ARENA-PLATZ: Der EVZ übernimmt jetzt die Vermarktung

Der Platz vor der Bossard-Arena soll vermehrt belebt werden. Darin sind sich Interpellanten und der Stadtrat einig. Die Stadt ist deshalb aktiv geworden und hat mit diversen Seiten verhandelt – einigen ist das aber nicht genug.

Samantha Taylor
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Vier Grossveranstaltungen sind auf dem Zuger Arena-Platz möglich. (Bild: Maria Schmid (4. Januar 2017))

Vier Grossveranstaltungen sind auf dem Zuger Arena-Platz möglich. (Bild: Maria Schmid (4. Januar 2017))

Eine hübsche Weihnachtsbeleuchtung an den Bäumen und ein einladendes Holzchalet, in dem Fondue serviert wird: Bis vor kurzem herrschte auf dem Arena-Platz weihnächtliche Stimmung. Inzwischen sind die Lichter erloschen, und das Haus ist abgebaut. Lediglich das Eisfeld ist geblieben. Das ist zu wenig, findet die Fraktion Alternative-CSP des Grossen Gemeinderats (GGR). Der Platz vor der Bossard-Arena döse vor sich hin, eher öde als das Quartier belebend stellte die Fraktion in ihrer Interpellation fest, die sie Ende Mai beim Stadtrat eingereicht hatte.

Dem stimmt auch der Stadtrat zu – zumindest teilweise. So schreibt er in seiner Antwort, dass er die Ansicht teile, der Arena-Platz solle «vermehrt für Veranstaltungen und Anlässe genutzt werden». Das Quartier könne damit attraktiv belebt werden. Verschiedene Massnahmen würden bereits umgesetzt oder seien in Erarbeitung. «Uns ist in zweierlei Hinsicht in dieser Frage ein Durchbruch gelungen», sagt Urs Raschle, Vorsteher des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit. Der eine Bereich betreffe die Vermarktung. «Ab diesem Jahr übernimmt der EVZ die gesamte Vermarktung des Arena-Platzes. Das heisst sowohl für den vorderen wie auch den gedeckten Teil», erklärt Raschle. Bisher war der Betrieb der Bos­sard-Arena inklusive des Platzes unter dem Vordach von der Stadt mittels Leistungsvereinbarung an die Kunsteisbahn (KEB) übertragen worden. «Es ist uns nun gelungen, mit der KEB und dem EVZ eine gute Lösung zu finden», so Raschle. Der EVZ sei in Sachen Events der richtige Partner. Er sei in der Lage, den Arena-Platz «professionell» zu vermarkten, ist der Stadtrat überzeugt.

Basis für die Vermarktung bilde das von der Stadt ausgehandelte Zugeständnis der Eigentümerschaft des Uptown, der Credit Suisse Real Estates Investment Management. Sie hat in einer Vereinbarung zugesagt, dass auf dem Arena-Platz vier Veranstaltungen im Freien bis 23 Uhr stattfinden können. Dies gilt während einer Pilotphase in den Jahren 2017 und 2018. Der ursprüngliche Vertrag zwischen der Stadt und der Eigentümerschaft besagt, dass ab 22 Uhr keine Veranstaltungen mehr zugelassen sind. «Das ermöglicht Anlässe wie das Gabalier-Konzert vom vergangenen Juni», erklärt Raschle.

Gebühren werden angepasst

Der zweite «Durchbruch» ist der Stadt bei den Mietpreisen gelungen. Wie aus der Interpellationsantwort hervorgeht, bezahlen «gemeinnützige Institutionen» künftig für die Nutzung des Platzes unter dem Vordach nur noch 300 Franken. Bisher verlangten der EVZ und die KEB 2500 Franken pro Veranstaltungstag und 1500 Franken für Auf- und Abbautage. Die Preise wurden an die Konditionen angepasst, die auch auf dem übrigen Platz gelten, der von der Stadt vermietet wird. «Damit erhalten vor allem auch Vereine mit kleinerem Budget die Möglichkeit, auf dem Platz etwas zu organisieren. Die Nutzung wird damit weiter geöffnet», sagt Raschle.

Seitens des EVZ ist man mit den neuen Vereinbarungen, die man mit der Stadt getroffen hat, zufrieden. «Die Vermietungen können so zum einen einfacher durchgeführt werden, weil es nur noch eine Ansprechperson gibt», sagt Giedo Veenstra, Geschäftsführer der EVZ-Gastro AG, die die Vermarktung übernimmt. «Zum anderen sind wir der Meinung, dass der Arena-Platz mehr belebt werden muss. Es ist einer der grössten Plätze der Stadt», so Veenstra. Konkret schwebt dem EVZ vor, Anlässe wie etwa das Gabalier-Konzert oder auch die Weihnachtsbeleuchtung mit dem Fonduechalet zu etablieren. Dabei könne man sich vorstellen, als Veranstalter oder Co-Veranstalter aufzutreten. Veenstra: «Das muss aber nicht sein. Der Platz soll für alle offen sein.» Konkrete Anfragen oder Pläne für das laufende Jahr gibt es noch nicht. «Wir freuen uns aber auf alles, was kommt», sagt Veenstra.

Interpellanten wünschen sich mehr Aktivität

Kritischer geben sich in der ganzen Sache die Interpellanten. Zwar freue man sich, dass die Mietpreise unter dem Vordach «massiv runtergekommen» sind. «Das gibt sicher mehr Spielraum», sagt Astrid Estermann. Auf der anderen Seite habe man sich aber mehr Konkretes und vor allem mehr Aktivitäten seitens der Stadt erhofft. «Es geht uns nicht in erster Linie um diese vier Grossveranstaltungen im Jahr, sondern um eine dauerhafte Belebung – auch durch kleinere Anlässe», so Estermann. In dieser Frage könne die Stadt durchaus aktiver werden. «Die Stadt ist offen, das freut uns. Aber noch mehr würde uns freuen, wenn sie solche Anlässe anreissen oder anschieben würde. Es ist schade, dass man einfach wartet, bis etwas passiert», erklärt Estermann.

Doch genau das – anreissen oder anschieben – will der Stadtrat explizit nicht. Die Stadt sei keine Eventorganisation, sondern in erster Linie die Bewilligungsbehörde, erklärt Raschle. Daran wolle man auch nichts ändern. Raschle: «Wir haben das politische Zeichen gesetzt und gesagt: Wir sind offen, und Veranstalter sind willkommen. Jetzt werden wir sehen, wie sich das entwickelt.»

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch