Asylwesen: Regierung beschliesst Notfallkonzept

Der Kanton Zug rüstet sich für einen starken Anstieg von Asylsuchenden. Zu diesem Zweck hat die Regierung ein Notfallszenario beschlossen, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Drucken
Teilen
Das Notfallkonzept sieht eine Unterbringung von weiteren Asylsuchenden im alten Kantonsspital vor. (Bild: Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Das Notfallkonzept sieht eine Unterbringung von weiteren Asylsuchenden im alten Kantonsspital vor. (Bild: Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Sollten im Kanton Zug in Zukunft kurzfristig nicht mehr genügend Unterkünfte zur Verfügung stehen, würde der Kanton das Notfallszenario auslösen. Dieses sieht die Nutzung von zwei weiteren Geschossen im ehemaligen Kantonsspital als Asylunterkünfte vor, heisst es in einer Medienmitteilung der Direktion des Innern. Dies sei möglich, weil die Liegenschaft dem Kanton gehöre. Der Kanton werde das Notfallszenario nur bei einer markanten Zunahme der Asylgesuche auslösen und nur wenn alle anderen Optionen ausgeschöpft seien, heisst es in der Mitteilung weiter.

In den beiden zusätzlichen Geschossen des ehemaligen Kantonsspitals können insgesamt maximal 100 Personen untergebracht werden. Die Räumlichkeiten würden sich für die Unterbringung von Einzelpersonen und Familien eignen. Da das ehemalige Kantonsspital schon längere Zeit als Asylunterkunft genutzt wird, könnten Synergien genutzt werden.

Die Räumlichkeiten im ehemaligen Kantonsspital stehen voraussichtlich nur bis Ende 2015 als Unterkunft für den Notfall zur Verfügung. Der Regierungsrat wird vor Ablauf dieser Zeit das Notkonzept revidieren und für die Zeit nach 2015 ein neues Notkonzept festlegen.

Schwierige Prognose

Eine Prognose zur Entwicklung der Zahlen von Asylsuchenden ist laut Regierung sehr schwierig. Zurzeit müsse tendenziell mit einem weiteren Anstieg der Gesuchszahlen gerechnet werden. Das Bundesamt für Migration rechnet in den nächsten Monaten mit einer wöchentlichen Zuweisung von 500 bis 580 Personen an die Kantone. Der Kanton Zug werde demzufolge rund sieben bis acht Personen pro Woche aufnehmen müssen.

pd/zim