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Eine Baarerin auf Spurensuche in Südamerika

Die Neugier hat sie nie losgelassen: Franziska Schmid reist nach Südamerika, wo vor über 275 Jahren einer ihrer Urahnen Beeindruckendes bewirkt hat.
Sabrina Durante, Lassalle-Haus
Franziska Schmid aus Baar will wissen, wo und wie ihr Vorfahre, der Jesuit Martin Schmid (1694-1772), in Südamerika gewirkt hat.

Franziska Schmid aus Baar will wissen, wo und wie ihr Vorfahre, der Jesuit Martin Schmid (1694-1772), in Südamerika gewirkt hat.

Wer wünscht sich nicht, einen bekannten Vorfahren zu haben, einen Entdecker oder Abenteurer, der zu seiner Zeit Ungewöhnliches geleistet hat? Nur meistens verliert sich die Spur spätestens bei den Ur-Grosseltern, und das Leben und Wirken der früheren Generationen bleibt für immer verborgen.

Nicht so bei Franziska Schmid aus Baar. Das Leben einzelner Vorfahren war in ihrer Familie immer präsent – und einer von ihnen stach ganz besonders hervor: Martin Schmid, 1694 in Baar geboren. Mit 23 Jahren trat er in den Jesuitenorden ein und wurde als Missionar zu den sogenannten Reduktionen, den Jesuitensiedlungen, nach Bolivien gesandt. Während fast 40 Jahren bei den dort ansässigen Chiquitos-Indianern kamen seine vielseitigen Begabungen voll zum Zuge: Der Baarer war nicht nur Missionar, sondern verfasste unter anderem eine Grammatik in der Lokalsprache «Chiquitano», komponierte geistige Musikwerke und lehrte die Indianer, diese Stücke mit selbst gebauten Instrumenten zu spielen. Daneben betätigte er sich auch als Architekt – die Urwaldkirchen, die er gebaut hat, sind im lokal abgewandelten «Kolonialbarock»-Stil gehalten und gehören heute zum Unesco-Weltkulturerbe.

Weitreichende Verbindungen

In zahlreichen Briefen an seine Familie in der Heimat hielt er sein Leben und seine Gedanken fest – diese Zeitzeugnisse trug Pater Rainald Fischer, ein Cousin von Franziska Schmids Vater, in den 1980er-Jahren im Buch «P. Martin Schmid SJ, Seine Briefe und sein Wirken» zusammen. Und die Verbindung geht noch viel weiter: Ebenfalls in den 1980er-Jahren war Franziska Schmids Bruder in einem regionalen Hilfsprojekt zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Bolivien tätig und stiess dort auf die Bauwerke seines Vorfahren, die gerade vom Walchwiler Architekten Hans Roth restauriert wurden.

Franziska Schmids Eltern setzten sich damals intensiv mit der Geschichte von Pater Martin Schmid auseinander, reisten mehrmals in diese Region und waren bei der Einsegnung der Kirche von San Javier de Chiquitos nach deren Restauration dabei. Den Kontakt zu Hans Roth, der in Bolivien lebte, pflegten sie über Jahre: «Wann immer er in die Schweiz kam, schaute er auf einen Besuch vorbei», weiss Franziska Schmid. Sie war damals noch zu jung, um die Eltern auf ihre Reisen zu begleiten – die Neugier auf diese Werke blieb ihr aber bis heute.

«An Martin Schmid fasziniert mich vor allem seine Vielseitigkeit: Architekt, Schreiner, Zimmermann, Instrumentenbauer, Komponist und Seelsorger», erklärt sie. «Mit der Musik hat er den Zugang zu den Einheimischen in Bolivien gefunden und konnte sie ins Boot holen.»

Der Kreis schliesst sich

Mit der Ausschreibung einer Reise zu den Reduktionen in Südamerika durch das Lassalle-Haus Bad Schönbrunn in Edlibach sah Franziska Schmid ihre Gelegenheit gekommen. Denn auf dem Programm stehen auch Martin Schmids Kirchen in San Javier, San Rafael und Concepcion. Im kommenden April wird die Baarerin, 275 Jahre nach Martin Schmid, auf Spuren ihres illustren Vorfahren wandeln. Geleitet wird die Reise von Hans Roths Sohn Christian, ebenfalls Architekt, sowie von Toni Kurmann, Missionsprokurator der Jesuitenmission Schweiz.

Informationen zur Reise zu den Reduktionen in Südamerika unter www.lassalle-haus.org

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