Attentat: Behörden haben korrekt gehandelt

Ein Brüderpaar hatte in den vergangenen Jahren schwere Vorwürfe gegen die Zuger Behörden im Zusammenhang mit dem Attentat vom 27. September 2001 erhoben. Die Ermittlungen des ausserordentlichen Staatsanwaltes haben ergeben, dass diese Vorwürfe haltlos sind.

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Blumen erinnern am Jahrestag an das Attentat im Regierungsgebäude. (Archivbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Blumen erinnern am Jahrestag an das Attentat im Regierungsgebäude. (Archivbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Seit Jahren erhoben die beiden Brüder schwere Vorwürfe gegen die Zuger Behörden, heisst es in einer Medienmitteilung der Zuger Strafverfolgungsbehörden vom Montag. Einer von ihnen hat bei der dafür nicht zuständigen Bundesanwaltschaft eine Strafanzeige eingereicht. So sind die Brüder der Meinung, der Attentäter habe sich am 27. September 2001 nicht selbst getötet, sondern sei vor dem Regierungsgebäude durch einen gezielten Schuss der Polizei getötet worden. Sämtliche Behörden und Medien hätten diesen Skandal daraufhin vertuscht.

Regierung reichte Strafanklage ein

Diese Version des Attentats verbreiteten die Brüder mit Plakataktionen, auf Flugblättern und auf einer Internetseite. Auf die wiederholt schweren Vorwürfe und die Anzeige an die Adresse von Behördenmitgliedern hat die Regierung im November 2011 mit Strafanzeigen gegen die beiden Männer wegen falscher Anschuldigung reagiert.

Um den Befangenheitsvorwurf auszuschliessen, wurde der St. Galler Staatsanwalt Beat Fehr mit der Untersuchung betraut. Dieser ist nach eingehenden ergänzenden Abklärungen, die vorfrageweise im Verfahren gegen die beiden Brüder zu tätigen waren, zum Schluss gekommen, dass die von den Brüdern erhobenen Vorwürfe haltlos sind.

Die Ermittlungen durch die Zuger Polizei und Staatsanwaltschaft des Kantons Zug sind korrekt geführt worden. Auf die Strafanzeige gegen Behördenmitglieder des Kantons Zug wegen Mord, Anstiftung und Gehilfenschaft zu Mord sowie Amtsdelikte ist er deshalb nicht weiter eingetreten (Nichtanhandnahmeverfügung gemäss Art. 310 StPO).

Verfahren gegen Brüderpaar eingestellt

Weiter hat der ausserordentliche Staatsanwalt aber auch die Verfahren gegen die Brüder we-gen falscher Anschuldigung eingestellt. Dies weil ein entsprechender Vorsatz nicht nachgewie-sen werden konnte, da die Brüder ihre Ansichten u.a. auf einen vermeintlichen Augenzeugen abgestützt hatten. Die Einstellungsverfügungen sind rechtskräftig.

pd/zim