem mit einer Forderung nach seiner Abwahl aus dem Nationalrat gemacht. Er verlangte darin, dass abgewählte Parlamentarier künftig eine Überbrückungshilfe von 70 bis 80 Prozent ihres bisherigen Gehalts bekommen sollten. Das heisst rund 100 000 bis 110 000 Franken. Dies, weil er sich mit der gültigen jährlichen maxi­malen Überbrückungshilfe von 28 200 Franken begnügen musste und damit nur gut 2000 Franken pro Monat während fünf Monaten in Anspruch nehmen konnte.

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