Hünenberg: Aufwand und Ertrag halten sich im Budget 2020 die Waage

Das Budget der Gemeinde für das Jahr 2020 ist ausgeglichen. Trotz hoher Investitionen soll es einen Steuerrabatt geben – dank des Finanzausgleichs.

Rahel Hug
Drucken
Teilen
Das Schulhaus Rony wird zurzeit saniert und erweitert. Das Projekt ist ein grosser Posten in der Investitionsrechnung. (Visualisierung: PD)

Das Schulhaus Rony wird zurzeit saniert und erweitert. Das Projekt ist ein grosser Posten in der Investitionsrechnung. (Visualisierung: PD)

Viele Zuger Gemeinden haben bereits Steuersenkungen für das Jahr 2020 angekündigt. Auch die Einwohner von Hünenberg werden im kommenden Jahr weniger an den Fiskus bezahlen, sofern sie an der Gemeindeversammlung vom 9. Dezember das Budget genehmigen. Der Gemeinderat schlägt einen Steuerrabatt von 5 Prozent auf den unveränderten Steuerfuss von 70 Prozent vor. Aktuell gewährt die Gemeinde einen Rabatt von 4 Prozent.

Das Budget rechnet mit einem kleinen Ertragsüberschuss von 282350 Franken. Dies bei einem Ertrag von 52,06 Millionen und einem Aufwand von 51,78 Millionen Franken. Der budgetierte Ertrag habe gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Millionen Franken zugenommen, heisst es in der Mitteilung der Gemeinde zum Voranschlag. Dies im Wesentlichen wegen des um 2,1 Millionen Franken höheren Anteils am Zuger Finanzausgleich ZFA. Der Aufwand ist um 1,6 Millionen Franken höher. Die Zunahme sei vor allem auf die um 1 Million höher kalkulierten Abschreibungen zurückzuführen. Dies aufgrund der höheren Investitionstätigkeit 2019 und 2020.

Das fast ausgeglichene Budget ähnelt dem Voranschlag 2019. So nimmt der Steuerertrag wiederum leicht ab. Neben den ersten Auswirkungen der Abstimmung zur Steuerreform und AHV-Finanzierung (Staf) werde gleichzeitig ein leichter Rückgang der juristischen Personen prognostiziert, schreibt die Gemeinde. Bei den natürlichen Personen sowie bei den steuerfussunabhängigen Grundstückgewinn- und übrigen Steuern rechnet die Finanzabteilung mit einer positiven Entwicklung.

Personal in der Bauabteilung wird aufgestockt

Gemeindepräsidentin und Finanzchefin Renate Huwyler sagt dazu: «Mit der Aufwertung unserer Arbeitsgebiete Bösch und Moosmatt wollen wir zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und Firmen ansiedeln. Dies soll den Rückgang der juristischen Personen kompensieren.» Ebenfalls soll die Einnahmenseite mit der Bewirtschaftung der brachliegenden unbebauten Grundstücke (Maihölzli, Rony) sowie des Gemeindehauses verbessert werden.

In der Investitionsrechnung sind Nettoinvestitionen von 12,02 Millionen Franken vorgesehen. Die grössten Posten sind die bereits laufende Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Rony mit 8 Millionen, die Bereitstellung einer neuen Asylunterkunft mit 1,03 Millionen sowie die Instandsetzung des Nichtschwimmerbeckens inklusive Schwimmbadtechnik in der Badi mit 800000 Franken. «Aufgrund der mittelfristig anhaltend hohen Investitionstätigkeit wird der Fachbereich Hochbau um eine Vollzeitstelle ausgebaut», heisst es in der Vorlage zur Gemeindeversammlung.

Die Verschuldung wird ansteigen

Bei der Frage nach der Festlegung des Steuerfusses stand der Gemeinderat in einem Zielkonflikt. Einerseits wird in den Jahren 2020 bis 2024 mit überdurchschnittlich hohen Investitionen gerechnet. Dem gegenüber steht der höhere Beitrag aus dem Zuger Ausgleichstopf. Trotz des Überschusses im Budget bei einem effektiven Steuerfuss von 65 Prozent wäre aufgrund der grossen Investitionen ein tieferer Steuerfuss nicht vertretbar, ist der Gemeinderat der Ansicht. Renate Huwyler ergänzt: «Wichtig ist uns, dass wir den Netto-Steuersatz so ansetzen, damit wir ihn auch in den nächsten Jahren stabil halten können.»

Generell ist die CVP-Politikerin zufrieden mit der «soliden Finanzlage». Wegen der Investitionen werde die Verschuldung in den nächsten Jahren ansteigen. «Mittelfristig sollten wir uns wieder erholen. Wir sind bestrebt, unsere Finanzstrategie einzuhalten und langfristig wieder ein Nettovermögen auszuweisen.»