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Aus Orkan Lothar die Lehren gezogen

Zug Enorme Schäden in Gebirgswäldern verursachte Orkan Vivian im Februar 1990. Vor allem im Mittelland tobte dagegen 1999 der Orkan Lothar. Genauer waren es die Sturmtiefs Karl, Orkan Lothar und Sturm Martin, die damals alle nacheinander über die Schweiz fegten und dabei riesige Schäden verursachten. Ist dieses Trio dafür verantwortlich, dass vor 18 Jahren deutlich mehr Bäume entwurzelt wurden als vorgestern von Orkan Burglind? «Das könnte durchaus eine Rolle gespielt haben», sagt Reinhard Lässig von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf. «Klar ist aber, dass Lothar länger als Burglind gewütet hat, dessen Windspitzen höher und die Böden feuchter gewesen sind, weswegen sich die Bäume schlechter in den Boden haben krallen können.»

Schadensbilanz aufnehmen

Doch all dies seien nur Mutmassungen, betont Lässig, der sich nicht aus dem Fenster lehnen will: «Jetzt muss zuerst eine Schadensbilanz erstellt werden. Jetzt sind die Förster am Ball, und diese müssen schauen, ob Burglind nicht doch mehr Bäume umgeworfen hat.»

Der Schweizer Wald sei grundsätzlich in einem guten Zustand, sagt Lässig. Es gebe keine prekären Situationen, und die Festigkeit sei in Ordnung. Lothar habe zahlreiche Forschungen ausgelöst, und die WSL habe in den 2010er-Jahren ein Merkblatt publiziert. «Die Förster haben ­sicherlich daraus und auch aus ihren lokalen Erfahrungen gelernt und entsprechend gehandelt», zeigt sich Lässig überzeugt. «Das ist menschlich. Wir Menschen lernen aus Tiefschlägen und Ereignissen.» Tendenziell sei darum der Wald seit Lothar eher stabiler geworden, ergänzt Lässig und erklärt: «Lothar hat vor allem in tiefen Lagen Misch- und Laubwald gefällt, der relativ schnell wieder nachwächst.» ­Vivian fast zehn Jahre zuvor habe jedoch vorab im Gebirge Wälder weggeblasen, die 30 bis 40 Jahren brauchten, bis sie sich wieder vollständig erholt hätten.

kk

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