Auf dem Zuger LG-Areal werden bald Kinder betreut

Da das geplante Museumsprojekt «Modi» verkleinert werden muss, zieht die Futura Montessori Tagesschule ins Haus Gartenstadt 2a ein.

Christopher Gilb
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Am 9. August eröffnet in der Shedhalle die Zwischennutzung «Freiruum», die ehemalige Siemens-Produktionshalle ist dann neu bis Ende 2022 eine Markt-, Sport-und Eventhalle gleichzeitig. Auch die Zwischennutzung im angrenzenden Haus Gartenstadt 2a nimmt Gestalt an, aber anders als erwartet: Diese Woche reichte die Futura Montessori Tagesschule Baar ein Umnutzungsgesuch für ein Kinderbetreuungsangebot auf dem 650 Quadratmeter grossen zweiten Stock des ehemaligen Bürogebäudes ein. «Wir haben für unseren ersten Standort in Baar lange Wartelisten», erklärt Anja Contu von der Montessori Tagesschule. Zudem würden häufig Eltern anfragen, ob auch die kleinen Geschwister ihrer Kinder betreut werden könnten. Die verschiedenen Angebote in Baar richten sich bisher aber nur an Kinder von zirka 3 bis 12 Jahren. In der geplanten «Futura Montessori Toddler Community Zug» sollen deshalb Kleinkinder ab 18 Monaten, also ab dem Laufalter, aufgenommen werden. «Insgesamt sind 52 Betreuungsplätze geplant», so Contu.

Sie hofft, sobald wie möglich eröffnen zu können. Eine Ortsbegehung mit der zuständigen Abteilung Soziales der Stadt habe bereits stattgefunden. Die Futura habe schon länger Flächen gesucht, nun sei man froh, erst einmal diese zentrale Örtlichkeit gefunden zu haben.

Museum eröffnet nur auf einem Stock

Frei wurde die Fläche aber nur, weil bei der ursprünglich geplanten Zwischennutzung nicht alles nach Plan lief. Der deutsche Sozialunternehmer Andreas Heinecke wollte auf den kompletten vier Stockwerken des Hauses Gartenstadt 2a ein Museum, das sogenannte Modi, ausgeschrieben «Museum of Diversity and Inclusion», realisieren. Heinecke ist Initiator von weltweit stattfindenden Ausstellungen wie «Dialog im Dunkeln» oder «Dialog im Stillen», wo Besucher Tauben und Blinden – den Museumsmitarbeitern – begegnen und sich mit deren Situation auseinandersetzen können. Im Modi wollte er nun verschiedene Ausstellungen kombinieren. Letzten September präsentierte er sein Projekt mit den Machern von «Freiruum». Die Kosten für den Betriebsstart in Höhe von 2,8 Millionen Franken sollten durch Stiftungen gestemmt werden. Danach sollte sich das Museum selbst tragen. Doch die Stiftungen zeigten sich zurückhaltender als erwartet und bereits im Dezember 2018 kündigte er gegenüber unserer Zeitung an, erst in kleinerem Rahmen starten zu wollen.

Im Dezember soll das Modi, wie Heinecke nun bestätigt, deshalb erst mal im Erdgeschoss eröffnet werden, und dies für vorerst sechs Monate. Rund 380000 Franken koste dieser Testlauf. Unterstützt wird er von zwei namhaften Stiftungen. 20000 Franken steuert die Stadt Zug bei, ein weiteres Gesuch beim Kanton wird noch behandelt.

«Diese politische Rückendeckung ist wichtig, da weitere Stiftungen ihre Fördermittel davon abhängig gemacht haben», so Heinecke.

Entsprechend zeigt er sich zuversichtlich, die Finanzierung stemmen zu können. Dass im zweiten Stock eine Kinderbetreuung einzieht, sieht er nicht als Hindernis. «Alles, was den Ort belebt, ist gut und vielleicht ergeben sich Synergien für Projekte.» Ziel sei weiterhin das Museum auf mehrere Stockwerke auszudehnen. «Jetzt wollen wir in kleinerem Rahmen zeigen, was wir planen und hoffen damit, Unterstützer für das eigentliche Museum gewinnen zu können.»