Velo Club Ägeri: Auch die Jungen treten in die Pedale

Bald feiert der Velo Club Ägeri sein 100-Jahr-Jubiläum. Im Gespräch verrät der Präsident, wie es um den sportlichen Nachwuchs steht.

Vanessa Varisco
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Ausfahrten von 60 bis 120 Kilometern gehören zum Vereinsleben des Velo Club dazu.

Ausfahrten von 60 bis 120 Kilometern gehören zum Vereinsleben des Velo Club dazu.

Bild: PD

Sobald die Temperaturen in die Höhe klettern, schwingen sich die ersten Rennvelofahrer wieder in den Sattel. Und da gemeinsame Ausfahrten und Trainings noch schöner sind, werden im Frühling in aller Regel auch die Veloclubs wieder draussen aktiv. Ein Verein mit einer langen Tradition ist der Velo Club Ägeri, der 1921 gegründet wurde und nächstes Jahr sein 100-Jahr-Jubiläum feiern wird. «Keine Selbstverständlichkeit. Aber es freut uns natürlich sehr», findet Präsident Daniel Henggeler. Der ehemalige Rennfahrer ist seit 2017 im Amt.

Fusion scheiterte

Dass ein Verein so lange besteht, erfordert Engagement, Nachwuchs und nicht zuletzt einen Vorstand, der den Club führt und organisiert. «Derzeit hat der Verein einen jungen Vorstand», freut sich Henggeler. Alle Amtsinhaber seien um die 30 Jahre alt. Er führt aus: «Anfangs der 2000er gab es zeitweise Herausforderungen, weil mehrere Leute gleichzeitig aus dem Vorstand austraten.» Zwar hätten sich für einige Positionen Nachfolger gefunden, doch das Präsidium blieb lange Zeit unbesetzt. Zeitweise stand deshalb auch die Idee im Raum, mit dem Ägeri Bike Club zu fusionieren. Die Pläne scheiterten wegen finanzieller Gründe und weil «Gümmeler» – also Rennvelofahrer – und Biker eben doch trainigstechnisch nicht wirklich zueinanderpassen.

2012 wurde Sepp Aregger, der zuvor mehrere Jahre das Vize-Präsidium innehatte, zum Präsidenten gewählt. «Und ab diesem Zeitpunkt gab es keine Schwierigkeiten mehr, den Vorstand zu besetzen», so Henggeler. Denn für ihn und den derzeitigen Vizepräsidenten Samuel Horstmann sei schnell klar gewesen, dass sie diese Positionen übernehmen würden, als Aregger die beiden anfragte. «Der Club hat mir sportlich viel ermöglicht, weshalb ich etwas zurückgeben möchte», erklärt der gebürtiger Oberägerer. Vor allem auch den jungen Rennfahrern.

Auch Selbstdisziplin ist gefordert

An Nachwuchs fehlte es einige Zeit noch. Doch das hat sich mittlerweile geändert: 7 Rennfahrer zählt der Verein, darunter eine junge Frau. Ins Rollen gebracht habe dies der Sohn eines langjährigen Mitglieds und Rennfahrers. «Gian Müller hat viele junge Fahrer motiviert, ebenfalls aufs Velo zu steigen», führt Henggeler aus. Sodass innert kürzester Zeit eine Gruppe entstanden sei, die einmal die Woche unter Führung des Rennleiters, dem ehemaligen Radrennfahrer Marcel Aregger, trainiert. Die Freude der Jungen erklärt sich der Präsident damit, dass man an der frischen Luft und gemeinsam unterwegs sei. «An den Trainingsabenden entsteht eine gewisse Dynamik, durch die sich die Fahrer gegenseitig anspornen», schildert er. Ergänzend fügt er an, dass die wöchentlichen Trainings natürlich nicht reichen würden, um sich bei Rennen erfolgreich zu platzieren. «Der Sport braucht auch Selbstdisziplin. Eine gute Mischung, die das Ganze spannend macht», findet er.

Der Verein kann mittlerweile auf einen jungen und engagieren Vorstand zählen und für sportlichen Nachwuchs ist gesorgt. Langjährige Mitglieder sind ebenfalls mit von der Partie. Jene nehmen an den Touren statt, die von Frühling bis Herbst durchgeführt werden. 60 bis 120 Kilometer werden dabei jeweils abgefahren. Derweil gibt es allerdings keinen Tourenchef mehr, dafür einen Tourenchat. Denn wie in vielen Vereinen ist beim Velo Club Ägeri spürbar, dass man sich nicht mehr gerne verpflichtet. «Durch den Chat sind wir flexibler», erläutert der Präsident. Er gibt aber zu, dass es hier an Teilnehmer des mittleren Alters fehlt. «Es stossen immer wieder einzelne dazu, aber es dürften sicher noch mehr werden.» Nichtsdestotrotz im Grossen und Ganzen zeigt sich der Club sehr zufrieden über die Situation. Und hat Lust auf mehr.

Geplant ist ein Lottomatch

Beispielsweise spielt der Vorstand derzeit mit dem Gedanken, ob in Zukunft ein Velorennen realisiert werden könnte. Der Grand Prix Ägerisee wurde nämlich schon vor Jahren abgeschafft, nachdem er zwar ein grosser Erfolg, aber mit viel organisatorischem Aufwand verbunden war. «Wir werden sehen, was entsteht. Ein Highlight wäre es unbestritten», so Daniel Henggeler. Vorerst plant man aber noch das Jubiläumsjahr 2021. Eine Idee verrät der Präsident schon vorab: «Wir möchten einen Lottomatch veranstalten - nicht nur clubintern, sondern für die Öffentlichkeit.» Bei der Planung spannen die Generationen im Club zusammen. So werden auch die älteren Mitglieder einbezogen, weil sie sich noch besser an früher erinnern. «Es bleibt spannend», resümiert Daniel Henggeler zufrieden.