ARCHÄOLOGIE: Liegt ein Welterbe im Alpenblick?

Für 4,27 Millionen Franken sollen Pfahlbau­siedlungen vor der Zerstörung gerettet werden. Archäologen erhoffen sich dadurch Antworten auf viele Fragen.

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Ibish Thaqui (links) und Albin Ferati sitzen auf historisch bedeutsamem Grund. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Ibish Thaqui (links) und Albin Ferati sitzen auf historisch bedeutsamem Grund. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Beim Alpenblick in Cham ruht ein archäologischer Schatz: Mindestens zwei Pfahlbausiedlungen aus zwei unterschiedlichen Zeitepochen sollen sich dort in 2 bis 2,5 Meter Tiefe befinden. Doch sollen genau dort in zwei Jahren die Bauarbeiten für den Alpenblick II beginnen –dadurch würden die Reste der Pfahlbaudörfer auf einer Fläche von rund 2900 Quadratmetern zerstört.

«Es handelt sich um sehr bedeutende Funde, trotzdem wird zu Gunsten des Bauvorhabens darauf verzichtet, die Fundstelle unter Schutz zu stellen», sagt Kantonsarchäologe Stefan Hochuli. Dafür aber sollen die Funde vor ihrer drohenden Vernichtung sichergestellt und die Siedlungsreste wissenschaftlich untersucht und dokumentiert werden.

4,2 Millionen Franken in zwei Tranchen
«Die Rettungsgrabung dauert rund 12 bis maximal 18 Monate und soll bis Herbst 2010 abgeschlossen sein», so Hochuli. Kostenpunkt: 4,27 Millionen Franken. Der Kredit soll in zwei Tranchen aufgeteilt werden. «Der erste Teil über 2 Millionen Franken ermöglicht es uns, 50 Prozent der bedrohten Fundstelle auszugraben», so Hochuli. Die restlichen 2,27 Millionen Franken werden erst freigegeben, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. «Ist die Qualität der Fundstücke gut, dann wird der gesamte Teil der vom Bauvorhaben bedrohten Fläche ausgegraben.»

Die geplante Rettungsgrabung ist die sechste grossflächige Erforschung einer Pfahlbausiedlung im Kanton Zug – und sie könnte die bedeutendste werden. «Die Vorsondierungen lassen Pfahlbauten von sehr hohem wissenschaftlichem und kulturellem Wert erwarten, die Erwartungen sind gross», so Hochuli. Die Bedeutung dieser Pfahlbausiedlungen ist sogar derart gross, dass sie von Hochuli als mögliches «Zuger Unesco-Welterbe» bezeichnet werden. Denn der Bundesrat hat sie auf die Liste von möglichen Kandidaturen für die Aufnahme ins Unesco-Welterbe gesetzt.

Andreas Oppliger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.