ARCHÄOLOGIE: Baustellen geben archäologische Schätze frei

Die Zuger Kantonsarchäoloie stand letztes Jahr im Dauereinsatz. Im Museum für Urgeschichte(n) werden die archäologischen Höhepunkte des vergangenen Jahres vorgestellt.

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Archäologen bei der Ausgrabung im Alpenblick in Cham. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Archäologen bei der Ausgrabung im Alpenblick in Cham. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Die Rettungseinsätze der Kantonsarchäologie haben letztes Jahr zahlreiche überraschende Entdeckungen zu Tage gebracht. Die gemäss einer Medienmitteilung der Direktion des Innern des Kantons Zug «zum Teil bemerkenswerten, gar sensationellen Funde» werden am Sonntag von Kantonsarchäologe Stefan Hochuli im Museum für Urgeschichte(n) präsentiert. Der Eintritt zu diesem Vortrag (15 Uhr, Vortragsraum 1. Stock) ist frei.

Jüngstes Steinzeit-Pfahlbaudorf der Schweiz
Eine der grössten Rettungsgrabungen betrifft den Alpenblick in Cham. Seit Juli letzten Jahres wurden dort bereits Reste von fünf Pfahlbausiedlungen identifiziert, darunter das jüngste Steinzeit-Pfahlbaudorf der Schweiz. Wohl gegen 25'000 Pfähle von Pfahlbauhäusern und grosse Mengen an Werkzeugen, Waffen und Schmuck werden auf einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern dokumentiert und geborgen.

Weitere Rettungseinsätze betreffen unter anderem den bronzezeitlichen Friedhof von Oberwil bei Cham. Urnen aus Ton und Beigaben aus Bronze und Gold geben dort einen faszinierenden Einblick in die Grabsitten vor über
3000 Jahren. Und auch in der Huobmatt (Hünenberg See) standen die Ausgräber der Kantonsarchäologie im Grosseinsatz. Bis Weihnachten mussten sie Gräber der römischen Epoche und Überreste einer hochmittelalterlichen Siedlung vor der Zerstörung durch die Baumaschinen retten.

zim

HINWWEIS
«Überraschende Entdeckungen im Zuger Archäologiejahr 2009», Vortrag von Stefan Hochuli, Leiter des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie Zug. Museum für Urgeschichte(n) Zug. Sonntag 17. Januar 2010, 15 Uhr, Vortragsraum 1. Stock. Freier Eintritt.