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Aufwühlende Zuger Bilderwelten aus 100 Jahren

Was macht eine Stadt lebenswert? Eine Frage, die das Buch «Lost in Tugium» von Jacqueline Falk & Mercedes Lämmler zu beantworten versucht. Am Freitag fand die Buchvernissage statt.
Haymo Empl
Für die Vernissage fanden sich über 100 Personen in der Bibliothek Zug ein. (Bild: Jakob Ineichen (Zug, 29. Juni 2018))

Für die Vernissage fanden sich über 100 Personen in der Bibliothek Zug ein. (Bild: Jakob Ineichen (Zug, 29. Juni 2018))

Auf den ersten Blick wirkt das über dreihundertseitige Buch «Lost in Tugium» sehr homogen, bestens geeignet, um als «Coffee Table Book» flüchtig durchgeblättert zu werden. Auf den zweiten Blick präsentiert sich das Werk als dichtes Gewebe von Texten und Eindrücken, ein Kaleidoskop, eine Bilderwelt, in welche man sofort eintauchen möchte. Das Buch überzeugt nicht nur in der Aufmachung – der Trend zu viel, sehr viel Weissraum mag man oder nicht – sondern auch inhaltlich.

Für die Erstellung eines solch komplexen Werks ist die Unterstützung verschiedener Personen notwendig, entsprechend haben die beiden Herausgeberinnen Mercedes Lämmler und Jacqueline Falk dafür auf eine Vielzahl von Privatpersonen zurückgreifen können, die Fotos aus Privatarchiven der letzten 100 Jahre zur Verfügung gestellt haben. «Die Idee zum Buch kam uns vor vier Jahren», erinnert sich Mercedes Lämmler, «wir waren in den Vorbereitungen für unser viertes Kunstprojekt im öffentlichen Raum unter dem Namen ‹Herrliche Zeiten›, das sich mit dem Leben zwischen den Häusern auseinandersetzte. Uns wurde bewusst, dass wir viele Perspektiven, Fragen und Ideen zum Stadtleben beisammenhatten und diese weiterbestehen und weitergesponnen werden sollten.»

Leidenschaft für Zug

Das Buch wurde am Freitagabend in der Bibliothek Zug der Öffentlichkeit vorgestellt, mit viel Prominenz. Vor der eigentlichen Vernissage führte Mercedes Lämmler eine Stadtführung durch, an die 50 Personen versammelten sich für diese Führung; die Grundlage für die einzelnen Stationen bildete das Buch. Es sollte eine «dialogische» Führung werden. Eine gute Idee, allerdings auch eine Einladung für jene Zeitgenossen, welche die Führung für allerlei politische Diskussionen (miss) brauchten oder sich profilieren wollten. Allerdings will das Buch unter anderem genau auch solche Diskurse anregen. Denn wo Diskussionen entstehen, ist eine Leidenschaft vorhanden, ein Interesse für das Thema.

Der Buchvernissagen-Tross bewegte sich am Freitagabend vom Süden der Stadt nach Norden und wieder zurück. Das geschah natürlich nicht grundlos: «Ich finde, wenn man von der Altstadt in die Neustadt und wieder zurückgeht, lässt sich die Entwicklung der Stadt dabei sehr gut einfangen. Ziel war es, dem Stadtleben an verschiedenen Orten auf den Puls zu fühlen», so Lämmler. Bei der Führung prasselten die Meinungen, Anregungen und Fragen der Gruppe nur so auf Mercedes Lämmler ein, sie handhabte diese Situation souverän und man merkte, dass das Wissen der Mitherausgeberin des neuen Buches tief und breit ist.

Mit viel Liebe und Sorgfalt kuratiert

Lämmler studierte in Zürich Allgemeine Geschichte, skandinavische Sprach-, Kultur- und Literaturwissenschaften sowie Völkerrecht, später kam noch Kulturmanagement hinzu. Dieses Wissen wird auch bei der Zusammenstellung der Bilder und Texte im Buch sichtbar, auch beim flüchtigen Durchblättern merkt man, wie liebevoll und sorgfältig kuratiert wurde: «Ruderer tragen gemeinsam ein Boot ins Wasser» aus den 1910er-Jahren ist im umfassenden Werk ebenso vorhanden wie «Gruppenbild italienischer Gastarbeiterinnen bei Landis & Gyr» aus dem Jahr 1955, und natürlich dürfen auch zeitgenössische Bilder wie die «Holztreppe entlang des Burgbachs» nicht fehlen. Entsprechend schwer fällt es Lämmler, sich für «das» Lieblingsbild zu entscheiden. In die engere Auswahl hat es das Titelbild geschafft: «Das Cover des Buches spricht mich sehr an – ein Junge steht vor dem fast zugefrorenen See, blickt neugierig in die Weite. Vor ihm stehen zwei Schwäne. Das spiegelt Sehnsucht und Hoffnung wider, gleichzeitig aber auch die Zerbrechlichkeit von Lebewesen, einer Gemeinschaft, sogar einer Stadt», so Lämmler. Wer der Junge ist, auch das erklärt das Buch.

Hinweis

Lost in Tugium von Jacqueline Falk & Mercedes Lämmler ist im Salis Verlag erschienen und ab sofort überall erhältlich. 372 Seiten, kartoniert, zirka 40 Franken

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