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Exkursion in Baar: Auf den Spuren der Amphibien

24 Naturbegeisterte begaben sich ins geheimnisvolle Tierreich der Frösche und Kröten. Sie liessen sich auf eine Reise ein, fernab des Klischees des Froschkönigs im Märchen. Organisiert wurde der Anlass von Pro Natura.
Lena Dysli
Das Bild zeigt eine Gelbbauchunke, auch Bergunke genannt, die im Kanton Zug vorkommt. (Bild: PD/Pro Natura)

Das Bild zeigt eine Gelbbauchunke, auch Bergunke genannt, die im Kanton Zug vorkommt. (Bild: PD/Pro Natura)

Die Amsel trällerte ihr Abendlied, während Grillen den Sommertag mit lautem Gezirpe ausklingen liessen und Tannen im starken Westwind rauschten. Die Uhr zeigte 20.15 Uhr. Im Namen der Organisation Pro Natura haben sich am Freitag, 7. Juni, Naturbegeisterte auf die Spuren der Frösche und Kröten gemacht. Jung und Alt trafen sich auf der Bachtalerhöhe, um Amphibien aufzuspüren. In einer kleinen Einführung vermittelte Biologin Marianne Rutishauser die nötigen Grundinformationen und schilderte die momentane Situation der Amphibien der Region. Ein Primarschüler, der die Tiere bereits in der Schule behandelte, erklärte der Gruppe begeistert den Unterschied zwischen Frosch und Kröte. Frösche besitzen eine glatte, schleimige Haut, während die Haut der Kröten rau ist, ja sogar oftmals von Warzen übersät.

Mit gutem Schuhwerk und Taschenlampen sowie den grundlegenden Informationen über die unbekannten Amphibien im Gepäck, machte sich die Gruppe schliesslich auf die Suche nach den geschützten Tieren. Dabei führte ein schmaler, wurzelbewachsener Weg zu einer trüben Pfütze, die inmitten einer Lichtung völlig unbelebt schien. Doch beim genauen Hinsehen waren kleine Tiere zu erkennen, die zur späten Stunde erwachten und um die Wette musizierten.

Das Fangen von Amphibien ist streng verboten

Fachkundig schwenkte Marianne Rutishauser den Kescher vorsichtig ins Wasser. Zur Überraschung der Teilnehmer hob sie bereits nach wenigen Augenblicken eine Gelbbauchunke aus dem Schlamm. Die Tiere sind auf der roten Liste der Schweiz aufgeführt. Während die Gelbbauchunke unter dem Vergrösserungsglas die Runde machte, spielte Marianne Rutishauser mit Musikboxen die Unkenrufe ab, wobei jeder dem schönen Konzert lauschte. Dabei betonte sie ausdrücklich, dass das Fangen von Amphibien streng verboten sei. Nur sie besitze eine Sonderbewilligung und darf dies im Rahmen von Forschungszwecken und Exkursionen tun.

«Den Tieren ist die letzten Jahre viel Lebensraum abhandengekommen», erklärte Marianne Rutishauser. Nicht nur neue Strassen, Kanalisierungen, Eindämmungen von Flüssen und Begradigungen von Bächen führten zu Bestandesrückgängen. Auch fehlt es an Feuchtflächen aufgrund von längeren Trockenperioden. Um diesen Rückgang zu bremsen, ist es nötig, für die vielfältigen Arten wieder mehr Raum zu schaffen und dabei auf die Not der gefährdeten Tiere hinzuweisen. So lancierte Pro Natura im Jahre 2013 die Kampagne «Mehr Weiher für Frosch & Co.», welche sich für mehr feuchte Lebensräume in der Schweiz einsetzt, dabei auf Bedürfnisse der stark gefährdeten Arten eingeht und zusätzlich versucht, der Bevölkerung die Wichtigkeit der Amphibien mit Hilfe von Exkursionen wie der «Nacht der Frösche» klar zu machen. Denn Frösche und Kröten gehören zu unserer Natur und zum Ökosystem, auch wenn sie noch so unscheinbar sind.

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