Auch diesen Sommer wird Chaos herrschen

Die Antworten des Stadtrats auf eine Interpellation zu den Zuger Strandbädern zeigen: Beim Brüggli wird für die Badesaison wieder mit heftigen Verkehrsproblemen gerechnet.

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Auf der Wiese beim Strandbad Brüggli in Zug sollen unter der Woche keine Autos mehr parkieren dürfen. Dies sorgt für Aufruhr unter den Besuchern. (Bild: Maria Schmid, Zug, 18. Juli 2018 )

Auf der Wiese beim Strandbad Brüggli in Zug sollen unter der Woche keine Autos mehr parkieren dürfen. Dies sorgt für Aufruhr unter den Besuchern.
(Bild: Maria Schmid, Zug, 18. Juli 2018 )

Die von der SVP-Fraktion im Zuger Stadtparlament eingereichte Interpellation trägt den harmlosen Titel «Zuger Strandbäder». Eine stadträtliche Antwort bereitet die Bevölkerung nun aber darauf vor, dass es auch in dieser Badesaison beim Brüggli am Chamer Fussweg zu einem Verkehrschaos kommen wird.

Grund: Während der diesjährigen Badesaison wird die angrenzende Wiesenparzelle, die im Besitz der Stadt ist, nur an den Wochenenden zum Parkieren freigegeben. Der Stadtrat begründet dies mit dem noch immer geltenden entsprechenden Stadtratsbeschluss von 1989. «Es ist nicht geplant, die Wiese unter der Woche oder an Feiertagen zu öffnen», schreibt der Stadtrat.

Hohe Kosten für Securitas

Gewohnt sind regelmässige Gäste der Badi beim Brüggli den Anblick von Mitarbeitern der Securitas, die etwas Ordnung ins Chaos bringen sollen. In der Interpellationsantwort des Stadtrats sind die Kosten beziffert, die für den Securitas-Einsatz zur Erhöhung der Verkehrssicherheit laut Stadtrat «an kritischen Tagen» anfallen. «In den letzten fünf Jahren bezahlte die Stadt für derartige Leistungen gesamthaft rund 90 000 Franken.»

Wobei die exakten Kosten nur für die Jahre 2017 (19 232 Franken) und 2018 (24 398 Franken) vorliegen. «Für die Jahre 2014 bis 2016 können die Kosten nicht exakt ausgewiesen werden, da der Aufwand zusammen mit anderen Dienstleistungen der Securitas im Rahmen der Präventionspatrouillen verrechnet wurde», so der Stadtrat. Der Aufwand sei aber in den letzten Jahren tendenziell gestiegen.

Über Verbesserungen wird verhandelt

Aktuell arbeiten die Stadt Zug, die Korporation Zug, die Eigentümerin des Brüggli ist, und der Kanton an einem Konzept, wie das Brüggli – inklusive Parkierung – aussehen könnte, sollte der dort bestehende TCS-Campingplatz einst geschlossen werden. Geht es nach dem Willen der Korporation und des Kantons, soll der Campingplatz bis 2022 geschlossen werden. Dagegen regt sich in Form einer Petition Widerstand. Die Petition ist im Kantonsrat am 8. November 2018 zur Vorberatung an die Justizprüfungskommission überwiesen worden. Sie ist noch hängig.

Auch in Oberwil kommt es während der Badesaison regelmässig zu Verkehrsproblemen. Diese gipfelten im vergangen Sommer in einem massiven Anstieg verhängter Parkbussen. In Oberwil kann während sieben Sonntagen in den Sommerferien auf dem Schulhausplatz parkiert werden. Allerdings gilt dies nicht für Feiertage. Im Gegensatz zur letzten Badesaison solle dies heuer besser kommuniziert werden, schreibt der Stadtrat. Er rechnet damit, dass es wegen der verbesserten Kommunikation «in diesem Jahr zu keiner Anhäufung von Parkbussen kommen wird.»

Immerhin hatte der Hitzesommer 2018 positive Wirkung auf die Öffnung und Nutzung der Zuger Strandbäder. Wie der Stadtrat ausweist, waren die beaufsichtigten Strandbäder Seeliken 2018 während 107 Tagen, das Bad am Chamer Fussweg während 103 Tagen geöffnet. Wie viele Personen die Bäder 2018 besucht haben, darüber wird nicht Buch geführt.