Der  Musikverein Rotkreuz bricht beim Jahreskonzert auf zu neuen Ufern

Die Musikanten des Musikvereins Rotkreuz nahmen das Publikum mit auf eine Reise. Das Ziel: Melodien aus Städten und Ländern nördlich von Rotkreuz.

Sabina Bügler
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Dirigent Fabio Küttel und seine Musikanten begeisterten das Publikum. (Bild: Christian H. Hildebrand (Rotkreuz, 17. November 2018))

Dirigent Fabio Küttel und seine Musikanten begeisterten das Publikum. (Bild: Christian H. Hildebrand (Rotkreuz, 17. November 2018))

Die Wegweiser am Bühnenrand gaben Aufschluss: Dublin, Kanada, Berlin, Schweden. Die musikalische Reise am vergangenen Samstag nahm das Publikum im Zentrum Dorfmatt in Rotkreuz «Nordwärts» mit zu keltischen, böhmisch-mährischen und slavischen Klängen. An Passagieren mangelte es nicht. Auch noch kurz nach acht Uhr drängelten letzte Mitreisenden zu einem Sitzplatz.

Im randvollen Saal machte die Jugendmusik der Musikschule Risch-Rotkreuz unter der Leitung von Norbert Kiser mit einem Potpourri aus ortsunabhängigen Stücken den Auftakt. «Happy», von Pharrell Williams und die Titelmelodie aus dem gleichnamigen Film «Ghostbusters» heizten für die eigentlichen Stars des Abends ein.

Zu peppigen Rhythmen betraten die gut 40 Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Rotkreuz die Bühne. Unter der musikalischen (Reise-) Leitung von Fabio Küttel führte der erste Abstecher zu Bryan Adams nach Kanada. Projizierte Landschaftsaufnahmen auf einer Leinwand gaben Einblick in die Gegend, während Hits wie «I Do It For You», «Please Forgive Me» und «The Best Of Me» zu einem Medley verschmolzen. Nach heftigem Applaus machte das Blasorchester in den Catskills Mountains im Bundesstaat New York halt, wo eine Mischung aus eigenwilliger amerikanischer und europäischer Volksmusik auch mal den Takt mit einer rasselnden Kette angab.

Sogar die Melodie scheint auf Reisen zu gehen

Schliesslich wurde es ruhig im Saal und beinahe andächtig: «Stahlblauer Himmel» hiess das zu Beginn meditativ anmutende Stück aus Schweden. Die Melodie begab sich dabei selbst auf eine Art Reise, entwickelte Klang und Harmonie zu einer homogenen Verschmelzung der einzelnen Register, die wiederum aufzeigte, wie versatil die Musikerinnen und Musiker sein konnten.

«Die Idee für unser diesjähriges Thema entwickelten wir während einer kreativen Sitzung im Hochsommer», verriet der in Luzern wohnhafte Küttel vor der Pause. «Spätestens bei der zweiten Flasche Wein stand fest, wir fahren ‹Nordwärts›». Dazu gehört auch eine gute Portion «Berliner Luft». Ursprünglich ein Operettenlied im Marschrhythmus von Paul Lincke, hat es sich längst zu einer Art «Hymne Berlins» entwickelt. Finger wurden ausgefahren und der ein oder andere Pfiff begleitete die Band in die Pause.

Dass auch Robbie Williams nördlich des 47. Breitengrades zu Hause ist, wurde spätestens beim Encore klar. Nach einem Medley der britischen Kollegin Adele und eingängigen Riverdance Rhythmen, setze der Musikverein Rotkreuz mit «Let Me Entertain You» die Krone auf den Kopf ihres gelungenen Jahreskonzerts – denn «entertained» wurden garantiert alle Passagiere an Bord von «Nordwärts».