Auf den Spuren kostbarer Zeugnisse des Glaubens

Kunstgeschichte satt: Der Verein Sakrallandschaft Innerschweiz führt Interessierte während dreier Tage an verborgene Schätze von ausgesuchten Klöstern, Kirchen und Kapellen heran.

Andreas Faessler
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Auch das Kloster Muri steht auf dem Programm der «Tage der sakralen Schätze». (Bild: Stefan Kaiser)

Auch das Kloster Muri steht auf dem Programm der «Tage der sakralen Schätze». (Bild: Stefan Kaiser)

Hinter dicken Kirchen- und Klostermauern verbergen sich nicht selten ungeahnte Kostbarkeiten, die im Laufe der Jahrhunderte angesammelt und eingerichtet worden sind – sei es als Zeichen von Einfluss und Repräsentation oder als Zeugnis gelebter Volksfrömmigkeit zur Ehre Gottes. Viele dieser Schönheiten bleiben dem Volk ausserhalb der historischen Mauern vorenthalten. Genau aus diesem Grund hat der Verein Sakrallandschaft Innerschweiz die «Tage der sakralen Schätze» ins Leben gerufen, welche Ende dieser Woche interessierten Menschen die Gelegenheit bieten, in 14 Klöstern, Kirchen und Kapellen der Zentralschweiz kunst- und wertvolle Glanzstücke des gelebten christlichen Glaubens zu erkunden. Die Begehungen finden teils als Führungen statt und/oder sind mit einem ergänzenden Anlass verbunden.

Führungen, Spaziergänge und Konzerte

Zur Auswahl stehen folgende sakrale Stätten in den Kantonen Luzern, Ob-/Nidwalden, Schwyz und Aargau: Die Stifts- und Pfarrkirche St. Leodegar im Hof in Luzern – sie birgt einen der bedeutendsten Stiftsschätze der Schweiz. Auch das Kloster St. Urban ist reich an geistlichen Kostbarkeiten aus alter Zeit. Beim Chorherrestift Beromünster steht hingegen die bemerkenswerte Stiftsbibliothek im Fokus, während es in der ref. Kirche Hüswil um die modernen Glasfenster aus den 1940er-Jahren geht. Ein versteckter Bilderzyklus und weitere Kostbarkeiten erwarten die Besucher in der Kirche St. Jost Blatten bei Malters, im Fall der Kirche Hergiswald ob Kriens wird gleich das ganze Gebäude zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk erklärt.

Im Nachbarkanton Obwalden locken in Verbindung mit einer kurzen Wanderung die sakralen «Brennpunkte» der Bruder-Klausen-Landschaft zwischen Sachseln und Ranft wie die Kapelle St. Niklausen, die Mösli-Kapelle und die Ranft-Kapelle. In der Flüeli-Kapelle St. Karl-Borromäus gibt es eine kunsthistorische Führung sowie ein kleines Orgelkonzert mit seltener Literatur aus der Zeit um 1600. Im Kanton Nidwalden interessiert einerseits die Kapelle Maria in Linden in Kehrsiten. Hier stehen neben einem thematischen Gottesdienst die Marienerscheinungen und ein besonderes Deckenbild im Zentrum. Die Heilig-Kreuz-Kapelle in Emmetten besticht andererseits mit einem aussergewöhnlichen Totentanz und einer Vielzahl an Votivtafeln.

Im Kanton Schwyz auf der anderen Seeseite warten zwei barocke Schönheiten und zwei moderne Glaubensstätten. Im Kloster Einsiedeln dreht sich alles um die prächtigen Gewänder der weltberühmten Schwarzen Madonna. Und in der festlichen Pfarrkirche St. Erhard und Viktor in Tuggen wird anlässlich des 275-jährigen Bestehens des Gotteshauses der reiche Kirchenschatz ausgestellt. In der Antoniuskapelle in Morschach interessieren vor allem moderne Kleinode der christlichen Kunst wie eine Ikone und Glasfenster. Und im Missionhaus Bethlehem in Immensee gibt es schliesslich eine Führung über den Friedhof, wo die Gräber ganz besondere Geschichten erzählen. Im nahen Freiamt schliesslich ist das Kloster Muri mit seinem attraktiven Museum und der spektakulären Klosterkirche ein besonderer Anziehungspunkt, wo eine besonders grosse Zahl an Kostbarkeiten im Verborgenen schlummert.

Programm online als Flyer

Sämtliche Anlässe sind kostenlos und können ohne Voranmeldung besucht werden. Manche Veranstaltungen finden mehr als einmal statt. Das detaillierte Programm der «Tage der verborgenen sakralen Schätze» ist im Internet zu finden unter www.sakrallandschaft-innerschweiz.ch.