Hünenberg See: Anwohner stellen kritische Fragen

An der Gemeindeversammlung in Hünenberg wird der Gemeinderat mehrere Interpellationen zum Zythus-Areal beantworten.

Rahel Hug
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Der Ökihof (rechts im Bild) müsste einer Überbauung weichen.

Der Ökihof (rechts im Bild) müsste einer Überbauung weichen.

Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg See, 8. Mai 2018)

Ein Thema wird an der Hünenberger Gemeindeversammlung vom 9. Dezember ganz besonders im Fokus stehen: Die geplante Überbauung des Areals bei der S-Bahnhaltestelle Zythus im Seegebiet und die Auswirkungen auf den Ökihof. Mehrere Interpellationen sind zum Thema eingegangen. Insgesamt 14 Traktanden stehen auf dem Programm der diesjährigen Budgetgemeindeversammlung (siehe Box).

Die Geschäfte

An der Gemeindeversammlung vom Montag, 9. Dezember, (20 Uhr, Saal «Heinrich von Hünenberg») werden folgende Traktanden behandelt: Protokoll vom 17. Juni; Budget 2020; Finanz- und Investitionsplan 2020 bis 2024; Kredit für die Ortsplanungsrevision; Kredit für weitere Massnahmen aus dem Generellen Entwässerungsplan; Motion des Grünen Forums betreffend ökologische Auswirkungen von gemeindlichen Vorhaben; Interpellation des Grünen Forums betreffend Trinkwasserqualität; sechs Interpellationen von Privatpersonen betreffend Überbauung des Park+Ride-Areals in Hünenberg See, betreffend Ökihöfe sowie betreffend Vertretung der Interessen der Bevölkerung in der Ortsplanungsrevision; Vorstellung des neuen Leitbilds, der Mehrjahresziele und der Massnahmen.

Bekanntlich müsste der bestehende Ökihof neben dem Park+Ride-Areal der Überbauung weichen. Das Land gehört mehrheitlich dem Kanton Zug, der das Gebiet weiterentwickeln will. Entstehen sollen Wohnungen, Verkaufs-, Büro-, Praxis- sowie Gewerbeflächen.

Eine weitere Motion wurde eingereicht

Neben der bereits seit längerem bestehenden IG Zythus-Areal, die sich insbesondere für eine tiefere Ausnützungsziffer einsetzt, ist nun eine weitere Bürgerbewegung aktiv geworden: die IG Park+Ride/Ökihöfe Hünenberg. Eine der aktuellen Interpellationen stammt von dieser Gruppe. Die Beibehaltung des Ökihofs ist eine ihrer Forderungen. Die Gemeinde möchte nämlich eine zentrale Entsorgungsstelle im Gebiet Schlatt bauen und somit aus zwei Ökihöfen einen machen. Der Gemeinderat kündigt in der Vorlage an, die Interpellationen mündlich zu beantworten. Fest steht bereits jetzt: Das Thema wird zu reden geben und die Bevölkerung sowie die Behörden noch länger beschäftigen.

Die Motion «Für eine massvolle Entwicklung des Zythus-Areals» der IG Zythus-Areal liegt momentan beim Verwaltungsgericht, nachdem der Gemeinderat sie für ungültig erklärt hatte. Inzwischen hat Christof Gassner, Anwohner der Langholzstrasse, eine weitere Motion zum Thema eingereicht. Unter dem Titel «Für eine Entwicklung des Zythus-Areals zum Wohle aller» fordert er für künftige Gebäude eine maximale Gesamthöhe von 13 Metern. Somit werde eine «qualitativ hochwertige und gut in das bestehende Siedlungsgebiet passende Überbauung» ermöglicht. Die Motion wird an der kommenden Gemeindeversammlung aber noch kein Thema sein, dafür hätte sie früher eingereicht werden müssen. Laut Gemeindeschreiber Guido Wetli wird das Begehren zuerst auf seine Gültigkeit überprüft.

Unterstützung der Parteien fürs Budget

Die anderen Traktanden dürften am kommenden Montag für weniger Diskussionen sorgen. Die Ortsparteien befürworten grossmehrheitlich das Budget 2020 und die verschiedenen Kreditbegehren. Die Gemeinde will auf den Steuerfuss von 70 Prozent einen Rabatt von 5 Prozent gewähren. «Aufgrund der grossen Investitionen in den kommenden Jahren soll dieser Rabatt jährlich neu geprüft und festgelegt werden», fordert etwa die FDP. Die SVP möchte im Budget den Posten für den Bau des Asylzentrums streichen. Da der Bau zurzeit sistiert sei, werde das Projekt nächstes Jahr kaum Aufwände von gut 1 Million Franken generieren, so die Begründung.

Die SP zeigt sich erfreut, dass sich der Gemeinderat intensiv mit dem Thema Umweltschutz auseinandersetze. Dies zeige sich in den Ausführungen zur Motion des Grünen Forums betreffend ökologische Auswirkungen von gemeindlichen Vorhaben. Der Gemeinderat beantragt nämlich, diese erheblich zu erklären.