Leserbrief

Auf das Wort des Staates ist kein Verlass

«Erste Spenderkinder erhalten Auskunft», Ausgabe vom 27. Dezember

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Wer früher Samen spendete, konnte sicher sein, dass er anonym blieb. Aus verschiedenen nachvollziehbaren Gründen gab es zwar seit 2001 ein Register, aber der Spender blieb Gegenüber dem Empfänger anonym. Gut, man kann sich füglich darüber streiten, was nun richtig ist, eines darf man jedoch nicht ausser Acht lassen: Wir können dem Staat je länger je weniger vertrauen, wegen Trends werden Gesetze über den Haufen geworfen. Psychologen bauschen etwas auf und prompt wird eine Grundlage, die für die Entscheidung zur Samenspende essenziell war, über dem Haufen geworfen.

Wer garantiert dem Samenspender der Zukunft, dass ein anderes Parlament nicht plötzlich Unterhaltsansprüche als zeitgemäss erachtet, schliesslich war es ja ein Vergnügen, den Samen zu spenden. So einem Staat vertraue ich nicht mehr und werde somit mit absoluter Sicherheit sofort klipp und klar festhalten, dass ich weder willens bin Organe zu spenden geschweige zu empfangen, denn man weiss ja nie, zu was für Kapriolen dieser Staat in Zukunft fähig sein wird. Samen- und Organspenden sind bei so einem Staat ein Hochrisikospiel.

Michel Ebinger, Rotkreuz