Auflage des Umfahrungs-Projekts verschoben

Die Umfahrung Cham - Hünenberg, die für Verkehrsentlastung der Ennetsee-Gemeinden sorgen soll, verzögert sich um ein, allenfalls um zwei Jahre. Weil die flankierenden Massnahmen im Zentrum von Cham für Diskussionen sorgen, hat die Zuger Baudirektion die öffentliche Auflage verschoben.

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Stockender Verkehr in Chams Zentrum. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Stockender Verkehr in Chams Zentrum. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Wie die Zuger Baudirektion in einer Medienmitteilung schreibt, liege mit der Umfahrung Cham - Hünenberg (UCH) ein ausgereiftes Projekt vor, das der Kanton in enger Zusammenarbeit mit den beiden Gemeinden entwickelt hat. Mit der öffentlichen Auflage der Projektunterlagen sollte im November das Bewilligungsverfahren für diese Strasse gestartet werden.

Flankierende Massnahmen als Stein des Anstosses

Die UCH besteht aus einer neuen Kantonsstrasse, die im Wesentlichen entlang der Autobahn geführt wird. Flankierende Massnahmen sollen den motorisierten Individualverkehr dazu bringen, das Zentrum von Cham zu meiden und den direkten Weg auf die neue Kantonsstrasse zu nehmen. Die Umfahrung Cham - Hünenberg würde ihre Funktion als Entlastung der beiden Gemeinden jedoch nur mit wirksamen Massnahmen im Dorfzentrum von Cham erfüllen können, so die Baudirektion.

Eine zentrale Rolle sollte in einer ersten Phase die Sperrung der Bärenbrücke und – nach deren Ablehnung durch die Stimmberechtigten der Gemeinde Cham im Rahmen einer Konsultativabstimmung – die Spange um das Neudorfcenter spielen. Vor allem die flankierenden Massnahmen mit der Verkehrsführung um den Gebäudekomplex des Neudorfcenters herum stiessen in der Bevölkerung von Cham auf Opposition.

Aufgrund dieser Reaktionen sehe sich die Baudirektion im Einvernehmen mit den Gemeinderäten von Cham und Hünenberg veranlasst, die flankierenden Massnahmen noch einmal einer eingehenden Prüfung zu unterziehen und zu überdenken. In geeigneter Form sollen sich auch die betroffenen Anwohner in diesen Prozess einbringen können.

Auflage um ein oder zwei Jahre verschoben

Gleichzeitig werde diese Überprüfung die Möglichkeit bieten, die verkehrlichen Auswirkungen des umzuzonenden Areals der Cham Paper Group und die erfolgten Auswirkungen des 6-Spurausbaues der Nationalstrasse in das Projekt einfliessen zu lassen.

Dieser neue Prozess zur Überprüfung der flankierenden Massnahmen habe zur Folge, dass die öffentliche Auflage der Projektunterlagen verschoben werden müsse, so die Baudirektion. Einerseits werden die weiteren Abklärungen sowie der Einbezug der Bevölkerung Zeit in Anspruch nehmen. Andererseits will die Baudirektion die Profilierung des Trassees im landwirtschaftlichen Gelände nicht während der Vegetationsperiode an die Hand nehmen. Aus diesem Grund sei es angezeigt, die öffentliche Auflage des Projektes um ein, allenfalls zwei Jahre zu verschieben.

Aufschub mit Gewinn

Die Baudirektion ist sich bewusst, dass mit diesem Vorgehen der Beginn des Bewilligungsverfahrens aufgeschoben wird. Gleichzeitig ist sie davon überzeugt, dass während der Zwischenphase die flankierenden Massnahmen in Zusammenarbeit mit allen Interessierten zu einem Ganzen gefügt werden können. Qualität und Akzeptanz der Umfahrung Cham - Hünenberg samt flankierenden Massnahmen können damit weiter gesteigert werden. Ein Gewinn, der schliesslich allen Beteiligten zum Vorteil gereichen wird.

pd/kst/sda