Auch am Freitag lokal heftiger Regen

Auch am Freitag schüttete es in den Kantonen Luzern, Zug und Schwyz stellenweise wie aus Kübeln. Neben einigen überschwemmten Kellern und Strassen sind bisher aber keine grösseren Schäden bekannt. Bis am Abend sollte sich die Situation weiter entspannen.

Drucken
Teilen
Auf der Haldenstrasse vor dem Verkehrshaus in Luzern hat sich am Freitag ein kleiner See gebildet. (Bild: Leserbild David Hunziker)

Auf der Haldenstrasse vor dem Verkehrshaus in Luzern hat sich am Freitag ein kleiner See gebildet. (Bild: Leserbild David Hunziker)

«Hochwasser beim Verkehrshaus» lautet der Text zu den beiden Bildern, welche Leserreporter David Hunziker um die Mittagszeit via iPhone auf unsere Redaktion schickte. Und tatsächlich: zu sehen ist eine riesige Wasserlache auf der Haldenstrasse in Luzern, wo um die Mittagszeit ein heftiges Gewitter vorbeizog.

«Schauer sind extrem lokal»

Auf der Haldenstrasse vor dem Verkehrshaus in Luzern hat sich am Freitag ein kleiner See gebildet. (Bild: Leserbild David Hunziker)

Auf der Haldenstrasse vor dem Verkehrshaus in Luzern hat sich am Freitag ein kleiner See gebildet. (Bild: Leserbild David Hunziker)

Wie Andreas Schmid vom Luzerner Feuerwehrinspektorat bestätigt, seien am Freitag kurze und heftige Gewittern in der Region Luzern niedergegangen. Davon waren besonders Luzern, Kriens, Emmen, Meggen und Schachen betroffen, wo die Abflüsse die grossen Wassermassen nicht mehr abführen konnten. Schäden seien bisher aber praktisch keine bekannt. Der Grossteil der ausgerückten Feuerwehren hätten ihre Einsätze bereits wieder beenden können.

Ob noch weitere Überschwemmungen zu erwarten seien, könne laut Schmid nur sehr schwierig vorausgesagt werden. «Die Schauer sind jeweils extrem lokal.» Das Entlebuch sei seines Wissens bisher weitgehend verschont geblieben.

Fahrstreifen auf Autobahn wieder offen

Mitten in der Stadt Luzern standen verschiedene Strassen innert wenigen Minuten unter Wasser. (Bild: Leser Felix von Wartburg)

Mitten in der Stadt Luzern standen verschiedene Strassen innert wenigen Minuten unter Wasser. (Bild: Leser Felix von Wartburg)

Laut einer Meldung von Radio DRS waren am Nachmittag sowohl auf der A14, Luzern Richtung Zug, zwischen der Verzweigung Rotsee und dem Rathausen-Tunnel, als auch auf der A2, Luzern Richtung Basel, zwischen dem Reussport-Tunnel und der Verzweigung Rotsee der rechte Fahrstreifen gesperrt. Grund: Wasser auf der Fahrbahn. Die Situation hat sich mittlerweile aber normalisiert.

In Rootwar die Bahnhofstrasse für kurze Zeit wegen Hochwasser zudem nur einspurig befahrbar. Ortskundige Autofahrer wurden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

Laut Vorhersage von MeteoNews setzt sich eine Wetterberuhigung aus Westen erst am Abend durch. Die Gefahr lokaler Überflutungen bestünde bis dahin weiter.

Schwyzer Feuerwehren im Einsatz

Die heftigen Regenfälle am Freitagmittag führten auch im Kanton Schwyz zu Einsätzen von mehreren Feuerwehren. So standen laut Angaben der Kantonspolizei Schwyz die Einsatzkräfte der Feuerwehren in  Küssnacht, Feusisberg, Wollerau, Bäch, Freienbach, Pfäffikon, Altendorf  und Galgenen wegen über die Ufer tretenden Bächen und Wassereinbrüchen in Wohnungen im Einsatz. Meldungen über verletzte Personen liegen keine vor. 

Auch Zuger Pumpen laufen auf Hochtouren

Auch in der Region Zug kam es zu mehreren Überschwemmungen, wie die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ) am Freitag mitteilt. Seit Donnerstagabend habe sie zu 18 Einsätzen im Zusammenhang mit den starken Regenfällen ausrücken müssen.

Geröll auf der Blasenbergstrasse in Zug. (Bild: FFZ)

Geröll auf der Blasenbergstrasse in Zug. (Bild: FFZ)

In Oberwil und in der Stadt Zug mussten mit Tauchpumpen und Wassersaugern diverse Keller, Garagen und Schächte ausgepumpt werden. Mit Sandsäcken seien Sperren errichtet worden,  um zu verhindern, dass Wasser in Gebäude eindringe.  Zusammen mit dem Werkhof der Stadt Zug wurden diverse Geschiebesammler von Bächen vom Geröll befreit. 

Die Feuerwehr Rischsei zudem materiell und personell unterstützt worden. In einer Tiefgarage musste Wasser mit einer Motorspritze abgepumpt werden. An diversen andern Orten wurde Wasser mit Tauchpumpen und Wassersaugern abgepumpt.

Werden Sie Leserreporter!

Haben Sie das Hochwasser fotografiert oder Beobachtungen gemacht? Oder sind Sie selber betroffen? Schicken Sie uns ihre Beobachtungen auf redaktion.online@luzernerzeitung.ch

Fast 80 Liter Wasser in Luzern

Nach dem heftigen Unwetter in der Nacht auf Freitag hatte sich die Situation in den betroffenen Regionen bis am Freitagmorgen zunächst etwas entspannt. Am meisten Regen war in den vorangehenden 24 Stunden in der Region Luzern gefallen.

Auf der Linie Malters-Emmen-Root bis zum Zugersee waren es bis zu 78 Liter pro Quadratmeter, wie ein Sprecher von Meteo Schweiz sagte. Das sind zwei Drittel des Niederschlags, der im ganzen Mai im langjährigen Mittel in dieser Region fällt. Die heftigen Regenfälle waren indes sehr lokal.

Die Wassermassen flossen in Rotkreuz die Waldeggstrasse hinunter und überfluteten mehrere Keller. (Bild: Leserreporter)
54 Bilder
Die Tiefgarage Waldegg in Rotkreuz steht 30cm unter Wasser. (Bild: Feuerwehr Rotkreuz)
Mitten in der Stadt Luzern standen verschiedene Strassen innert wenigen Minuten unter Wasser. (Bild: Leser Felix von Wartburg)
Bild: Leser David Hunziker
Bild: Leser David Hunziker
Die Rohrer-Garage in Meierskappel ist überschwemmt. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Die Rohrer-Garage in Meierskappel ist überschwemmt. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Überschwemmter Campingplatz in Meierskappel (Bild: Leser)
Überschwemmter Campingplatz in Meierskappel (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Eine Front bringt starken Regen über Luzern. (Bild: Keystone)
Mitarbeiter der Stadt Luzern pumpen Schächte aus. (Bild: Keystone)
Heftiger Regen auf der A2 bei Stans. (Bild: Keystone)
Der Bach beim Campingplatz in Meierskappel ist am Abend des 07.06.2012 über die Ufer getreten und hat den Campingplatz überschwemt. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Das Wasser hat auf dem Campingplatz zum Teil massiven Schaden angerichtet. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Der Bach beim Campingplatz in Meierskappel ist am Abend des 07.06.2012 über die Ufer getreten und hat den Campingplatz überschwemt. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Der Bach beim Campingplatz in Meierskappel ist am Abend des 07.06.2012 über die Ufer getreten und hat den Campingplatz überschwemt. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Der Stand des 'abendlichen Hochwassers' ist hier sichtbar. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Das Wasser hat auf dem Campingplatz zum Teil massiven Schaden angerichtet. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Auf dem Campingplatz fand ein Country-Fest statt. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Auf dem Campingplatz fand ein Country-Fest statt. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Anstehende Arbeiten nach der grossen Flut. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Auf dem Campingplatz fand ein Country-Fest statt. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Der Schwarzenbach in Allenwinden trat über die Ufer. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Der Schwarzenbach hat einen Teil der Strasse in Allenwinden mitgerissen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Kulturland wird zum See, aufgenommen in Allenwinden. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Im Schuhladen Reno in Root ist es zu einem Wasserschaden gekommen. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Im Schuhladen Reno in Root ist es zu einem Wasserschaden gekommen. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Im Schuhladen Reno in Root ist es zu einem Wasserschaden gekommen. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Im Schuhladen Reno in Root ist es zu einem Wasserschaden gekommen. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)
Wolken (Bild: Leserin Dana Lussi)
Tauchpumpe in einem Schacht in Oberwil (Bild: Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug)
Geschiebesammler beim Zuger Chämistallbach (Bild: Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug)
In Baar wurden mit Sandsäcken Sperren errichtet,  um zu verhindern, dass Wasser in Gebäude eindringt. (Bild: Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug)
Geöffneter Gullyschacht in Oberwil (Bild: Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug)
Geröll auf der Blasenbergstrasse in Zug. (Bild: FFZ)
Campingplatz Meierskappel: Mehrere Wohnwagen erlitten Totalschaden. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Erlibach sucht sich seinen eigenen Weg durch den Campingplatz. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Wie hoch das Wasser stand, lässt der Wohnwagen erahnen. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Die Feuerwehr Meierskappel muss das Wasser absaugen, bevor der nächste Regen kommt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Das Auto erlitt Totalschaden. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Wasser soweit das Auge reicht: Auch nach Mitternacht ist die Feuerwehr noch mit Abpumpen beschäftigt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Viele Camper waren extra wegen dem Countryfestival angereist. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Das Festival hatte am Donnerstag begonnen. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Die Parkgarage des Schultrakts Waldegg in Rotkreuz steht 30 Zentimeter unter Wasser. Offenbar stehen auch noch Autos in der Garage. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug hilft in Rotkreuz aus: Sie pumpt das Wasser aus der Parkgarage auf die Strasse. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Murgang auf die Kantonsstrasse beim Bahnhof Gisikon-Root. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Schwere Geräte kommen zum Einsatz. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Nicht nur vor dem Gasthof Tell in Gisikon ist die Kanalisation verstopft... (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Auch die Unterführung steht unter Wasser. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Sportpark in Rotkreuz steht bis 30cm unter Wasser. (Bild: Leser Christian Zürcher)
Betroffen vom Hochwasser ist auch die Halle selber. (Bild: Leser Christian Zürcher)
Der Sportpark in Rotkreuz steht bis 30cm unter Wasser. (Bild: Leser Christian Zürcher)
Der Sportpark in Rotkreuz steht bis 30cm unter Wasser. (Bild: Leser Christian Zürcher)
Die Bahnstrecke war zwischen Zug und Luzern (hier vor Rotkreuz) für mehrere Stunden unterbrochen. (Bild: Leser René Meier)

Die Wassermassen flossen in Rotkreuz die Waldeggstrasse hinunter und überfluteten mehrere Keller. (Bild: Leserreporter)

Von Donnerstagabend, 18 Uhr, bis Freitagmorgen, 6 Uhr, fiel laut MeteoNews auf dem Napfganze 68,3 Millimetern Regen pro Quadratmeter. In Luzernwurde in dieser Zeit 40,4 Millimeter pro Quadratmeter gemessen. In Einsiedelnfielen 37,8 Millimeter und in Sempach36 Millimeter. Chamverzeichnete eine Niederschlagsmenge von 35,4 Millimeter und Littau32,4.

Zum Vergleich: Im letzten Jahr fielen laut Auswertung des Luzerner Umweltdepartements in der Region Luzern und kleine Emme während dem ganzen Monat Juni rund 110 Millimeter Regen. In der Region Wigger und Surental waren es rund 85 Millimeter.

bep/sda