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Eine Steinhauserin nimmt an Radrennen auf der ganzen Welt teil

Die Steinhauserin Désirée Ehrler (27) ist seit Jahren das weibliche Zuger Aushängeschild. An ihrem Heimrennen in Hagendorn will sie ihr Topresultat vom Vorjahr wiederholen.
Fabian Trinkler
Désirée Ehrler ist dem Radsport im Alter von 12 Jahren verfallen. (Bild: PD)

Désirée Ehrler ist dem Radsport im Alter von 12 Jahren verfallen. (Bild: PD)

Die Karriere von Désirée Ehrler begann im Alter von 12 Jahren und wurde durch den grossen Bruder inspiriert. Dieser war bereits Mitglied im RMV Cham-Hagendorn und bewegte seine kleine Schwester zuerst zu einzelnen Ausfahrten und dann zum Eintritt. «Ich realisierte früh, dass mich das Ausloten der persönlichen Grenzen reizt, und ich fühlte mich in der familiären Atmosphäre der Rennradszene auf Anhieb sehr wohl» begründet Ehrler ihre frühe Faszination für den Radsport. Die Weichen für eine Profikarriere wurden einige Jahre später gestellt, als sich kurz nach den Abschlussprüfungen der Vinto-Sportlerlehre die Chance zum Einstieg in ein Profiteam eröffnete. «Zuerst jonglierte ich eine Teilzeitanstellung und die nötigen Trainingsstunden, reduzierte mein Arbeitspensum aufgrund der Doppelbelastung jedoch kontinuierlich», erinnert sie sich.

24 Stunden im Dienst der Form

Mittlerweile ist Désirée Ehrler Vollprofi und tourt in den Diensten des niederländischem Mexx Watersley Womens Cycling Team um den Globus. Auf dem Rennkalender stehen vor allem Veranstaltungen in ganz Europa, aber auch in weiter entfernten Destinationen wie Australien und Thailand. Während des Nomadenlebens liegt der Fokus jeweils immer auf einer optimalen Form für den nächsten Wettkampf. «Es ist ein 24-Stunden-Job. Auch neben dem Training muss der Körper stetig auf die nächste Höchstleistung vorbereitet werden». Behilflich ist die WM-Teilnehmerin von 2014 dabei ein persönlicher Trainer. Dieser kennt in Absprache mit der sportlichen Leitung des Teams die verschiedenen Einsätze sowie die Ehrler zugedachte Rolle pro Renntag. Ausgehend davon, werden individuelle Trainings- und Ernährungspläne aufbereitet und der Fortschritt aufgrund der gewonnen Daten überwacht. Die gefahrenen Kilometer zählt Ehrler mittlerweile nicht mehr, «es müssen aber einige tausend pro Saison sein.»

Einen Karrierehöhepunkt erlebte die Steinhauserin im letzten Mai mit einem 3. Rang beim Heimrennen in Hagendorn. Dort führt der RMV Cham-Hagendorn im Rahmen des SwissEver GP jährlich ein UCI-Frauenrennen mit international stark besetztem Feld durch. «Es war einer jener Tage, an denen der Rennplan genau aufgegangen ist» erinnert sich Ehrler. Als sich der Massensprint abzeichnete, versammelte sich das Team planmässig und konnte sich auf dem letzten Kilometer inmitten der üblichen Rangeleien für das Finale eine optimale Ausgangslage verschaffen. «Danach ging es schnell. Aus dem Windschatten meiner Teamkollegin konnte ich von meiner guten Tagesform profitieren. Das Gefühl, vor heimischem Publikum und Familie auf das Podest zu fliegen, ist einfach unbeschreiblich.»

Starke Teams sind angemeldet

Auch im diesjährigen Kalender ist der GP-Renntag vom 26. Mai bereits fett angestrichen. Das erklärte Ziel ist wieder das Podium, allerdings machen die Anmeldungen der Teams den Anschein eines besonders starken Felds. «Wir werden die definitive Startliste abwarten und uns dann die Strategie für das Renen zurechtlegen», erklärt Désirée Ehrler. Mit den eigenen Zuschauern im Rücken sowie überlegenen Streckenkenntnissen ist der Zugerin der Heimvorteil gewiss. Angesprochen auf einen möglichen Heimsieg, sagt Ehrler: «Das wäre der absolute Traum, und man soll ja niemals nie sagen».

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