ANTRÄGE: Flaute im Ausweisbüro

Im Frühling herrscht normalerweise viel Betrieb im Ausweisbüro. Dieses Jahr ist es noch ruhig. Ein Grund könnte die weltpolitische Lage sein.

Emilia Geisel
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Robin Furrer bei der Arbeit im Ausweisbüro des Kantons Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 4. Mai 2017))

Robin Furrer bei der Arbeit im Ausweisbüro des Kantons Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 4. Mai 2017))

Emilia Geisel

redaktion@zugerzeitung.ch

«Ruhig ist es hier nicht, es ist nur ruhiger», sagt Robin Furrer, Leiter des Ausweisbüros des Kantons Zug. Normalerweise würden um diese Zeit im Jahr mehr Pässe ausgestellt. «Die Hauptsaison ist von Anfang Jahr bis Mitte Sommerferien.» Furrer sieht einen Grund: «Die weltpolitische Lage, etwa die Angst vor Unruhen oder Terror, hat sicher einen grossen Einfluss auf das Reisen. Deshalb könnte die Nachfrage für Ausweise geringer sein.»

Neben dem Reisen gibt es weitere Gründe, wieso ein Pass ausgestellt werden muss. Einen neuen Pass braucht man bei Ereignissen wie etwa der Einbürgerung, einer Heirat oder wenn der Pass abgelaufen ist. Gültig ist ein Pass bei Erwachsenen zehn Jahre und bei Minderjährigen fünf Jahre. 2016 haben die Mitarbeiter des Passbüros Zug 15 500 Anfragen bezüglich Pässe bearbeitet. Daraus resultierten insgesamt 25915 neue Pässe. Bis Ende April dieses Jahres waren es rund 4000. «Stress gibt es nicht, wir sind gut organisiert», sagt Furrer.

Im Notfall ein provisorischer Pass

Trotzdem kann es im Ausweisbüro viel Arbeit geben. Der Grund: «Kunden sehen beispielsweise nicht, dass ihre Pässe abgelaufen sind», sagt Furrer. In vielen Ländern muss der Ausweis sechs Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig sein. Im Notfall kann ein provisorischer Pass ausgestellt werden, welcher nur für eine einmalige Reise gültig ist. Dieser kostet 125 Franken. «Damit einer Reise nichts mehr im Weg steht, wie etwa unnötiger Ärger und Kosten, empfehlen wir, frühzeitig einen Blick auf die Ausweise zu werfen», sagt Furrer. Auch übers Internet können Pässe bestellt werden. Die Personendaten werden digital aufgenommen. Im Ausweisbüro müssen anschliessend sogenannte biometrische Aufnahmen gemacht werden. Dazu gehören Foto und Fingerabdruck. Danach wird der Antrag nach Bern weitergeleitet und dort ausgestellt. Per Post wird der Ausweis innert zehn Arbeitstagen zugeschickt. Es kommt auch vor, dass Pässe gestohlen werden oder verloren gehen. «Dann muss von der Polizei eine Verlustmeldung erstellt werden. Zu beachten ist, dass der alte Ausweis im System ungültig gemacht wird und nach dem Wiederauffinden auch innerhalb des Schengen-Raums nicht mehr benutzt werden kann», erklärt Furrer. Bezüglich der Sicherheit muss man sich also keine Sorgen machen. «Wer im Sommer verreisen will, sollte am besten früh genug die Gültigkeit der Pässe überprüfen und sich über die Einreisebedingungen des Reiselands erkundigen», rät Furrer.

Hinweis

Weitere Informationen unter: www.zg.ch/pass