Leserbrief

Artenvielfalt wird gefördert

«Jagdgesetz verfehlt das Ziel der Biodiversität», Ausgabe vom 11. Juli

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Der SP-Kantonsrat Hubert Schuler schwärmt von der Schönheit unserer Alpenwelt. Da bin ich als «Bergler» ganz bei ihm. Der abrupte Wechsel von der hehren Natur zum revidierten Jagdgesetz ist für mich unerklärlich und geradezu gesucht.

Der Schreiber weiss gewiss, dass der von ihm zitierte Yellowstone-Nationalpark mit einer Grösse von fast 9000 Quadratkilometern in keiner Art und Weise mit unserer Schweiz vergleichbar ist. Dass da und übrigens auch bei uns Grossraubtiere ihre Daseins­berechtigung haben, streitet niemand ab. Sie sollen auch in unseren Wäldern leben und jagen, massgebend ist nur die Anzahl für das biologische Gleichgewicht und für die Schadensbegrenzung.

Die Gegner des revidierten Jagdgesetzes – auch Kantonsrat Schuler – lehnen es hauptsächlich wegen der erleichterten Bejagung des Wolfes ab. Dieser zählt aber auch weiterhin zu den «regulierbaren, geschützten Arten», wie übrigens der Steinbock auch, der schon seit Jahren gezielt bejagt wird. Andere einheimische Wildtiere wie Biber, Luchs, Fischotter, Graureiher und Gänsesäger bleiben weiterhin streng geschützt. Der Bundesrat erhält die Kompetenz, diese und weitere geschützte Arten je nach Situation als regulierbar zu bezeichnen. So ist auch die Bejagung von Wölfen zur Regulierung klar geregelt. Kantonsrat Schuler verschweigt, dass trotz Schutz mit Hirten, Zäunen und Hunden im Jahr 2018 beispielsweise 591 Nutztiere von Grossraubtieren gerissen wurden.

Und dass – wie Schuler meint – diese Schutzmassnahmen nicht explizit im revidieren Gesetz verlangt werden, grenzt an eine Beleidigung für die Tierhalter. Wer hätte dann Interesse daran, seinen Besitz und die geliebten Tiere schutzlos den Grossraubtieren auszusetzen? Das revidierte Jagdgesetz fördert die Biodiversität, entgegen der Meinung von Schuler. Zugvogelreservate, Schutzgebiete und Wildtierkorridore werden durch den Bund unterstützt. Moorente und Rebhuhn werden geschützt, die Saatkrähe wird jagdbar und die Schonzeiten von besonders schadenstiftenden Wildtieren wie Wildschweine und Kormorane werden verkürzt.

Das überarbeitete, 34-jährige Gesetz muss als Ganzes gewogen werden, es ermöglicht ein konfliktfreies Nebeneinander aller Naturnutzer. Nur die erleichterte Wolfs­bejagung ins Feld dagegen zu führen, ist sehr einseitig und undemokratisch. Ich stimme dem revidierten Jagdgesetz zu.

Werner Grond, Neuheim