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ASYL: Klöster nehmen keine Flüchtlinge

Bald fehlt es im Kanton an Unterbringungsmöglichkeiten für Asylsuchende. Kirchgemeinden und Klöster könnten die Not lindern. Die einen winken aber schon ab.
In den Räumen des ehemaligen Seminars des Klosters Heiligkreuz in Cham hat man Pläne für ein Projekt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

In den Räumen des ehemaligen Seminars des Klosters Heiligkreuz in Cham hat man Pläne für ein Projekt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Ab Ende August wird es für Flüchtlinge eng im Kanton Zug. Denn nur so lange können wohl noch genügend Unterbringungsplätze zur Verfügung gestellt werden. Danach ist der Kanton auf Hilfe angewiesen. Wie die Direktion des Innern angibt, halten sich derzeit knapp 1100 Personen aus dem Asylbereich im Kanton auf. Wöchentlich werden dem Kanton 10 bis 12 Flüchtlinge zugewiesen. Plätze gibt es für rund 880 Personen.

Um die Not zu lindern – ab September sind 50 bis 100 zusätzliche Plätze nötig –, hat die Direktion des Innern die diversen Religionsgemeinschaften, die Landeskirchen sowie die Klöster um Hilfe angefragt (Ausgabe von Samstag). Doch wie gross die Unterstützung von dieser Seite sein wird, ist schwer zu sagen. Zumindest die Klöster winken fast alle schon jetzt ab.

«Ungeeignet»

«Zu wenig Platz», heisst es aus den verschiedenen Orden fast unisono auf Anfrage unserer Zeitung. «Wir haben den Brief bekommen», sagt Schwester Consolata vom Kloster Frauenthal in Cham. Aufnehmen könne man aber wohl niemanden. «Unser Gasthaus verfügt gerade mal über fünf Zimmer, und die werden immer wieder mal von Gästen genutzt. In die Klausur können wir zudem sicher niemanden aufnehmen. Wir müssten also anbauen», führt sie weiter aus.

Etwas konkreter sind die Gründe beim Kloster Maria Opferung. «Unser Anbau ist seit 15 Jahren an die Stiftung Landis & Gyr vermietet, und die hat Ateliers darin untergebracht», erklärt Schwester Anna. Ein Teil der freien Schwesternzimmer werde von Studentinnen der Pädagogischen Hochschule Zug bewohnt. «Wir würden gerne helfen. Das Problem geht uns nahe», sagt Schwester Anna.

Aber: Wie viele andere Klöster auch eigne sich das Kloster Maria Opferung schlicht nicht für die Unterbringung von Asylsuchenden. «Im Innern ist vieles offen. Es gibt keinen geschützten Raum oder Ähnliches», so Schwester Anna weiter. Beim zweiten Orden auf Stadtzuger Boden, der Gemeinschaft der Seligpreisungen, der im ehemaligen Kapuzinerkloster untergebracht ist, will man sich noch nicht zum Thema äussern. Es gelte erst, verschiedene Punkte abzuklären.

Brief nicht erhalten

Gar nichts von einer solchen Anfrage wissen, will man im Kloster Heilig Kreuz in Lindencham, im Gubel in Menzingen und bei den Schwestern vom Heiligen Kreuz, ebenfalls in Menzingen. Man habe den Brief nicht erhalten, hiess es bei allen dreien auf Anfrage. Dies, obwohl Jris Bischof von der Direktion des Innern versichert, das Schreiben sei an alle Klöster geschickt worden. Ganz unabhängig davon will und kann man auch an diesen drei Orten dem Kanton bei dem Platzproblem nicht Hand bieten.

«Wir beherbergen derzeit bereits die Seminarteilnehmer und die Jesuiten vom Lassalle-Haus, das derzeit umgebaut wird. Wir sind also komplett belegt», sagt Schwester Rosmarie Steiner vom Institut Menzingen. Im Gubel steht derzeit laut Angaben von Schwester Immaculata nur gerade ein geeignetes Zimmer leer. Und auch in Lindencham ist man «völlig ausgelastet». Angesprochen auf das leer stehende ehemalige Lehrerinnenseminar, das bald abgerissen und durch zwei Neubauten ersetzt werden soll, heisst es bei den Benediktinerinnen: «Das geht nicht, weil es schon ein Projekt für die Räume gibt.»

Kirchgemeinden motivieren

Weniger ablehnend als die Klöster zeigt man sich hingegen bei der katholischen Kirche. Er habe aufgrund seiner Ferien den Brief des Kantons zwar noch nicht gesehen, sagt Karl Huwyler, Präsident der Vereinigung der katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug. Darum könne er auch noch keine Stellung nehmen.

«Wir werden das Thema aber sicher eingehend prüfen und besprechen. Ausserdem werden wir sicherlich versuchen, Kirchgemeinden, die über Immobilien verfügen, für ein solches Engagement zu motivieren.» Bei der reformierten Kirche war gestern aufgrund von Ferienabwesenheiten niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Samantha Taylor

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