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Kongolesen planen Anti-Glencore-Demo am Firmensitz in Baar

Eine Gruppe Kongolesen hat für Montag einem bewilligten Solidaritätsmarsch von der Poststrasse in Baar zum Sitz der Glencore angekündigt. Sie machen dem Unternehmen zum Vorwurf, ein «blutrünstiges» Regime zu unterstützen.
christopher.gilb@zugerzeitung.ch
Der Hauptsitz der Glencore AG in Baar. Bild: (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Der Hauptsitz der Glencore AG in Baar. Bild: (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Seit der Veröffentlichung der Paradise Papers wird es nicht ruhig, um den Baarer Rohstoffkonzern Glencore und dessen Aktivitäten in der Demokratischen Republik Kongo. Der Konzern arbeitete dort für Minenlizenzen mit dem umstrittenen israelischen Geschäftsmann Dan Gertler zusammen, der als enger Freund von Langzeitherrscher Joseph Kabila gilt. Erst kürzlich hat nun das US-Justizministerium im Zusammenhang mit einer Korruptionsprüfung Dokumente von Glencore angefordert. Am Montag, 23. Juli findet darum um 14.30 Uhr in Baar ein von der Gemeinde bewilligter Solidaritätsmarsch von der Poststrasse bis zum Sitz von Glencore statt.

Organisiert wurde er für einmal nicht von einer lokalen Gruppe, sondern von dem sogenannten «Collectif des Congolais de Suisse». Einer Gruppe mit Mitgliedern aus der kongolesischen Zivilgesellschaft, wie der Vertreter der Gruppe, der 60-jährige Jean-Claude Kalala aus Zürich erklärt. «Beim Marsch geht es darum, Solidarität für das kongolesische Volk zum Ausdruck zu bringen und zu verurteilen, dass Glencore mit solch einem Regime Geschäfte macht.» Denn das kongolesische Volk habe einen grossen Preis dafür gezahlt, dass dieses System weiterhin an der Macht sein könne. Er spricht von mehr als acht Millionen Toten, Tausenden von vergewaltigten Frauen, verstümmelten Kindern und massakrierten Männern.

Treffen mit Glencore

In einem Brief hat Kalala Glencore-Chef Ivan Glasenberg über den Marsch informiert, und seinen Wunsch mitgeteilt, ihn mit einer Delegation bei Ankunft am Glencore Hauptsitz treffen zu können, um ihm persönlich ein Manifest zu übergeben. In diesem wird das Unternehmen aufgefordert, die Verträge mit dem «blutrünstigen» Regime zu überdenken. Kalala rechnet mit bis zu 120 Teilnehmern.

Glencore schreibt auf Nachfrage, dass man sich auf die Zusammenarbeit mit allen Partnern freue und auch mit der Gruppe vom Solidaritätsmarsch Kontakt aufgenommen habe, um einen Termin für ein Treffen zu vereinbaren. Zur Tätigkeit im Kongo heisst es: «Glencore ist stolz darauf, einer der grössten westlichen Investoren in der Demokratischen Republik Kongo zu sein.» Seit 2008 habe man fast 7 Milliarden US-Dollar investiert und mehr als 22000 qualitativ hochwertige, stabile Arbeitsplätze geschaffen. «Wir glauben, dass unsere dortige Präsenz und in anderen Entwicklungsländern das lokale Geschäft und die Entwicklung der Infrastruktur unterstützt.»

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