Leserbrief
Auf welchen Grundlagen fusst dieses Kreditbegehren?

«Mitsprache bei Altersfrage», Ausgabe vom 18. Januar

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Mit Interesse habe ich die von der Gemeinde Risch durchgeführte Videokonferenz am 12.Januar verfolgt. Damit wurde das Vernehmlassungsverfahren zum Vorgehen der Überbauung Buonaserstrasse eröffnet. Per 2025 sollen in Rotkreuz ein neues Pflegezentrum mit 73 Betten und 60 Alterswohnungen erstellt werden. Dafür benötigt die Gemeinde einen Kredit von 67 Millionen Franken. Das ist ein grosser Batzen! Was die Bürgerinnen und Bürger für diesen Batzen erhalten sollen, ist aber offenbar das Geheimnis der Gemeinde Risch AG, der Bürgergemeinde, der Stiftung Alterszentrum Risch/Meierskappel und der Einwohnergemeinde Risch. Auf welchen Grundlagen fusst dieses Kreditbegehren? Existieren bereits Baupläne? Detaillierte Basisgrundlagen über das Budget fehlten. Grundsätzlich nahm ich die Informationsveranstaltung lediglich als unvollständige Finanzvorlage wahr.

Da es sich aber bei diesem Bauvorhaben nicht um eine Werkhalle handelt, um den gemeindeeigenen Maschinenpark zu parkieren, sondern um Bauten, in welchen über Jahrzehnte Menschen mit verschiedenen Bedürfnissen betreut werden sollen, ist für mich wichtig zu wissen: Wurden die Bedürfnisse der zukünftigen Generation, welche mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr ganz so anspruchslos daherkommen wird wie diese Generation, welche zur Zeit das Alterszentrum Dreilinden bewohnt, abgeklärt? Ebenso wichtig sind die Bedürfnisse aller Angestellten in einem solchen Betrieb. Nachvollziehbare Betriebsabläufe wirken sich positiv auf das Betriebsklima aus und dies wiederum auf längerfristige Arbeitsverhältnisse (in Krisenzeiten nicht unwesentlich). Wurden zukunftsträchtige Betriebskonzepte geprüft? Wenn ja, wo und welche? Über als das wurden keine Worte verloren.

Last but not least ist meine Frage: Was erhalten die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde? Wird die Umgebung so gestaltet, dass Bewohnerinnen und Bewohnern unkomplizierte Kontakte mit der Bevölkerung möglich sind? Was passiert mit dem jetzigen Demenzgarten? Gibt es einen interreligiösen Andachtsraum, eine öffentliche Cafeteria, einen Fitnessraum, Ferien- oder Gästezimmer...?

Bevor solche Fragen nicht beantwortet werden, ist es mir kaum möglich, einem 67-Millionen-Kredit zuzustimmen.

Marianne Stutz, Buonas