ASYLWESEN: Säumigen Zuger Gemeinden droht eine Strafe

Die meisten Zuger Gemeinden nehmen zu wenige Flüchtlinge auf. Nun ist der Regierungsrat bereit, den Druck zu erhöhen.

Christian Glaus
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Die Militärunterkunft Gubel in Menzingen soll ab ab Frühling 2015 während drei Jahren als Asylunterkunft genutzt werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Militärunterkunft Gubel in Menzingen soll ab ab Frühling 2015 während drei Jahren als Asylunterkunft genutzt werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

643 Asylbewerber muss der Kanton Zug gemäss den aktuellsten Zahlen vom Dezember 2013 unterbringen. Sie sollen proportional auf alle Gemeinden verteilt werden, und zwar anhand der Einwohnerzahlen. Doch dies funktioniert nur auf dem Papier. So müsste Unterägeri gemäss Verteilschlüssel 46 Asylbewerber aufnehmen, tatsächlich leben dort aber 99. Neuheim hingegen müsste Platz für elf Flüchtlinge schaffen. Dort lebt aber sei Monaten kein einziger Asylbewerber.

Zwei Motionen im Kantonsrat forderten deshalb eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge. Andreas Hausheer und Eugen Meienberg (beide CVP, Steinhausen) verlangten finanzielle Anreize. Thomas Werner (SVP, Unterägeri) forderte, dass die proportionale Verteilung durchgesetzt wird.

Der Regierungsrat lehnt beide Vorschläge ab. Eine finanzielle Entschädigung bringe wenig, da die Mehrkosten für die Gemeinden gering seien. Der administrative Aufwand sei aber gross. Eine proportionale Verteilung sei nur schon wegen des kantonalen Durchgangszentrums in Steinhausen kaum möglich. Der Regierungsrat ist aber bereit, Sanktionen für säumige Gemeinden im Sozialhilfegesetz zu prüfen. Wie diese Sanktionen aussehen könnten, lässt er allerdings offen.