ASYL: Pläne für Durchgangsstation auf Areal des alten Kantonsspitals

Der Kanton Zug reagiert auf die steigenden Flüchtlingszahlen und gründet die Task Force «Asyl». Nötig ist eine zweite Durchgangsstation. Sie soll auf dem Areal des alten Kantonsspitals entstehen.

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Auf dem Areal des alten Kantonsspitals in Zug könnte eine zweite Durchgangsstation entstehen. Bereits heute sind hier Flüchtlinge untergebracht. (Bild Stefan Kaiser)

Auf dem Areal des alten Kantonsspitals in Zug könnte eine zweite Durchgangsstation entstehen. Bereits heute sind hier Flüchtlinge untergebracht. (Bild Stefan Kaiser)

Pro Woche werden dem Kanton zurzeit 16 bis 20 Personen zugewiesen, sagte Manuela Weichelt-Picard (AL), Direktorin des Innern, am Mittwoch vor den Medien. Gegen Jahresende sei es ruhiger geworden, weil sich wegen des Wetters weniger Flüchtlinge über das Mittelmeer gewagt hätten. Die Zahlen würden jedoch wieder steigen, so dass der Kanton bis im Frühling mit rund 1400 Flüchtlingen rechnet.

Probleme mit der Sicherheit gibt es nicht bei den Neuankömmlingen. Ein "erhöhtes Sicherheitsproblem" gebe es mit denjenigen, die eigentlich ausgeschafft werden sollten, bei denen dies aber nicht möglich ist, etwa weil der Heimatstaat nicht kooperiert, sagte Sicherheitsdirektor Beat Villiger (CVP). Im vergangenen Jahr wurden rund 100 Personen zurückgeschafft.

Insgesamt sei die Situation angespannt, aber nicht dramatisch, sagte Landammann und Baudirektor Heinz Tännler (SVP). Gefordert ist der Kanton vor allem bei der Bereitstellung von Unterkünften sowie der schulischen und beruflichen Integration.

Definitiver Standort noch nicht bekannt

Die Asyl- und Flüchtlingsfrage beschäftigt sämtliche Direktionen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass. Um die anstehenden Aufgaben zu koordinieren, hat der Regierungsrat die neue Task Force "Asyl" gegründet, zu der Weichelt-Picard, Tännler und Villiger gehören.

Für die Unterbringung verwaltet der Kanton 75 Liegenschaften und unterhält 53 Verträge mit Immobilienbesitzern. Um noch effizienter zu werden, setzt die Task Force in Zukunft eher auf grössere Unterkünfte.

Nötig ist auch eine zweite Durchgangsstation. Diese soll auf dem Areal des alten Kantonsspitals entstehen. Hier sind bereits heute Flüchtlinge untergebracht. Allerdings ist dieser Standort nur ein Provisorium für 50 bis 70 Personen. Gespräche mit Standortgemeinden für eine Dauerlösung laufen, wie Tännler sagte.

Gemeinden stärker in die Pflicht nehmen

Um die Kinder in den Schulbetrieb zu integrieren, wird die Schaffung von regionalen Integrationsklassen geprüft. Besonders viel in Bildung investiert werden müsse bei den unbegleiteten Minderjährigen, die wenig bis gar keine Schulbildung haben, sagte Jris Bischof, Leiterin des Kantonalen Sozialamts.

Eine Arbeitsgruppe - bestehend aus dem Amt für Migration Amt für Wirtschaft und Arbeit, Amt für Berufsbildung und dem kantonalen Sozialamt - arbeitet an einem Konzept zur Arbeitsintegration. Ein Freiwilligenkonzept, das aufzeigt, wie die Bevölkerung bei der Integration unterstützen kann, wurde heute (Mittwoch) auf der Website des Kantons aufgeschaltet.

Was die gerechte Verteilung der Asylsuchenden auf die Gemeinden betrifft, gibt die Regierung im Frühling eine entsprechende Gesetzesrevision in die Vernehmlassung. Gemeinden, die ihrer Aufnahmepflicht nicht nachkommen, sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Finanzielle Sanktionen sind jedoch nicht vorgesehen.(sda)